TV-Serie
Beschreibung
Bischof Herford, dessen Name in einigen Quellen auch als Hartford wiedergegeben wird, ist ein sekundärer Antagonist in der Anime-Serie von 1990. Er dient als Bischof von Nottingham und ist ein enger Verbündeter des Hauptschurken der Geschichte, Baron Alwyn. Als hochrangiges Mitglied des Klerus bekleidet er eine Position geistlicher Autorität, doch sein Handeln wird stets von weltlichen Lastern bestimmt, insbesondere von einer tiefen Gier nach Reichtum und dem Interesse an der Wahrung seiner persönlichen Macht und Genüsse.

Herford wird zunächst durch seine selbstsüchtige und hedonistische Natur charakterisiert. Er ist eine rundliche und äußerlich anständige religiöse Figur, deren Verhalten bemerkenswert korrupt ist. Seine Hauptmotivation im Verlauf der Serie ist es, das Vermögen der Familie Lancaster zu erlangen, das er durch die erzwungene Adoption der jungen Adligen Marian Lancaster an sich zu bringen plant. In der japanischen Version der Serie wird dieses Vorhaben expliziter als versuchte Heirat dargestellt, was seinen räuberischen und skrupellosen Charakter unterstreicht. Sein Streben nach Marian ist ein zentraler Handlungsantrieb, da es sie in unmittelbare Gefahr bringt und ihn direkt gegen Robin Hood und die Bande von Geächteten, die sie beschützen, aufbringt.

Innerhalb der Machtstruktur von Nottingham fungiert Herford als der bedeutendste Partner Barons Alwyn bei der Unterdrückung. Während Alwyn brutale, weltliche Autorität und militärische Stärke repräsentiert, verleiht Herford ihren gemeinsamen Machenschaften einen Anstrich religiöser Legitimität. Er beteiligt sich typischerweise nicht an physischen Kämpfen oder direkten Konfrontationen; seine Rolle ist die eines Intriganten, der seinen kirchlichen Einfluss nutzt, um die Ziele der Schurken zu fördern und ihre Aktivitäten vor moralischen oder rechtlichen Konsequenzen zu schützen.

Herfords wichtigste Beziehungen sind weitgehend von seiner Gier und seinem Eigeninteresse geprägt. Er ist ein loyaler Unterstützer Barons Alwyn, arbeitet mit ihm zusammen, um Nottingham zu kontrollieren und nach einem versteckten Schatz im Sherwood Forest zu suchen, von dem er glaubt, dass Marians goldenes Kreuz ihnen helfen kann, ihn zu finden. Seine Beziehung zu Marian ist die eines Raubtiers zu seinem beabsichtigten Opfer, das sie für ihr Erbe ausnutzen will. Er hat keine nennenswerten positiven Beziehungen zu den Protagonisten und betrachtet Robin und seine Bande als lästige Gesetzlose, die seine Pläne durchkreuzen.

Im Gegensatz zu vielen rein bösartigen Charakteren durchläuft Bischof Herford im Laufe der zweiundfünfzig Episoden eine spürbare, wenn auch subtile Entwicklung. Während er zunächst als korrupter und komödiantischer Antagonist auftritt, erweist er sich als weniger rücksichtslos und grausam als Baron Alwyn. Gegen Ende der Serie wird dieser Unterschied deutlicher. Als Alwyn in eine hochriskante politische Verschwörung verwickelt wird, die die Planung eines Mordes einschließt, wird Herfords Gewissen – oder vielleicht sein Selbsterhaltungstrieb – geweckt. Er distanziert sich schließlich von seinem ehemaligen Verbündeten und beschließt, Nottingham zu verlassen, anstatt an den extremsten Gewalt- und Verratsakten teilzunehmen. In einer bedeutenden Wendung, die seine Läuterung festigt, liefert er Robin Hood später entscheidende Informationen über Alwyns Pläne und hilft den Protagonisten direkt. Anders als Alwyn, der in die Schurkenrolle zurückfällt, wird Herfords Wandel zur Seite des Guten als dauerhafte Veränderung dargestellt, was ihn am Ende der Serie zu einem relativ loyalen, wenn auch ungewöhnlichen Verbündeten der Helden macht.

Bischof Herford besitzt keine nennenswerten körperlichen Fähigkeiten, magischen Kräfte oder außergewöhnlichen Kampffertigkeiten. Sein Einfluss und seine Macht beruhen ausschließlich auf seinem geistlichen Amt, seinem Reichtum und seiner politischen Allianz mit Baron Alwyn. Seine Hauptwaffe ist die Manipulation, wobei er seine Position nutzt, um Ereignisse aus dem Hintergrund zu lenken, anstatt direkt zu handeln.