TV-Serie
Beschreibung
Haru Kitajima ist die Mutter der Protagonistin Maya Kitajima. Sie ist Witwe, da ihr Ehemann nicht erwähnt wird und vermutlich verstorben ist. Zu Beginn der Geschichte arbeitet Haru als Angestellte in einem chinesischen Restaurant und zieht ihre kleine Tochter groß.

Haru hat eine schwierige und oft harsche Persönlichkeit, besonders im Umgang mit Maya. Sie schimpft häufig mit ihrer Tochter und macht ihr Vorwürfe, weil sie tollpatschig ist oder bei einfachen Aufgaben versagt. Als Maya sich für die Schauspielerei interessiert, ist Haru offen verlegen über ihre Bemühungen, etwa als Maya in einem Schulstück die Rolle einer Närrin spielt. Sie empfindet eher Scham als Stolz und bricht ihr Versprechen, Mayas erste Theateraufführung zu besuchen – eine Abwesenheit, die Maya auf der Bühne großen Kummer bereitet.

Ihre Beweggründe sind in einer pragmatischen und etwas pessimistischen Lebenseinstellung verwurzelt. Haru sieht die Schauspielerei nicht als gangbaren Weg und lehnt Mayas Traum aktiv ab. Als Maya beschließt, von zu Hause wegzugehen, um sich der Theatertruppe von Tsukikage Chigusa anzuschließen, weigert sich Haru strikt, dies zu erlauben. Dieser Konflikt ist so schwerwiegend, dass Maya von zu Hause wegläuft.

Nach Mayas Abreise geht Haru zur Tsukikage-Truppe, um ihre Tochter zurückzuholen, und stellt Tsukikage Chigusa wütend zur Rede. Während dieser Begegnung schützt Tsukikage Maya vor einem Topf mit kochendem Wasser und erklärt, dass das Gesicht einer Schauspielerin ihr Leben sei. Von dieser Tat beeindruckt, verlässt Haru die Truppe ohne Maya. Später schickt sie ein Paket mit Mayas Habseligkeiten sowie einen Brief, in dem sie ihre eigenen vermeintlichen Fehler als Mutter eingesteht und Tsukikage bittet, sich um ihre Tochter zu kümmern. Danach bleibt Haru allein zurück und lebt in einem kleinen Zimmer, das an das chinesische Restaurant angeschlossen ist.

Im Verlauf der Geschichte erkrankt Haru an einer Lungenkrankheit, verliert ihren Job und muss das Restaurant verlassen. Da sie keine feste Arbeit findet, verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand. Schließlich wird sie unterernährt und verliert ihr Augenlicht, sodass sie in einem abgelegenen Pflegeheim landet. Ohne ihr Wissen wird ihre Unterbringung dort von Masumi Hayami inszeniert, der Mayas Karriere manipulieren will, indem er ein dramatisches Wiedersehen mit ihrer lange verschollenen Mutter inszeniert.

Trotz ihrer Blindheit und geschwächten Verfassung hört Haru, wie das Personal über ihre Situation spricht, und erkennt, dass sie gefangen gehalten wird. Sie schafft eine verzweifelte Flucht und verlässt die Einrichtung während eines Regengusses. Allein reisend und ohne sehen zu können, verliert sie ihren Geldbeutel, wird von einem Auto angefahren, schafft es aber dennoch, nach Tokio zu gelangen, nachdem sie Passanten über einen Film mit Maya sprechen hört. Sie kommt in einem Kino an, das Mayas Film „White Jungle“ zeigt, und während sie der Stimme ihrer Tochter auf der Leinwand lauscht, empfindet sie tiefe Freude und Stolz. Kurz darauf stirbt sie in einer Pension an einer Gehirnblutung, verbunden mit ihrer körperlichen Schwäche durch den Autounfall und die Krankheit.

Harus Rolle in der Geschichte ist entscheidend, da sie sowohl eine Quelle tiefgreifender persönlicher Konflikte als auch großen Kummers für Maya ist. Ihr Tod wird zu einem traumatischen Ereignis, das Mayas schauspielerische Fähigkeiten vorübergehend zerstört – der einzige Fall, in dem Maya überhaupt nicht spielen kann. Es entsteht auch ein tiefer Riss zwischen Maya und Masumi Hayami, da Maya ihm die Schuld am einsamen Tod ihrer Mutter gibt, ihn zu einem Objekt des Hasses macht und mögliche romantische Gefühle zwischen ihnen erschwert.

Ihre wichtigste Beziehung ist natürlich die zu ihrer Tochter Maya. Obwohl ihre Interaktionen oft hart sind, wird erwähnt, dass Maya auch schöne Erinnerungen an Ausflüge in Vergnügungsparks mit ihrer Mutter hat, was darauf hindeutet, dass die Beziehung nicht ohne Zuneigungsmomente war. Die Zeit der Geschichte ist eine der Trennung und des Missverständnisses, da Maya glaubt, ihre Mutter sei einfach wütend auf sie und habe den Kontakt verloren, ohne das wahre, tragische Schicksal ihrer Mutter zu kennen. Haru ist auch mit Sugiko, der Tochter des Besitzers des chinesischen Restaurants, verbunden, einer kleinen Antagonistin, die Missverständnisse zwischen Mutter und Tochter verursacht und später Maya die Nachricht von Harus Verschwinden überbringt.

In Bezug auf die Entwicklung ist Harus Charakterbogen tragisch: Sie wandelt sich von einer kämpfenden, verbitterten und überarbeiteten alleinerziehenden Mutter zu einer Frau, die körperlich und seelisch gebrochen ist. Ihre letzte Tat, sich ihrer Gefangenschaft zu widersetzen, um den Erfolg ihrer Tochter zu hören, macht sie zu einer sympathischen Märtyrerfigur. Ihre bemerkenswerten Fähigkeiten liegen nicht in der Schauspielerei oder einer besonderen Fertigkeit, sondern in ihrer schieren, verzweifelten Willenskraft. Obwohl sie blind, krank und körperlich gebrochen ist, gelingt es ihr, aus einer Einrichtung zu fliehen und quer durchs Land nach Tokio zu reisen – alles angetrieben von ihrer Liebe zu ihrer Tochter und dem Wunsch, sie spielen zu hören.