TV-Serie
Beschreibung
Alm-Öhi, auch bekannt als der Alm-Onkel, ist der väterliche Großvater der jungen Protagonistin Heidi. Er lebt ein zurückgezogenes Leben in einer kleinen Berghütte hoch über dem Dorf Dörfli in den Schweizer Alpen, begleitet nur von seinem treuen Bernhardinerhund Josef und seinen Ziegen. Die Dorfbewohner betrachten ihn mit einer Mischung aus Furcht und Misstrauen, angeheizt durch hartnäckige Gerüchte, dass er in seiner Jugend für den Tod eines Mannes verantwortlich gewesen sei. Dieser Ruf, zusammen mit der Trauer, seinen Sohn Tobias (Heidis Vater) überlebt zu haben, hat ihn zu einem verbitterten und isolierten Einsiedler werden lassen.

Zu Beginn hat Alm-Öhi eine schroffe, strenge und zutiefst menschenfeindliche Persönlichkeit. Er empfindet das Eindringen seiner jungen Enkelin als lästig, als ihre Tante Dete die Fünfjährige in seiner Hütte zurücklässt, und er weigert sich entschieden, sie zur Schule zu schicken oder irgendeinen Kontakt mit der Dorfgemeinschaft zu haben. Er ernährt sich durch seine eigenen Fähigkeiten, fertigt hölzerne Gebrauchsgegenstände und Schüsseln an, um sie gegen Vorräte einzutauschen, und kümmert sich um seine Ziegen für Milch und Käse, was ein Leben vollständiger Selbstversorgung verkörpert.

Trotz seiner rauen Schale mildert Heidis fröhliche und liebevolle Art allmählich sein Temperament. Ihre aufrichtige Neugier und Liebe durchbrechen seine Abgeschiedenheit und schmieden eine tiefe und liebevolle Bindung zwischen ihnen. Er wandelt sich von einem widerwilligen Vormund zu einem geduldigen und fürsorglichen Mentor, der Heidi alles über das Leben in den Bergen, die Natur und die Pflege der Tiere beibringt. Diese Beschützerinstinkte werden heftig deutlich, als Dete später versucht, Heidi nach Frankfurt mitzunehmen; er lehnt den Plan vehement ab, wird jedoch letztlich getäuscht und zurückgelassen, zutiefst erschüttert durch ihre Abwesenheit.

Alm-Öhis Rolle in der Geschichte ist zentral für Heidis Wohlbefinden und Glück. Nach Heidis Rückkehr aus Frankfurt, wo sie unter schwerem Heimweh gelitten hatte, durchläuft er eine bedeutende persönliche Wandlung. Als er erkennt, dass sie lesen gelernt hat und eine Ausbildung braucht, trifft er die monumentale Entscheidung, den Berg zu verlassen. Er restauriert ein heruntergekommenes Haus im Dorf Dörfli, damit Heidi im Winter die Schule besuchen kann – ein Schritt, der seine Wiedereingliederung in die Gemeinschaft markiert, die er lange abgelehnt hatte.

Seine Beziehungen zu anderen entwickeln sich ebenfalls. Er entwickelt eine echte Mentor-Beziehung zum Geißenhirten Peter, wechselt von neckischem Spott dazu, ihm Schreinerfähigkeiten beizubringen, was Peter hilft, einen Schlitten zu bauen und ein lokales Rennen zu gewinnen. Als Clara Sesemann die Alpen besucht, spielt Alm-Öhi eine Schlüsselrolle bei ihrer Genesung und zeigt unerwartete Sanftmut und Geduld. Er erfindet physiotherapeutische Übungen, die das Gelände der Berge nutzen, und ermutigt sie zum Gehen, wodurch er das Vertrauen von Claras Großmutter gewinnt, die das Mädchen vollständig seiner Obhut anvertraut.

Alm-Öhi verfügt über bemerkenswerte praktische Fähigkeiten. Er ist hochqualifiziert in Holzarbeit und Zimmerei, was seinen materiellen Bedarf deckt. Sein umfangreiches Wissen über die alpine Umwelt und die Tierhaltung ermöglicht es ihm, selbstversorgend zu leben, und diese Weisheit erweist sich als wesentlich für Claras körperliche Rehabilitation. Am Ende der Geschichte hat er eine Reise von einem gefürchteten, einsamen Außenseiter zu einem respektierten und aktiven Mitglied der Dörfli-Gemeinschaft vollendet, was die erlösende Kraft von Liebe und Verbundenheit demonstriert.