TV-Serie
Beschreibung
Fujiwara-no-Sai ist eine fiktive Figur aus der Heian-Zeit Japans, die als Go-Lehrer des Kaisers diente. Ursprünglich ein Adliger, wahrscheinlich aus dem prestigeträchtigen Fujiwara-Clan, war Sai ein Genie des Spiels. Sein Leben endete tragisch, als er von einem rivalisierenden Lehrer während eines entscheidenden Spiels fälschlich des Betrugs beschuldigt wurde. Die Anschuldigung, ein Schock für sein Ehrgefühl, brachte ihn aus der Konzentration und führte zu seiner Niederlage. Anschließend seiner Position und Fähigkeiten beraubt, ertränkte er sich in Verzweiflung, doch seine intensive, unerfüllte Leidenschaft für Go ließ seinen Geist weiterleben, der sich für Jahrhunderte an ein Go-Brett heftete.

Sais Persönlichkeit ist geprägt von einer tiefen und reinen Liebe zum Spiel Go, die seine gesamte Existenz definiert. Er ist typischerweise sanft, anmutig und wohlerzogen, was die aristokratische Kultur der Heian-Ära widerspiegelt. Nach modernen Maßstäben wirkt Sai oft feminin in Aussehen und Verhalten, was historisch korrekt für einen hochgeborenen Heian-Mann war, bei dem emotionale Ausdrucksfähigkeit als Zeichen von Intelligenz und Sensibilität galt. Er lacht schnell und weint ebenso schnell, manchmal weint er reichlich in übertriebener, komischer Weise, wenn er frustriert oder tief bewegt ist. Trotz dieser emotionalen Natur besitzt er ein starkes Ehr- und Integritätsgefühl und verabscheut jede Form von Betrug oder Mobbing, eine direkte Folge der Lüge, die zu seinem Tod führte.

Sais zentrale Motivation ist seine unerschütterliche Suche nach dem Göttlichen Zug, auch bekannt als die Hand Gottes, einer perfekten Abfolge von Zügen, die den Höhepunkt der Go-Strategie darstellt. Dieses Ziel ist der Anker für die tausendjährige Reise seiner Seele. Seine Rolle in der Erzählung ist hauptsächlich die eines Mentors und spirituellen Führers für den Protagonisten Hikaru Shindo. Als Geist, den nur Hikaru sehen oder hören kann, kann Sai nicht physisch mit der Welt interagieren. Er ist auf einen lebenden Wirt angewiesen, der als seine Hände fungiert und die Steine auf das Brett setzt. Zu Beginn nutzt er Hikaru, um gegen starke Gegner zu spielen, aber seine Rolle entwickelt sich zu der eines Trainers, der Hikarus eigenes verborgenes Talent fördert. Die Figur wird auch in der Geschichte durch seinen Online-Alias „sai“ zu einer legendären Figur, die erstklassige Profispieler herausfordert und besiegt und die Grundfesten der modernen Go-Welt erschüttert.

Seine bedeutendste Beziehung ist die zu Hikaru Shindo, dessen Sturheit und anfängliches Desinteresse an Go in scharfem Kontrast zu Sais leidenschaftlicher Hingabe stehen. Im Laufe der Zeit wird Sai zu einem integralen Bestandteil von Hikarus Leben, der ihn vom völligen Anfänger zum Profispieler führt. Ihre Bindung ist komplex, ähnlich einer familiären, gemischt mit den Frustrationen eines Lehrers und eines willensstarken Schülers. Vor Hikaru hatte Sai einen anderen Wirt, das junge Wunderkind Torajiro, der zum legendären Honinbo Shusaku heranwuchs. Shusaku ließ Sai bereitwillig durch sich spielen und erlangte Ruhm als ungeschlagener Meister, und ihre Partnerschaft war von tiefem Vertrauen und Respekt geprägt. Sai hatte auch eine bedeutende Rivalität mit dem modernen Meijin, Koyo Toya. Nach einem legendären Online-Spiel, das Sai mit einem knappen halben Punkt Vorsprung gewinnt, zeigt Hikaru einen brillanten alternativen Zug auf, der das Spiel zu Toyas Gunsten gewendet hätte. Dieser Moment ist eine tiefgreifende Offenbarung für Sai.

Im Laufe der Geschichte durchläuft Sai eine subtile, aber wesentliche Entwicklung. Seine anfängliche Verzweiflung, Go zu spielen, weicht allmählich einer geduldigeren, lehrenden Rolle, während er Hikaru wachsen sieht. Er erlebt Freude und Stolz über Hikarus Fortschritte, aber auch eine wachsende Melancholie. Der entscheidende Moment nach dem Spiel gegen Koyo Toya lässt ihn erkennen, dass seine tausendjährige Existenz nicht allein dazu diente, den Göttlichen Zug zu finden, sondern eine neue Generation zu führen, die ihn in der Zukunft erreichen könnte. Seine letzte Entwicklung ist seine friedliche, wenn auch herzzerreißende Akzeptanz dieses Schicksals, die zu seinem Verschwinden führt, als er versteht, dass sein Zweck erfüllt ist.

Sais bemerkenswerte Fähigkeiten drehen sich vollständig um Go. Er ist ein Spieler von nahezu göttlichem Können, mit einem tiefen strategischen Verständnis, das er über Hunderte von Jahren des Studiums des Spiels entwickelt hat. Sein Spiel wird als elegant, fließend und kraftvoll beschrieben, fähig, sowohl Amateur- als auch Profispieler mit scheinbarer Leichtigkeit zu überwältigen. Als reiner Geist ist seine wichtigste Fähigkeit die Besessenheit eines menschlichen Wirts, die es ihm ermöglicht, mit der Welt zu interagieren und seine ewige Suche nach dem perfekten Spiel fortzusetzen.