TV-Serie
Beschreibung
Oyo, auch Oyou geschrieben, ist eine Figur aus dem Umibōzu-Handlungsbogen des Anime Mononoke. Sie ist die jüngere Schwester des buddhistischen Mönchs Genkei, fünf Jahre jünger als er, und die beiden wuchsen zusammen in nahezu völliger Abgeschiedenheit auf einer kleinen Insel auf, nachdem ihre Eltern auf See gestorben waren. Da sie nur einander hatten, entwickelten die Geschwister eine äußerst enge Bindung, die Genkei später als übermäßig intim beschreibt.

Oyo wird als eine schöne und zutiefst liebevolle junge Frau dargestellt, die ihrem Bruder ergeben ist und bereit ist, alles für ihn zu tun. Ihr bestimmendes Merkmal ist diese Hingabe, die dadurch verkompliziert wird, dass sie und Genkei romantische Gefühle füreinander entwickelten, Gefühle, die durch ihre Verwandtschaft verboten waren. Als das Dorf der Insel, konfrontiert mit Schiffen, die auf See sanken und zerstört wurden, Genkei bat, ein Menschenopfer zu werden, indem er lebendig in einem hohlen Boot versiegelt und aufs Meer hinausgetrieben würde, griff Oyo ein. In der Nacht, bevor er in das Boot steigen sollte, gestand sie, dass sie die ganze Zeit genauso über ihn empfunden hatte. Da sie nie heiraten könnten, sagte sie ihm, dass sie lieber ins Reine Land gehen würde, als einen Mann zu heiraten, der nicht ihr Bruder war, und sie nahm seinen Platz als Opfer ein. Ihre Motivation ist eine Kombination aus Liebe zu Genkei und Verzweiflung über die Unmöglichkeit eines gemeinsamen Lebens; sie wählte den Tod als einzigen Weg, ihren Gefühlen und ihren Umständen zu entkommen.

In der Geschichte erscheint Oyo nie in der Gegenwart, außer durch Erinnerungen und die physischen Beweise des geborgenen hohlen Bootes. Ihre Entscheidung, sich an Genkeis Stelle zu opfern, ist das entscheidende Ereignis, das das Leben ihres Bruders prägt und die Ereignisse des Handlungsbogens antreibt. Nachdem das Boot fünfzig Jahre später aus dem Meer gezogen wird, stellt sich heraus, dass es leer ist, was offenbart, dass Oyo sich in Wirklichkeit dem Meer hingegeben hatte, da auch sie nicht länger mit ihren Gefühlen für ihren Bruder weiterleben konnte. Diese Enthüllung ist wesentlich, um die Wahrheit hinter dem Mononoke zu verstehen, denn Genkeis Schuld, seine verborgene Erleichterung, dass seine Schwester an seiner Stelle starb, und seine Unfähigkeit, sie wirklich zu lieben, waren es, die das tödliche übernatürliche Meer erschufen. Oyo fungiert daher als das abwesende emotionale Zentrum des Handlungsbogens; ihr Leben und ihr Tod erklären die Ursprünge der Heimsuchung, die der Medizinverkäufer lösen muss.

Ihre zentrale Beziehung ist die zu Genkei, und fast alles an ihrer Figur wird durch diese Bindung definiert. Sie hat keine bemerkenswerten übernatürlichen oder kämpferischen Fähigkeiten, und sie ist keine lebende Teilnehmerin an den Hauptereignissen der Geschichte. Stattdessen liegt ihre Bedeutung in ihren Handlungen und deren Konsequenzen. Ihre Geschichte wird retrospektiv durch Genkeis Bericht und die Entdeckung des leeren Bootes enthüllt, und durch diese allmähliche Enthüllung wird ihre Entscheidung, den Platz ihres Bruders einzunehmen, zum Schlüssel, der das zentrale Geheimnis des Handlungsbogens entschlüsselt.