TV-Serie
Beschreibung
Conrad ist eine zentrale Figur, deren persönlicher Werdegang einen seltenen Weg unter den mysteriösen, zeitlosen Wesen, den sogenannten Befort-Kindern, aufzeigt. Sein ursprünglicher Name innerhalb dieser Gruppe ist Palza. Die Erzählung begegnet Conrad nicht als Kind, sondern als jungen Jungen, der um das Jahr 1853 in den Niederlanden lebt. Zu dieser Zeit wird er von seinen ehemaligen Gefährten aufgesucht, die ihn zurückholen wollen. Conrad lehnt ihr Angebot jedoch ab, reagiert mit sichtlicher Angst und entscheidet sich, bei seiner sterblichen Familie zu bleiben, anstatt die ewige Mission der Gruppe fortzusetzen. Dieser Akt des Widerstands bringt ihn auf eine einzigartige Bahn, weit entfernt von den anderen weißhaarigen, blauäugigen Kindern, die durch die Geschichte ziehen.

Conrads Entscheidung, die Bindung zu den Befort-Kindern zu lösen, wird von einem tiefen Verlangen nach einem normalen, stabilen Leben angetrieben. Anders als seine zeitlosen Gefährten, die aneinander und an ihren geheimnisvollen Zweck gebunden zu sein scheinen, entwickelt Conrad eine tiefe Bindung zu seiner neuen Familie und dem Konzept eines festen Zuhauses. Die Angst in seinen Augen, als er mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird, deutet darauf hin, dass seine frühere Existenz von großer Härte oder Unterwerfung geprägt war, was die Wärme einer konventionellen Familie umso verlockender macht. Diese Wahl ermöglicht es ihm, auf natürliche Weise aufzuwachsen, zu altern und ein volles menschliches Leben zu führen – ein krasser Gegensatz zur verkümmerten, zyklischen Existenz der anderen Befort-Kinder.

Conrads bedeutendste Rolle in der Geschichte ist die eines konkreten Beispiels dafür, was mit einem Kind geschieht, das die Gruppe verlässt. Er zeigt, dass die Trennung normales Altern und ein konventionelles Leben ermöglicht, aber auch, dass die Vergangenheit nicht leicht vergessen wird. Um die Wende zum 20. Jahrhundert, genauer gesagt 1901 in Schweden, ist Conrad erwachsen geworden und als brillanter Wissenschaftler berühmt, der Pionierarbeit in der Röntgenforschung leistet. Seine wissenschaftlichen Durchbrüche werden so dargestellt, als verstehe er sie intuitiv, was darauf hindeutet, dass das tiefgreifende Wissen oder die Erfahrungen aus seiner Zeit als eines der Befort-Kinder ihn nie ganz verlassen haben. Seine Arbeit und seine Erkenntnisse werden schließlich für die GED-Organisation interessant, die geheime Gruppe, die die für die Handlung zentralen Phänomene untersucht. Obwohl er lange vor den Hauptereignissen der Geschichte im Jahr 2012 stirbt, lebt sein Vermächtnis durch seine wissenschaftlichen Beiträge weiter.

Die wichtigste Schlüsselbeziehung in Conrads Leben ist die zu Mel, einem weiteren Mitglied der Befort-Kinder. Innerhalb der Gruppe war er ihr als Palza bekannt, und sie verband eine tiefe, unzerbrechliche Bindung. Nachdem Conrad die Gruppe verlässt und älter wird, beginnt Mel zu schwächeln und verliert ihre Erinnerungen – ein Verfall, der nach seinem Weggang unvermeidlich erscheint. Diese Amnesie führt schließlich zu ihrer Gefangennahme. Die Verbindung zwischen ihnen ist so tief, dass sie Tod und Wiedergeburt überdauert. Lange nach Conrads Tod wird Mel als Dr. Gherta Hawksbee wiedergeboren, eine führende Wissenschaftlerin in der GED-Organisation. Obwohl sie keine bewusste Erinnerung an ihr früheres Leben hat, verspürt Gherta eine unerklärliche Anziehung zu Conrads Werk und Vermächtnis und füllt ihr Schlafzimmer mit Gegenständen, die ihm gewidmet sind. Dieser anhaltende Sog zeugt von der Bindung, die einst zwischen Palza und Mel bestand – eine Bindung, die über Leben hinweg nachhallt.

Conrads persönliche Entwicklung ist die Geschichte eines Individuums, das sich erfolgreich von einer vorbestimmten, unsterblichen Existenz losreißt, um sein eigenes sterbliches Schicksal zu schmieden. Er verwandelt sich von einem verängstigten Mitglied eines mysteriösen Kollektivs, das nur als Palza bekannt ist, in ein Individuum, das eine bewusste Entscheidung für Menschlichkeit und Familie trifft. Dann entwickelt er sich weiter zu einer gefeierten historischen Figur, Conrad Röntgen, dessen wissenschaftliches Genie die Welt nachhaltig prägt. Diese Entwicklung ist jedoch tragisch, da sein Weggang unbeabsichtigt zum Leiden von Mel beiträgt, der Gefährtin, die er zurückließ.

Conrads bemerkenswerteste Fähigkeit ist seine außergewöhnliche wissenschaftliche Intuition, insbesondere in Bezug auf Röntgenstrahlen. Die Erzählung deutet an, dass sein Wissen nicht rein aus Studium resultiert, sondern aus angeborenem Verständnis oder verbliebenen Erinnerungen aus seiner Zeit als eines der Befort-Kinder stammen könnte. Dies ermöglicht ihm bahnbrechende Durchbrüche in der Physik, die seiner Zeit weit voraus sind, und sichert ihm einen Platz in der Geschichte. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er nach der Entscheidung für ein normales menschliches Leben irgendwelche der übernatürlichen oder zeitlosen Eigenschaften seiner früheren Gefährten behält.