TV-Serie
Beschreibung
Grace Auvergne ist die zentrale Figur dieser Geschichte, eine fünfzehnjährige Adlige und Tochter des mächtigen Herzogs von Auvergne, dessen Einfluss nur noch vom Königshaus übertroffen wird. Nach außen hin ist sie die perfekte junge Aristokratin, stets mit einem ornamentalen Fächer in der Hand, der ihren hohen Status symbolisiert, und oft mit einer charakteristischen Frisur aus blonden, königlichen Locken.

Vor einem entscheidenden Reitunfall war die ursprüngliche Grace Auvergne als stolze, egoistische und strenge Perfektionistin bekannt. Sie hegte starke Vorurteile gegenüber Bürgern und war eine klassische Antagonistin, die dazu bestimmt war, die Rolle der Schurkin zu spielen, die die Protagonistin des Spiels, Anna Doll, quält. Doch das Trauma ihres Sturzes weckt die Erinnerungen an ihr früheres Leben als Kenzaburo Tondabayashi, einen zweiundfünfzigjährigen japanischen Beamten und hingebungsvollen Vater. Obwohl es Kenzaburos Bewusstsein ist, das nun ihre Handlungen leitet, handelt es sich nicht um eine einfache Auslöschung; Fragmente ihres ursprünglichen Selbst bleiben in einem geistigen Raum zurück, haben ihr Herz weitgehend verschlossen und ihren Körper dieser neuen Präsenz anvertraut.

Die treibende Kraft hinter Graces Handlungen ist der Konflikt zwischen ihrer bestimmten Rolle als Schurkin und den sanften, väterlichen Instinkten des mittelalterlichen Bürokraten, der nun ihren Körper bewohnt. Kenzaburo weiß, dass er arrogant und grausam sein sollte, aber seine jahrzehntelange Lebenserfahrung und seine Natur als fürsorglicher Vater machen dies unmöglich. Infolgedessen wirken seine Versuche, die „Schurken“-Quote zu erfüllen, wie wohlmeinende Ermahnungen oder väterliche Belehrungen, etwa wenn er Anna dafür tadelt, dass sie im Unterricht abgelenkt ist. Anstatt eine Rivalin zu schaffen, fördern seine Handlungen Bewunderung und Respekt. Er betrachtet die jungen Figuren um ihn herum durch eine elterliche Linse, bietet Unterstützung und Ratschläge, was die ursprüngliche Geschichte völlig entgleisen lässt und seine Popularität steigert, anstatt sie zu schmälern.

Ein entscheidender Faktor, der diese drastische Persönlichkeitsänderung in der magischen Akademie akzeptabel macht, ist eine unfreiwillige Fähigkeit namens Eleganter Cheat oder Eleganz-Boost. Diese Fertigkeit wandelt automatisch alle Worte und Handlungen Kenzaburos in das perfekt elegante und höfliche Verhalten um, das von einer Herzogstochter erwartet wird. Wenn er versehentlich etwas Seltsames sagt oder versucht, unhöflich zu sein, verwandelt der Cheat es in etwas Vornehmes, sodass andere seine neue Einstellung nicht als Besessenheit, sondern als Zeichen ihrer Reifung und zunehmenden Sanftmut interpretieren. Diese Kraft hat jedoch bemerkenswerte Einschränkungen; sie kann weder Otaku-Jargon noch erwachsene Witze übersetzen, die manchmal herausrutschen, noch kann sie sie absichtlich grob sprechen lassen, wenn die Situation es erfordert.

Was die Fähigkeiten betrifft, ist Grace eine begabte Magieanwenderin. In dieser Welt werden Zauber aktiviert, indem man Befehle mit einem Zauberstab in einen magischen Kreis eingibt. Mit dem Wissen aus ihrem früheren Leben schreibt Grace die Befehle mit Kanji-Zeichen, was die Wirkung der Zauber drastisch verstärkt und ihre Aktivierungszeit im Vergleich zu Standardmethoden verkürzt. Um das Tragen ihrer Werkzeuge bequemer zu machen, lässt sie ihren Handfächer so modifizieren, dass er als ihr Zauberstab fungiert. Darüber hinaus hat Grace einen Vertrag mit einem magischen Wesen namens Orion geschlossen, einem uralten Drachen, der sowohl Feuer- als auch Wassermagie beherrscht.

Ihre wichtigsten Beziehungen werden alle durch ihre neue, väterliche Persönlichkeit geprägt. Die bedeutendste ist die zu Anna Doll, der Heldin des Spiels. Anstatt einer erbitterten Rivalin wird Grace zu einer warmherzigen, beschützenden und älteren-schwesterlichen Mentorin für Anna, die sie zutiefst bewundert und sich auf sie verlässt. Diese Veränderung ist so tiefgreifend, dass sie die zentrale Dynamik der Geschichte verändert. Zu Hause erneuert sie die Verbindung zu ihrem Vater, Herzog Leopold Auvergne. Kenzaburo, der mit Leopolds elterlichen Kämpfen mitfühlt, hilft, die Kluft zwischen Vater und Tochter zu überbrücken, und ermutigt sie, durch gemeinsame geheime Freizeitbeschäftigungen eine Bindung aufzubauen.

Im Laufe der Geschichte durchläuft Grace Auvergne eine einzigartige Form der Entwicklung. Ihr ursprüngliches Selbst war nicht immer eine Schurkin; sie war ein süßes, neugieriges Kind, das gerne Handwerkern bei der Arbeit zusah, wurde aber durch die anspruchsvolle Erziehung einer Adligen zu einer starren Perfektionistin geformt. Mit Kenzaburos Bewusstsein an vorderster Front gewinnt sie diese verlorene Freundlichkeit und Neugier zurück und vermischt sie mit einer reifen, besonnenen Weisheit. Im Verlauf der Erzählung verschwimmt die Grenze zwischen den beiden Identitäten. Ihre kombinierten Lebenserfahrungen sowohl eines japanischen Angestellten als auch einer französisch anmutenden Adligen ermöglichen es ihr, soziale Situationen mit einer Flexibilität zu navigieren, die niemand erwartet, und schreibt letztendlich ihr eigenes Schicksal als tragische Antagonistin in eine unersetzliche Anführerin und Freundin um.
Besetzung