OVA
Beschreibung
Oberst Millard Johnson ist ein hochrangiger Offizier der UN Spacy, der als Basiskommandant und Hauptverantwortlicher des Projekts Super Nova fungiert, dem streng geheimen Entwicklungsprogramm für die nächste Generation von variablen Kampfflugzeugen, das im Jahr 2040 auf dem Planeten Eden im New Edwards Flight Center stattfindet. Als erfahrener Veteran mit einer langen Militärkarriere war Johnson einst Mitglied der legendären Skull Squadron. Seine umfangreiche aktive Dienstzeit hatte ihren Preis: Bei einem Unfall während eines Testflugs erlitt er eine schwere Verletzung am linken Fuß, die ihn letztlich in eine vorwiegend administrative und überwachende Rolle zwang. Trotz seiner Schreibtischposition bleibt er eine Autoritätsperson mit bedeutender Ausstrahlung, bekannt dafür, eine Reitgerte oder einen Stab als persönliche Marotte mit sich zu führen, was seine kommandierende Präsenz unterstreicht.

Seine Persönlichkeit ist geprägt von einer abgeklärten, pragmatischen Weisheit, die aus jahrelanger Erfahrung als Frontpilot resultiert. Johnson ist ein besonnener und ausgeglichener Mensch, der oft als Vermittler und Stimme der Vernunft in der hitzigen Rivalität zwischen den beiden Spitzentestpiloten des Programms, Isamu Alva Dyson und Guld Goa Bowman, auftritt. Häufig versucht er, deren gefährliche Fehde zu kontrollieren, und gibt dem rücksichtslosen Isamu gut gemeinte Ratschläge, die der junge Heißsporn meist als ärgerlich empfindet. Johnson besitzt ein einzigartiges Verständnis für die Psychologie von Piloten und erkennt die schmale Grenze zwischen Mut und Insubordination. In einem bemerkenswerten Moment, nachdem Isamu einen YF-19-Prototypen stiehlt, gibt Johnson zu, dass er in seiner Jugend dasselbe getan hat und seine Vorgesetzten ihn gedeckt haben, was seine Fähigkeit zeigt, sich in den impulsiven Antrieb eines begabten Piloten hineinzuversetzen.

Johnsons zentrale Motivation wurzelt in einer tiefgreifenden philosophischen Ablehnung des langfristigen strategischen Ziels der UN Spacy, bemannte Kampfflugzeuge durch unbemannte, KI-gesteuerte Drohnen wie die X-9 Ghost zu ersetzen. Obwohl er einräumt, dass der Verzicht auf menschliche Piloten im Kampf Leben retten würde, hegt er eine tiefe Furcht vor den Konsequenzen. Er argumentiert, dass Kriege, die nur von Maschinen geführt werden, ähnlich einem Schiffeversenken-Spiel, die moralischen und menschlichen Kosten beseitigen, die als entscheidende Bremse für Aggression dienen. Er glaubt, dass eine Nation oder Einheit, die eine solche Waffe besitzt, ungestraft jede Weltraumkolonie annektieren könnte, was zu unkontrolliertem Chaos und Konflikten führen würde. Es ist seine Überzeugung, dass diejenigen, die Krieg führen, bereit sein müssen, die physische Verantwortung für ihre Handlungen zu tragen. Um dieses Ideal zu wahren, ist er bereit, seine Autorität zu nutzen, um die rücksichtslosen Exzesse der YF-19- und YF-21-Piloten zu decken und sie dazu zu drängen, den unersetzlichen Wert des Geistes und Einfallsreichtums eines menschlichen Piloten zu demonstrieren, in der Hoffnung, die Regierung zu einer Überarbeitung ihrer Politik zu bewegen.

Innerhalb der Geschichte fungiert Johnson als zentrale Autoritätsperson, die das Projekt Super Nova leitet. Seine wichtigste Beziehung besteht zu den beiden rivalisierenden Piloten Isamu und Guld, deren persönliche Konflikte aus der Vergangenheit das militärische Projekt zu gefährden drohen. Er hat auch eine Verbindung zur Testpilotin des Programms, Lucy MacMillan, und dem begabten, aber exzentrischen Computeringenieur Yang Neumann. Seine Rolle besteht weniger in direktem Handeln als vielmehr in strategischer Aufsicht, Schadensbegrenzung und moralischer Führung. Die Figur durchläuft eine subtile Entwicklung durch seine Entscheidungen, die Piloten unter seinem Kommando zu schützen. Indem er sich dafür entscheidet, Isamu und Guld zu decken, wandelt er sich von einem einfachen Administrator, der Regeln durchsetzt, zu einem aktiven Teilnehmer im Kampf um die Zukunft der militärischen Luftfahrt, der alles auf das Talent seiner widerspenstigen Piloten setzt, um einen Punkt zu beweisen. Seine Position wird letztlich durch die Ereignisse des Sharon-Zwischenfalls bestätigt, die die schwerwiegenden Gefahren unkontrollierter KI aufzeigen und seinen Glauben an die Notwendigkeit eines menschlichen Elements im Kampf bekräftigen.

Johnsons bemerkenswerte Fähigkeiten liegen in seinem derzeitigen Zustand nicht in denen eines Frontkampfpiloten. Stattdessen bestehen seine Stärken in Führungsqualitäten, strategischem Management und einem scharfen, analytischen Verstand, der sowohl die militärische Bürokratie als auch die chaotischen Impulse seiner Untergebenen zu navigieren vermag. Seine wahre Stärke ist sein tiefes praktisches Wissen über Luftkämpfe aus seiner Zeit in der Skull Squadron, das ihm die Glaubwürdigkeit verleiht, seine Piloten zu betreuen und, wenn nötig, ihre Handlungen zu beurteilen. Er ist ein geschickter Manipulator von Menschen und Situationen, der Dialoge und List einsetzt, um sein Personal zu motivieren und zu zwingen, an ihre Grenzen zu gehen. Oberst Millard Johnson repräsentiert letztlich die Brücke zwischen der alten Garde des bemannten Weltraumkampfs und der unsicheren technologischen Zukunft und verkörpert die Veteranenweisheit, die den menschlichen Geist im Herzen des Krieges bewahren will.