TV-Serie
Beschreibung
Minoru Kokubunji ist ein Nebencharakter in Chobits, der in der Serie als Wunderkind auf dem Gebiet der Personalcomputer, sogenannter Persocoms, bekannt ist. Im Alter von zwölf Jahren ist er bemerkenswert wohlhabend und lebt allein in einem großen Haus, betreut von mehreren Persocoms, die als Dienstmädchen fungieren. Er ist für sein Alter klein, misst 145 Zentimeter, hat dunkles Haar und dunkle Augen und tritt mit einer ruhigen Gelassenheit auf, die seine Jugend verleugnet. Online tritt er unter dem Pseudonym M auf und gilt in spezialisierten Foren als führender Experte für Persocom-Technologie.

Seine äußere Persönlichkeit ist typischerweise zurückhaltend, analytisch und leise, oft nähert er sich computerbezogenen Problemen mit einer Distanziertheit, die man von einem Genie erwartet. Diese kühle Fassade ist jedoch sorgfältig aufrechterhalten. Darunter verbirgt sich ein tief emotionaler Kern, der hauptsächlich durch einen tiefgreifenden persönlichen Verlust geprägt ist. Minoru stammt aus einem zerrütteten Elternhaus, seine Eltern sind geschieden, aber das einschneidendste Ereignis in seinem Leben war der Tod seiner älteren Schwester. Um mit seiner Trauer und Einsamkeit umzugehen, kanalisierte er seine beträchtlichen Talente in die Erschaffung einer maßgeschneiderten Persocom namens Yuzuki. Er gestaltete ihr physisches Erscheinungsbild nach dem Vorbild seiner verstorbenen Schwester und programmierte sie mit selbstlernender Software, in der Hoffnung, dass sie als Ersatz dienen und die Lücke in seinem Leben füllen könnte.

Aufgrund seiner eigenen Erfahrung dient Minoru zunächst als pragmatischer Gegenpart zum Protagonisten Hideki Motosuwa. Als Hideki sich Sorgen über seine wachsenden romantischen Gefühle für die Persocom Chi macht, warnt Minoru ihn davor, sich in eine Maschine zu verlieben, da er glaubt, dass eine solche Beziehung nur zu Herzschmerz führen kann. Er betrachtet Persocoms als hochentwickelte Werkzeuge, und seine Beziehung zu seinen eigenen Kreationen soll professionell sein. Diese Philosophie wird durch sein eigenes Verhalten in Frage gestellt, da er Yuzuki extrem beschützt und zu emotionalen Ausbrüchen neigt, wann immer sie in Schwierigkeiten oder Not ist – ein Spiegelbild genau der Bindung, vor der er andere warnt.

Seine Hauptmotivation im Laufe der Geschichte ist zweigeteilt. Anfangs wird er von dem Wunsch getrieben, Yuzuki als perfektes Abbild seiner Schwester zu vervollkommnen, aber er ist auch intensiv neugierig auf Chi. Als Shinbo und Hideki ihn aufsuchen, weil ihre eigenen Persocoms Chi nicht analysieren können, ist Minoru von ihrer einzigartigen Architektur fasziniert. Er trägt wesentlich zur Handlung bei, indem er die Hypothese aufstellt, dass Chi ein Chobits sein könnte, eine legendäre Art von Persocom, die angeblich wahren freien Willen und echte Emotionen besitzt. Seine Forschung nach Chis Ursprüngen zwingt ihn unbeabsichtigt dazu, sich seinen eigenen ungelösten Gefühlen bezüglich seiner Schwester zu stellen. Während er Chi studiert und Hidekis rein liebevolle Beziehung zu ihr beobachtet, beginnt er die Sinnlosigkeit und Ungerechtigkeit zu erkennen, Yuzuki zu einer exakten Kopie eines Menschen machen zu wollen.

Wichtige Beziehungen prägen seinen Charakterbogen. Seine Freundschaft mit Hideki ist zentral, da sie sich durch ihre gemeinsame, unkonventionelle Liebe zu ihren Persocoms verbinden. Noch wichtiger ist seine Beziehung zu Yuzuki. Im Laufe der Zeit lernt er zu verstehen, dass sie, obwohl sie nach dem Vorbild seiner Schwester gebaut wurde, durch ihre Lernfähigkeit zu einer eigenen, einzigartigen Entität geworden ist. Schließlich erkennt er an, dass niemand seine Schwester ersetzen kann, und akzeptiert Yuzuki für das, was sie ist – nicht als Ersatz, sondern als jemanden, den er zutiefst um ihrer selbst willen schätzt. Diese Erkenntnis markiert seine hauptsächliche Entwicklung, von einem Jungen, der in der Vergangenheit gefangen ist, zu einem, der in der Gegenwart neue, echte Bindungen eingehen kann. In Bezug auf bemerkenswerte Fähigkeiten besitzt Minoru geniale Intelligenz in Computertechnik und Programmierung, die es ihm ermöglicht, fortschrittliche Persocoms von Grund auf zu bauen und anzupassen – eine Leistung, die in seiner Welt weit über dem Durchschnitt liegt.