TV-Serie
Beschreibung
Direktorin Chieko Sannomiya ist eine Nebenfigur im Anime Strawberry Eggs, auch bekannt als I My Me! Strawberry Eggs. Sie ist die Leiterin der privaten Sannomiya-Mädchenschule, der reinen Mädchenschule, um die sich die Geschichte dreht, und sie bekleidet das Amt der Direktorin seit etwa einem Jahrzehnt, als die Serie beginnt. Ihr Nachname wird mit der Schule geteilt, was sie als die Person kennzeichnet, die am stärksten mit deren Identität und Traditionen verbunden ist.

Was den Hintergrund betrifft, stammt Sannomiya aus der Familie, die die Schule gegründet hat. Ihre Großmutter Himemiko Sannomiya gründete die Einrichtung etwa fünfzig Jahre vor den Ereignissen der Serie unter dem Motto „Liebe ist alles“, und Chieko ist die dritte Person, die als Direktorin fungiert, nachdem sie das Amt von ihrer Mutter übernommen hat. Sie ist eine ältere Frau in ihren Siebzigern, mit grauem Haar und violetten Augen, und ihre Haltung ist durchweg formell, würdevoll und aristokratisch. Dieses majestätische Auftreten spiegelt sowohl ihr persönliches Temperament als auch ihr Pflichtbewusstsein gegenüber dem Erbe der Schule wider.

Ihre Persönlichkeit ist geprägt von einer Kombination aus Stolz, Formalität und starrer Überzeugung. Sie ist eingebildet und trägt sich mit einer Luft der Überlegenheit, aber sie drückt dies durch die gepflegte Etikette einer altmodischen Schulverwalterin aus, nicht durch offene Unhöflichkeit. Das hervorstechendste Merkmal ihrer Figur ist ihr radikaler Männerhass. Sie unterstützt feministische Anliegen stark, aber ihre Überzeugungen werden ins Extreme getrieben, und sie betrachtet Männer als barbarisch und ungeeignet, Teil ihrer Schulgemeinschaft zu sein. Ihre Haltung gegen Männer wird weniger als durchdachte Philosophie dargestellt, sondern eher als irrationales, tief verwurzeltes Vorurteil, das jede ihrer Entscheidungen über die Einrichtung bestimmt.

Ihre Motivationen sind in ihrer persönlichen Geschichte verwurzelt. Spät in der Serie wird enthüllt, dass ihre Feindseligkeit gegenüber Männern nicht nur aus Ideologie geboren wurde, sondern aus einem schmerzhaften Vorfall in ihren jüngeren Jahren: Sie war mit einem Mann liiert, konkret einem ehemaligen Sportlehrer an der Schule, der sie letztendlich verließ. Dieser Verrat prägte ihr Weltbild und wandte sie gegen Männer als Gruppe. In ihren Augen wurde das Fernhalten von Männern von der Schule sowohl zu einer Schutzmaßnahme als auch zu einer Form der Vergeltung, sodass ihre Verwaltungspolitik ebenso von privatem Kummer und Groll angetrieben wird wie von erklärten Prinzipien.

Ihre Rolle in der Geschichte ist zentral für die Prämisse, auch wenn sie nicht die Protagonistin ist. Die Politik der Schule, nur Lehrerinnen einzustellen, ist die direkte Ursache des Konflikts, denn Hibiki Amawa, ein junger Mann, der davon träumt, Lehrer zu werden, wird eine Stelle allein aufgrund seines Geschlechts verweigert. Er verkleidet sich daraufhin als Frau, um eingestellt zu werden, was bedeutet, dass Sannomiya unwissentlich einen Mann in direkter Verletzung ihrer eigenen Regel beschäftigt. Als Direktorin gibt sie den offiziellen Ton für das Kollegium vor und legitimiert die Diskriminierung, die die Schule durchdringt, und ihre Autorität macht die Täuschung überhaupt erst notwendig.

Ihre wichtigsten Beziehungen sind weitgehend durch diese Situation definiert. Ihre Verbindung zu Hibiki besteht vollständig unter falschen Vorwänden, da sie ihn als weibliches Personal akzeptiert und bis zu den letzten Phasen der Geschichte nie die Wahrheit vermutet. Sie arbeitet eng mit der stellvertretenden Direktorin Reiko Mukogawa zusammen, die die frauenfeindliche Agenda der Direktorin mit größerem Misstrauen umsetzt und aktiv versucht, Hibikis Identität aufzudecken. Die Vermieterin Lulu Sanjo weiß ebenfalls etwas über Sannomiyas Vergangenheit und deutet den Mann an, der sie verletzt hat, was darauf hindeutet, dass das strenge öffentliche Bild der Direktorin eine private Geschichte verbirgt, die nur wenigen bekannt ist.

Ihre Entwicklung ist subtil und kommt hauptsächlich am Ende der Serie. Für den größten Teil der Geschichte bleibt sie kompromisslos, und sie zeigt wenig Bereitschaft, ihre Überzeugungen zu überdenken. Als jedoch die Wahrheit über ihre Vergangenheit enthüllt wird, wird ihr Verhalten als Produkt persönlichen Traumas neu gerahmt, nicht als einfache Bosheit. Die Enthüllung ändert ihren Charakter nicht dramatisch, aber sie erklärt ihre Motivationen und fügt ihrer ansonsten strengen und unnachgiebigen Persönlichkeit eine tragische Dimension hinzu.

Ihre bemerkenswerten Fähigkeiten sind institutioneller Natur, nicht physischer. Als Direktorin hat sie fast vollständige Autorität über Einstellungspraktiken und Schulpolitik, und sie nutzt ihre formelle Haltung und ihren sozialen Status, um Respekt von Personal und Schülern gleichermaßen zu fordern. Sie ist effektiv darin, Traditionen zu bewahren und ihre Vision für die Schule durchzusetzen, und die Stärke ihrer Überzeugungen, so fehlerhaft sie auch sein mögen, macht sie zu einer beeindruckenden Autoritätsperson, die das Leben aller in ihrer Einrichtung prägt.