Film
Beschreibung
Edward Steam, von seinem Vater Lloyd oft Eddy genannt, ist der Sohn des renommierten Wissenschaftlers Lloyd Steam und der Vater des jungen Protagonisten Ray Steam. Als brillanter und ehrgeiziger Wissenschaftler war Edward maßgeblich an der Entdeckung eines reinen Mineralwassers in Island beteiligt, von dem seine Familie glaubte, dass es als nahezu unbegrenzte Energiequelle für die Dampftechnologie dienen könnte.

Sein Leben und sein Charakter wurden durch ein katastrophales Experiment im russischen Alaska grundlegend verändert. Beim Versuch, die Energie des Mineralwassers in drei als Dampfkugeln bekannte Behälter zu komprimieren, ging das Experiment schrecklich schief. Edward ignorierte die Warnungen seines Vaters Lloyd vor den Druckgrenzen und trieb die Technologie zu weit. Der daraus resultierende Unfall hüllte Edward in eisige Gase ein, ließ ihn für tot zurück und verursachte schwere, dauerhafte körperliche Traumata. Von seiner Familie für tot gehalten, überlebte Edward, war jedoch tief entstellt. Er benötigte Maschinen, um Teile seines eigenen Körpers zu ersetzen, darunter seinen rechten Arm und Teile seiner Beine, was ihn zu einer physischen Verschmelzung von Fleisch und Uhrwerkmechanismen machte.

Diese körperliche Verwandlung ging mit einer tiefgreifenden moralischen und philosophischen Veränderung einher. Der Unfall verdrehte seine Weltsicht und trieb ihn zu der Überzeugung, dass Wissenschaft der reinste Ausdruck der ultimativen Macht der Menschheit sei und um jeden Preis verfolgt werden müsse, frei von ethischen oder humanitären Zwängen. In diesem Sinne repräsentierte Edward die dunklere, gnadenlose Triebkraft der Moderne und der industrialisierten Macht, im krassen Gegensatz zu seinem Vater Lloyd, der eine idealistischere Sichtweise der Wissenschaft als Werkzeug zur Hilfe für die Menschen vertrat. Edward verließ seine Familie und verbündete sich mit der mächtigen O'Hara-Stiftung, einem amerikanischen Rüstungsunternehmen, das seine Ambitionen finanzierte.

Seine Hauptrolle in der Geschichte ist die eines Antagonisten und einer mächtigen Gegenkraft zu seinem eigenen Sohn und Vater. Edward nutzt die Ressourcen der Stiftung und den Hintergrund der Großen Ausstellung von 1866 in London als Sprungbrett, um seine ultimative Schöpfung, die Dampfburg, zu enthüllen. Was sein Vater Lloyd als eine Art fliegenden Vergnügungspark konzipiert hatte, verwandelte Edward in eine monströse, schwebende Militärfestung, die die wissenschaftliche Überlegenheit demonstrieren sollte. Die Dampfburg, eine brodelnde Masse aus Rohren und Maschinerie, verborgen unter einer kunstvollen Fassade, wird sowohl Edwards Meisterwerk als auch sein zerstörerischstes Werkzeug. Er ist leidenschaftlich bestrebt, die Wissenschaft bis an ihre Grenzen zu treiben, ungeachtet der menschlichen Kosten, was den Bau von Kriegswaffen und die Verwüstung Londons einschließt.

Wichtige Beziehungen prägen seinen Charakterbogen. Seine Beziehung zu seinem Vater Lloyd wird entfremdet und antagonistisch, da sie zwei gegensätzliche Philosophien über den Zweck der Wissenschaft repräsentieren. Gegenüber seinem Sohn Ray dient Edward zunächst als eine Figur der Ehrfurcht und des widersprüchlichen Inspiration. Ray ist anfangs von der großen Vision seines Vaters, die Dampfburg zur Erleuchtung der Menschheit einzusetzen, eingenommen, kämpft jedoch mit der moralischen Dichotomie der zerstörerischen Methoden seines Vaters.

Im Laufe der Erzählung wird Edward als eine Figur dargestellt, die durch ihre Nähe zur wissenschaftlichen Entdeckung verdreht wurde, aber nicht rein böse ist. Es wird gezeigt, dass er einen wohlwollenderen Zweck unter seinen extremen Methoden verbirgt, da sein Entwurf für die Dampfburg Elemente eines Jahrmarkts enthielt, die für Staunen und Unterhaltung gedacht waren. Im Höhepunkt des Films, nachdem Lloyd ihn konfrontiert und auf ihn schießt, wehrt Edwards mechanischer Körper die Kugel ab, und er verschwindet in einer Dampfwolke. Als die instabile Dampfburg droht, über London zu explodieren, taucht Edward wieder aus dem Dampf auf. Nachdem er seine Torheit erkannt hat, hilft er seinem Vater und Sohn, die Maschine über die Themse umzuleiten, damit sie sicher detonieren und die Stadt verschonen kann. Dieser Akt der Erlösung führt dazu, dass er sich mit Lloyd versöhnt, bevor beide der Zerstörung entkommen. Im Nachhinein überlebt Edward und gründet seinen eigenen Unternehmenskonglomerat.

Das bemerkenswerteste und sichtbarste Merkmal von Edward Steam sind seine mechanischen Prothesen, die seinen rechten Arm und Teile seiner Beine ersetzen, eine ständige Erinnerung an den Unfall, der ihn verwandelte. Über seine körperlichen Verbesserungen hinaus liegen seine wahren Fähigkeiten in seinem genialen Intellekt und seiner unerbittlichen, kompromisslosen Vision als Erfinder und Ingenieur. Er ist in der Lage, revolutionäre, aber erschreckende Maschinen zu entwerfen und deren Bau zu überwachen, insbesondere die fliegende Dampfburg und ihre dampfbetriebenen Waffen, was eine Beherrschung der Dampftechnologie zeigt, die weit über den Standard seiner Zeit hinausgeht.