TV-Serie
Beschreibung
Higekiri ist ein Tachi-Schwert aus der Heian-Zeit, geschmiedet von dem Schmied Houki Yasutsuna um das zehnte oder elfte Jahrhundert. Bekannt als großer Schatz des Minamoto-Clans, erhielt die Klinge ihren Namen durch eine frühe Tameshigiri-Handlung, bei der sie verwendet wurde, um einen Verbrecher zu enthaupten und dabei auch seinen langen Bart sauber durchtrennte. Im Laufe ihrer langen Geschichte war das Schwert unter vielen anderen Namen bekannt, darunter Onikiri, der Dämonentöter, aufgrund der Legende, dass Watanabe no Tsuna an der Modoribashi-Brücke den Arm des Oni Ibaraki Doji abtrennte, und Tomokiri, der Freundestöter, aufgrund eines Mythos, in dem es auf magische Weise ein anderes Schwert von gleicher Qualität durchtrennte, um sie in der Länge anzugleichen.

Sowohl im Aussehen als auch im Verhalten strahlt Higekiri eine sanfte Ruhe und ein tiefes Alter aus. Da er fast ein Jahrtausend unter verschiedenen Besitzern und Namen existiert hat, kümmert er sich selten um kleine Details und wirkt distanziert oder zerstreut. Dies zeigt sich am berühmtesten in seiner wiederholten Unfähigkeit, sich an den Namen seines eigenen Bruders Hizamaru zu erinnern, wobei er ihn oft ganz vergisst oder das andere Schwert mit vager Unsicherheit bezeichnet. Er vertritt eine grobe Philosophie des Gelassenbleibens, doch diese lässige Oberfläche verbirgt einen Kern von scharfer, entschlossener Handlung. Trotz seines sanften Lächelns und seiner bedächtigen Sprache besitzt er einen scharfen und gnadenlosen Kampfinstinkt und zögert nicht, eine echte Bedrohung zu erkennen und sofort zu beseitigen.

In der Geschichte von Zoku Touken Ranbu: Hanamaru erscheint Higekiri zusammen mit seinem jüngeren Bruder in der Zitadelle als einer der späteren Ankömmlinge im überfüllten Haushalt. Seine Hauptmotivation scheint einfaches Zusammenleben zu sein, wobei er sich ohne Eile oder Angst in den Rhythmus des täglichen Lebens in der Zitadelle einfügt. Er wird nicht von großen Ambitionen getrieben, sondern scheint vielmehr zufrieden damit, im gegenwärtigen Moment zu existieren – eine Eigenschaft, die aus Jahrhunderten der Anpassung an Veränderungen entstanden ist. Seine Rolle ist oft die einer rätselhaften älteren Präsenz, deren Macht unbestreitbar ist, deren Fokus jedoch zu dem schweift, was gerade seine Aufmerksamkeit erregt.

Die bedeutendste Beziehung in seinem Leben ist die zu Hizamaru, seinem jüngeren Bruder. Während Hizamaru verzweifelt nach seiner Anerkennung sucht und ständig mit tiefer Bewunderung und brüderlicher Hingabe von ihm spricht, bleibt Higekiri distanziert, vergisst häufig den Namen des anderen und gibt nur beiläufige, manchmal gleichgültige Antworten. Diese Vergesslichkeit ist nicht böswillig, sondern scheint aus der schieren Last der Zeit und den vielen Namen, die beide Schwerter getragen haben, zu stammen. Trotz seiner Unfähigkeit, sich an den Namen seines Bruders zu erinnern, zeigt er dennoch ein Verantwortungsbewusstsein, indem er andere in der Zitadelle bittet, auf Hizamaru aufzupassen, und zeigt, dass die Bindung, so seltsam sie auch ausgedrückt wird, für ihn wichtig bleibt.

Eine weitere bemerkenswerte Beziehung in Zoku Touken Ranbu: Hanamaru betrifft Higekiris unerwartete Faszination für Ookanehira. Er entwickelt die Angewohnheit, dem anderen Schwert unbemerkt durch die Zitadelle zu folgen und akribisch Ookanehiras tägliche Routinen und Aktivitäten in einem Beobachtungstagebuch festzuhalten. Dieses Verhalten wird weniger als echtes Stalking dargestellt, sondern eher als exzentrische, fast wissenschaftliche Neugier auf die Lebensweise seines Kameraden. Durch diese Interaktionen ist seine Entwicklung subtil, da er ein uraltes Wesen ist, das in seinen Gewohnheiten gefestigt ist. Er bleibt emotional weitgehend unverändert, doch seine Anwesenheit beeinflusst sanft die Menschen um ihn herum, insbesondere seinen Bruder, der ständig danach strebt, die Distanz zwischen ihnen zu verringern.

In Bezug auf Fähigkeiten ist Higekiri ein beeindruckender Kämpfer, wie es von einer Klinge erwartet wird, die von legendären Helden wie Minamoto no Yoritomo geführt wurde. Seine Fähigkeiten wurzeln in seiner Geschichte als Töter von Oni und Schneider von Stahl. Er ist ein Tachi, ein Schwert für den Kampf zu Pferd, und sein Kampfstil spiegelt die Macht und das Prestige seiner Abstammung wider. Er kann mit erschreckender Geschwindigkeit und Präzision handeln und ist in der Lage, übernatürliche Feinde ohne Zögern zu erledigen – eine Eigenschaft, die von seinem legendären Namen Onikiri herrührt. Darüber hinaus spricht seine Identität als Tomokiri, der Freundestöter, für eine fast mythische Schärfe, die eine andere Klinge durchtrennen kann. Im Kampf wird der Kontrast zwischen seiner gelassenen, lächelnden Fassade und seiner tödlichen Effizienz am deutlichsten und offenbart die wahre Natur einer uralten Klinge, die unzählige Schlachten gesehen hat und ungebrochen hervorgegangen ist.
Besetzung