TV-Serie
Beschreibung
Callis al Britannia ist der 100. Kaiser des Neo-Britannischen Reiches, ein kleiner Junge, der in Code Geass: Rozé of the Recapture als tragische Galionsfigur dient. Ursprünglich bekleidete er die Position des 108. Prinzen der königlichen Familie von Heilig-Britannien, was ihn ganz unten in der Thronfolge einreihte. Sein Aufstieg auf den Thron war nicht das Ergebnis politischer Macht oder Geburtsrecht, sondern ein kalkulierter Schachzug der wahren Macht hinter dem Reich, Noland von Lüneberg, der Callis als Marionettenherrscher für das neu gegründete Neo-Britannische Regime auswählte.

Was das Aussehen betrifft, ist Callis ein kleiner, junger Junge mit sehr blassem, blondem Haar und auffallend violetten Augen. Seine jugendlichen Züge verleihen ihm ein sanftes und zerbrechliches Aussehen, das einen starken Kontrast zu der erdrückenden Last der Kaiserkrone bildet, die er zu tragen gezwungen ist. Man sieht ihn typischerweise in einem übergroßen weißen Umhang mit blauen Verzierungen und der formellen Amtstracht, einschließlich einer beeindruckenden Krone, die seine Jugend und Unerfahrenheit betont.

Callis besitzt eine Persönlichkeit, die bemerkenswert sanft und schüchtern ist und sich deutlich von der harten und autoritären Art unterscheidet, die man normalerweise mit der britannischen Königsfamilie verbindet. Er ist gutherzig und zeigt nicht die rassistische Ideologie, die unter seinen Altersgenossen üblich ist; er bezeichnet die japanischen Menschen unter seiner Herrschaft nie mit dem abwertenden Begriff „Elfer“, sondern nennt sie bei ihrem richtigen Namen. Obwohl er den Titel eines Kaisers trägt, ist er sich seiner Position als machtlose Galionsfigur sehr bewusst und hegt eine tiefe, überwältigende Angst vor Noland von Lüneberg, dem Mann, der ihn eingesetzt hat und der die wahre Autorität besitzt. Obwohl er aufgrund eines überlebten Attentats in der Vergangenheit Angst vor den japanischen Menschen hat, hasst er sie nicht, und sein größter Schrecken kommt von seinem eigenen Berater. Sein Charakter ist geprägt von dieser Schüchternheit und einer naiven, kindlichen Natur, die die Last von Verantwortungen spürt, die weit über seine Jahre hinausgehen.

Die Motivationen von Callis sind nicht in Eroberung oder Macht verwurzelt, sondern schlicht im Überleben und dem Wunsch nach persönlicher Sicherheit und Zuneigung. Er strebt nicht danach, das Reich zu erweitern oder politische Maßnahmen zu erlassen; seine Hauptanliegen sind der Umgang mit seiner eigenen Angst und die Aufrechterhaltung der wenigen engen Bindungen, die er hat. Er wird von dem Bedürfnis motiviert, Noland zu gefallen, um Bestrafung zu vermeiden, und er sehnt sich nach dem Trost und der Sicherheit, die ihm seine Betreuerin Natalia Luxembourg bietet.

Seine Rolle in der Geschichte ist in erster Linie die eines symbolischen Marionettenherrschers. Er ist das öffentliche Gesicht der neo-britannischen Besetzung des Hokkaido-Blocks, der den Vereinigten Staaten von Japan entrissen wurde. Er hat jedoch keine wirkliche Entscheidungsgewalt. Seine gesamte Existenz als Kaiser ist eine Fassade für Noland und die Ritter von Einberg, um die Region und ihre Menschen zu kontrollieren. Tragischerweise ist seine Rolle nur von kurzer Dauer, da er ein Platzhalter ist, der beseitigt werden soll, sobald eine strategisch nützlichere Figur wie Sakuya Sumeragi für Manipulationen verfügbar wird.

Was die wichtigsten Beziehungen betrifft, ist seine Bindung zu Natalia Luxembourg die bedeutendste und liebevollste in seinem Leben. Sie rettete ihn vor einem Attentat japanischer Nationalisten, und er begann, sie als mütterliche Figur zu sehen und sich sehr an sie zu binden. Sie führen ruhige Gespräche, und er äußerte einmal den Wunsch, ein Café im Palast zu haben, nachdem er ihr zugehört hatte, wie sie über den Besuch eines solchen sprach. Im krassen Gegensatz dazu ist seine Beziehung zu Noland von Lüneberg von absoluter Kontrolle und tiefem Schrecken geprägt. Noland zog Callis zum Kaiser heran, aber diese Erziehung war eine Form der Manipulation. Callis fürchtet Noland mehr als jeden anderen, einschließlich der Attentäter, die ihn einst zu töten versuchten – ein Instinkt, der sich tragischerweise als berechtigt erweist.

Die Entwicklung von Callis wird tragisch abgebrochen. Sein Handlungsbogen beinhaltet kein Wachstum oder einen Kampf um Handlungsfähigkeit, sondern einen Abstieg in fatale Verletzlichkeit. Er beginnt als verängstigter, verborgener Prinz, der plötzlich auf einen Thron gestoßen wird. Er existiert in einem Zustand ängstlicher Stagnation, kontrolliert und ängstlich, wobei seine einzigen Momente des Friedens aus seinen Interaktionen mit Natalia kommen. Seine Geschichte endet abrupt mit seiner Ermordung. In der dritten Episode bricht er plötzlich zusammen und stirbt, nachdem er Blut gehustet hat, Opfer eines Giftes, das von einer moskitogroßen Roboter-Drohne verabreicht wurde. Es wird stark angedeutet, dass Norland selbst das Attentat inszenierte, um Platz für eine neue Marionettenkaiserin zu schaffen, Sakuya Sumeragi, deren Identität als Tochter des früheren Herrschers genutzt werden könnte, um den Widerstand zu kontrollieren. Sein Tod im Alter von zehn Jahren stellt den ultimativen Ausdruck seiner Machtlosigkeit dar, da er in dem Moment weggeworfen wird, in dem er seinen Nutzen überlebt hat.

Was bemerkenswerte Fähigkeiten betrifft, so besitzt Callis keine besonderen Kampffähigkeiten, kein strategisches Genie und keine Geass-Kräfte. Er steuert keinen Knightmare Frame und hat keine Autorität über das Militär. Seine einzige Fähigkeit, wenn man sie so nennen kann, ist sein symbolischer Wert als Galionsfigur. Seine Sanftmut und das Fehlen von Diskriminierung sind Charakterzüge und keine aktiven Fähigkeiten. Sein erzählerischer Zweck wird nicht dadurch definiert, was er tun kann, sondern dadurch, was ihm angetan wird, was die grausame und manipulative Natur der neo-britannischen politischen Struktur hervorhebt.