Film
Beschreibung
Der als Kiyoko bekannte Säugling ist ein neugeborenes Mädchen, das von drei obdachlosen Personen an Heiligabend in Tokio entdeckt wurde. Sie wird als Mädchen mit dunkelbraunem oder schwarzem Haar und braunen Augen beschrieben, mit einem auffälligen körperlichen Merkmal: einem kleinen Muttermal oder Geburtsfleck in der Nähe ihrer rechten Augenbraue. Ihr genauer Geburtstag wird in der Erzählung nicht angegeben, obwohl angedeutet wird, dass er nur wenige Tage vor den Winterferien liegt, da sie während der Ereignisse des Films ein Neugeborenes ist.

Der Name Kiyoko, was „reines Kind“ bedeutet, wird ihr von Hana gegeben, einer ihrer Finderinnen, die glaubt, dass der Säugling ein wundersames Geschenk Gottes in der Nacht ist, die Hana für die reinste aller Nächte hält. Die Hintergrundgeschichte um Kiyoko ist komplex; sie wurde zunächst von einer Frau namens Sachiko aus einem Krankenhaus entführt, die nach der Totgeburt ihres eigenen Kindes unter tiefer Depression litt. Später nahm Sachikos Ehemann Kiyoko von seiner Frau und versteckte sie im Müll, in der Hoffnung, dass die Polizei das vermisste Baby finden würde. Stattdessen wurde sie von dem obdachlosen Trio der Protagonisten – Hana, Gin und Miyuki – gefunden, die im Müll wühlten.

Als Neugeborenes besitzt Kiyoko im traditionellen Sinne keine entwickelte Persönlichkeit, aber ihre Anwesenheit wird durch ihre völlige Verletzlichkeit und grundlegende Bedürfnisse definiert, wie Weinen, wenn sie hungrig ist oder eine Windel benötigt. Ihre Hauptrolle in der Geschichte ist die eines Katalysators und einer symbolischen Figur. Sie ist die treibende Kraft hinter der Handlung des Films, da ihre Entdeckung die drei Protagonisten auf eine stadtweite Suche nach ihren Eltern schickt. Mehr als nur ein Handlungselement fungiert Kiyoko als Agentin der Erlösung und eine Quelle unerwarteter Wunder für die drei Obdachlosen, die sich um sie kümmern. Die Figuren betrachten sie als eine reine, heilige Präsenz, wobei Hana sie ausdrücklich einen Boten Gottes nennt. Während ihrer Reise bringt ihre Existenz die Protagonisten dazu, sich ihren eigenen vergangenen Misserfolgen und schmerzhaften Erinnerungen zu stellen, und eine Reihe glücklicher Zufälle und knapper Fluchten vor Gefahren werden ihrer Anwesenheit zugeschrieben, als ob sie denen göttliche Gunst bringt, die sie beschützen.

Ihre wichtigsten Beziehungen werden fast ausschließlich mit ihren drei Beschützern geknüpft: Hana, Gin und Miyuki. Hana, eine Transgender-Frau, die sich immer gewünscht hat, Mutter zu sein, ist sofort und innig mit Kiyoko verbunden und betrachtet das Baby als Tochter und eine zweite Chance auf Familie. Gin, ein Mann mittleren Alters, der von Schuldgefühlen geplagt wird, weil er seine eigene Familie verlassen hat, ist zunächst widerstrebend, wird aber ein hingebungsvoller Beschützer, der wie ein Patenonkel handelt und sich verpflichtet fühlt, vergangenes Unrecht wiedergutzumachen. Miyuki, eine jugendliche Ausreißerin, die ihren eigenen Vater erstochen hat, entwickelt ebenfalls eine schwesterliche Bindung zu dem Baby, und ihre mütterlichen Instinkte werden geweckt, während sie hilft, den Säugling zu versorgen. Obwohl Kiyoko aufgrund ihres Alters keine persönliche Entwicklung durchmacht oder bemerkenswerte Fähigkeiten besitzt, ist ihre symbolische Funktion mächtig. Sie wird als reines Kind in einer rauen, unvollkommenen Welt dargestellt, und ihre Reise an der Seite des obdachlosen Trios führt zu einer Reihe von Versöhnungen, was darauf hindeutet, dass ihre Anwesenheit emotionales Wachstum und die Möglichkeit der Vergebung für die Erwachsenen bringt, die sie aufgenommen haben.
Besetzung