TV-Serie
Beschreibung
Albert de Morcerf ist der junge Vicomte und die primäre Perspektivfigur in Gankutsuou, durch dessen Augen das Publikum die Ankunft des Grafen von Monte Christo und dessen komplexes Rachegeflecht erlebt. Er ist der einzige Sohn von General Fernand de Morcerf und seiner Frau Mercédès und führt ein privilegiertes Leben im futuristischen 51. Jahrhundert innerhalb der Pariser Aristokratie. Zu Beginn der Geschichte ist Albert ein sechzehnjähriger Adliger, von durchschnittlicher Größe, mit unordentlichem kurzem braunem Haar und blauen Augen. Er wächst noch in seinen Körper hinein, ist etwas stämmig und deutet auf eine künftig breitschultrige Statur hin; zudem hat er ein kleines Muttermal neben seinem linken Auge.

Alberts Persönlichkeit ist von einer leidenschaftlichen und vertrauensseligen Natur geprägt. Er wird als liebenswerter, wenn auch etwas naiver Charakter dargestellt, der aufrichtig nach dem Guten in anderen sucht und daran glaubt – eine Eigenschaft, die ihn oft anfällig für Manipulation macht. Er trägt sein Herz auf der Zunge und reagiert mit unmittelbaren und offenen Emotionen, ob er freudig, wütend oder traurig ist; bekannt sind sein hitziges Temperament und seine empfindliche Ehre, die zu voreiligen, impulsiven Entscheidungen führen können. Trotz seiner impulsiven Neigungen wurde er mit den Manieren und Konventionen eines Adligen erzogen, obwohl er Formalitäten manchmal vergisst, wenn seine Neugier oder Gefühle die Oberhand gewinnen. Er hat eine etwas unbeholfene Ader und bemerkt oft die romantischen Gefühle seiner Mitmenschen nicht, wie etwa die seiner Jugendfreundin und Verlobten Eugénie.

Im Laufe der Serie wird Albert von einem starken Glauben an das Schicksal und einem tiefen Wunsch getrieben, sein eigenes Leben zu kontrollieren. Er ist äußerst neugierig und fasziniert sich völlig für den rätselhaften Grafen von Monte Christo nach einer zufälligen Begegnung auf dem Mond – eine Anziehungskraft, die ihn in die Umlaufbahn des Grafen zieht. Seine Motivationen wurzeln in Loyalität und Freundschaft; einmal gegeben, ist seine Loyalität sehr stark, was seine unvermeidliche Ernüchterung gegenüber dem Grafen zu einem zentralen emotionalen Konflikt der Geschichte macht. Obwohl er zunächst als idealistischer und etwas behüteter Teenager erscheint, der nur Abenteuer sucht, entwickelt sich seine Rolle, als die Intrigen des Grafen seine Familie zerstören und Albert gezwungen ist, die dunklen Wahrheiten der Vergangenheit seines Vaters und die verheerenden Folgen der Rache zu konfrontieren.

Alberts bedeutendste Beziehung ist natürlich die zum Grafen von Monte Christo, der Alberts Vertrauen und Verbindungen nutzt, um Zugang zur Pariser Elite zu erlangen, die er zerstören will. Albert sieht den Grafen als charismatischen und faszinierenden Freund und entwickelt eine starke emotionale Bindung, die andere, einschließlich Franz, beunruhigt. Eine weitere Schlüsselbeziehung ist die zu seinem besten Freund, Baron Franz d’Epinay, der als vorsichtigerer und aufmerksamerer Kontrast zu Alberts Naivität fungiert; Franz ist oft misstrauisch gegenüber dem Einfluss des Grafen und versucht, Albert zu schützen. Albert ist auch mit Eugénie de Danglars verlobt, obwohl die Vereinbarung von ihren Eltern getroffen wurde. Während er sie als liebe Freundin schätzt, sieht er sie zunächst nicht in einem romantischen Licht, und sein Verständnis seiner eigenen Gefühle für sie entwickelt sich im Laufe der Handlung. Eine bemerkenswerte Beziehung entsteht auch zu Peppo, einem Banditen, der Albert zunächst täuscht, später aber Teil seines Haushalts wird und so Alberts vergebungsbereite Natur zeigt.

Albert durchläuft im Laufe der Serie eine bedeutende Entwicklung und wandelt sich von einem naiven, abenteuersuchenden Jugendlichen zu einem Charakter, der angesichts von Tragödien zur Reife gezwungen wird. Während seine vertrauensselige Natur ausgenutzt wird, um die Handlung voranzutreiben, wird er letztlich zur zentralen Figur, die den Racheweg des Grafen herausfordert. In einer klimatischen Handlung, die nicht von Gewalt, sondern von Mitgefühl getrieben ist, umarmt Albert den Grafen – ein Akt reiner Liebe und Freundschaft, der die dämonische Entität Gankutsuou aus dem Körper des Grafen austreibt. Dies zeigt seinen Kern glauben an Erlösung statt Vergeltung. Nach den Ereignissen der Geschichte verlässt Albert Paris und wählt ein Leben selbstgewählter Einsamkeit und Reisen fernab seines früheren Lebens. Als physisch normaler Mensch besitzt Albert keine übernatürlichen Kräfte, aber er verfügt über praktische Fähigkeiten wie Fechten, Schießen und Motorradfahren, und er scheint ein gewisses mechanisches Talent zu haben.