TV-Serie
Beschreibung
Kanon ist eine zentrale Figur der Erzählung, ein junges Teenager-Mädchen, dessen Entführung zum Auslöser für den dramatischen Zusammenbruch der Geheimgesellschaft wird, die sie entführt. Physisch wird sie als schönes Mädchen von etwa vierzehn Jahren beschrieben, mit schwarzem Haar, das bis zur Taille reicht, und schwarzen Augen. Ihre Körpergröße wird mit 150 Zentimetern angegeben. Sie besucht eine angesehene Mädchenschule, die ihr eine vornehme Erziehung ermöglicht hat, einschließlich der Fähigkeit, Orgel und Klavier zu spielen und Hymnen zu singen; sie hat auch Schwimmtraining, das es ihr erlaubt, lange Zeit die Luft anzuhalten. Ihr Titel innerhalb des Lichtclubs, ihrer Entführer, lautet „die eingesperrte weiße Lilie“.

Kanon zeigt eine komplexe und etwas widersprüchliche Persönlichkeit. Einerseits zeigt sie eine gelassene und außergewöhnlich akzeptierende Natur. Nachdem sie betäubt und entführt wurde, gerät sie nicht in Panik oder bettelt; stattdessen ist ihre primäre Bewältigungsstrategie, sich in den Schlaf zurückzuziehen, um „unglückliche Zeiten schneller vergehen zu lassen“. Sie wird als natürliche Träumerin und Romantikerin beschrieben, die dazu neigt, zu akzeptieren, was ihr gesagt wird, anstatt ihre Umstände zu hinterfragen – ein Zug, der von einem Leben herrühren mag, in dem sie darauf trainiert wurde, eine perfekte, fraglose Dame zu sein. Diese Naivität koexistiert jedoch mit einem stillen, aber festen Willen. Sie hat keine Angst, ihre Bedürfnisse zu äußern, indem sie ihren Roboter-Wärter direkt um Essen oder die Nutzung eines Klaviers bittet. Ihre äußere Unterwürfigkeit verbirgt eine innere Welt, die reich an romantischen Idealen und einem tiefen, fast selbstverachtenden Glauben ist, dass die Menschen sie irgendwann hassen werden, was sie ihrem Schicksal, das sie nicht kontrollieren kann, ergeben macht.

Kanons primäre Motivation ist nicht die Flucht, sondern die Verbindung. Mehr als gerettet zu werden, sehnt sie sich danach, als echter Mensch wahrgenommen zu werden, nicht als Objekt der Schönheit oder als „Fräulein“ der High Society. Gefangen im Versteck des Clubs findet sie diese Verbindung nicht bei ihren menschlichen Entführern, sondern bei Litchi, dem Roboter des Clubs. Ihre Rolle in der Geschichte ist es, als das „schöne Ding“ zu dienen, das der Roboter programmiert wurde, um es zu holen, aber sie verwandelt sich schnell in die angebetete Göttin des Clubs und, bedeutender, in die Lehrerin der Menschlichkeit für den mechanischen Litchi. Während der Club in paranoide Gewalt verfällt, bleibt Kanon in ihrem Schwebezustand und erwacht aus ihrer gewählten Schläfrigkeit nur, wenn die Situation kritisch wird. Sie erklärt Konzepte wie Traurigkeit und Liebe gegenüber Litchi und wird zum moralischen Anker, der ihn dazu bringt, seiner Programmierung zu trotzen und sich zu weigern zu töten. Sie ist der Schlüssel zur Prophezeiung des Anführers Zera, das Mädchen, das das Schicksal des Clubs in Händen hält, obwohl sie diese Macht nie aktiv sucht.

Kanons bedeutendste Beziehung ist bei weitem die zu Litchi. Ihre Gefühle für den Roboter entwickeln sich von einer transaktionalen Freundschaft, in der sie ihn um Notwendigkeiten bittet, zu einer echten, tragischen Romanze. Sie bringt ihm bei, romantisch zu sein, und lernt im Gegenzug, dass er sie auf eine Weise beschützen kann, wie es niemand sonst getan hat. Diese Bindung ist das emotionale Herz der Geschichte, und ihre Entscheidung, zurückzuspringen, um bei ihm zu sein, als Flucht möglich ist, zeigt, dass es für sie nicht lebenswert ist, ohne ihn zu leben. Im Gegensatz dazu sind ihre Beziehungen zu den menschlichen Jungen des Lichtclubs distanziert. Sie ist ein Objekt der Verehrung für ihren Anführer Zera und eine Zeugin ihrer brutalen Selbstzerstörung, bleibt aber emotional von ihnen losgelöst und konzentriert ihre Energie vollständig auf Litchi.

Im Verlauf der Erzählung entwickelt sich Kanon von einem passiven Opfer, das schläft, um der Realität zu entkommen, zu einer aktiven Gestalterin ihres eigenen Schicksals und des von Litchi. Anfangs akzeptiert sie ihre Entführung, ihren möglichen Tod und sogar den bizarren Plan, sie in eine Maschine zu verwandeln, mit wenig Widerstand. Ihre Entwicklung ist jedoch mit ihrer wachsenden Liebe zu Litchi verbunden. Wenn er in Gefahr ist oder sie die Chance hat, ihn zu retten, handelt sie entschlossen, wie zum Beispiel, als sie ihm die letzte Litschi-Frucht gibt, um ihn aufzutanken, was zu seinem letzten Ausbruch schützender Gewalt führt. Am Ende ist sie nicht das schlafende, ergebene Mädchen, sondern die einzige Überlebende, die von dem Gemetzel weggeht, während sie ein Requiem auf dem Klavier spielt, für immer gezeichnet, aber mit echter Liebe.

Obwohl Kanon keine übermenschlichen Fähigkeiten besitzt, sind ihre Talente bemerkenswert. Ihre Fähigkeit als Pianistin ist ihr primäres Mittel des emotionalen Ausdrucks, das es ihr erlaubt, Gefühle zu kommunizieren, die sie nicht artikulieren kann, von Erleichterung bis zu tiefer Traurigkeit. Ihr Training als Schwimmerin verleiht ihr die bemerkenswerte Fähigkeit, für längere Zeit die Luft anzuhalten – eine Fähigkeit, die es ihr letztlich erlaubt, einen Mordversuch durch Ertrinken zu überleben und später Litchi wiederzubeleben. Ihre größte Fähigkeit ist jedoch ihre tiefe, fast irrationale Akzeptanz, die es ihr erlaubt, eine Situation extremen Grauens zu navigieren, ohne zu zerbrechen, und ihre Fähigkeit, einem Wesen Menschlichkeit beizubringen, das sie nie haben sollte.