TV-Serie
Beschreibung
Justus ist ein Erzadliger aus dem Herzogtum Ehrenfest, der als Diener und Gelehrter für Ferdinand, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Herzogtums, tätig ist. Er ist zudem der Sohn von Rihyarda, einer hochrangigen Dienerin im Dienst der Erzherzogsfamilie. Seine Position sowohl als Diener als auch als Gelehrter ist etwas ungewöhnlich, spiegelt jedoch seine einzigartigen Fähigkeiten und das Vertrauen wider, das Ferdinand in ihn setzt.

Justus wird vor allem durch eine unstillbare und alles verzehrende Neugier definiert. Sein Haupthobby ist das Sammeln von Informationen, Gerüchten, seltenen magischen Materialien und jeglichem neuen oder ungewöhnlichen Wissen, das er erlangen kann. Diese Leidenschaft treibt fast alles an, was er tut. Es interessiert ihn nicht besonders, die gesammelten Informationen zu analysieren oder zu nutzen; der Akt des Sammelns selbst ist seine Belohnung. Dieser fokussierte Eifer kann manchmal seinen Selbsterhaltungstrieb außer Kraft setzen und ihn in potenziell gefährliche Situationen führen, nur um seine Neugier zu befriedigen. Trotz dieser exzentrischen und freiheitsliebenden Art ist er unglaublich kompetent und bewahrt eine freundliche, lockere und überraschend direkte Persönlichkeit. Es ist bekannt, dass er sogar seinen Herrn Ferdinand neckt und sich nicht leicht von Status einschüchtern lässt. Trotz all seiner liebenswürdigen Eigenschaften besitzt er jedoch ein starkes Pflichtbewusstsein und empfindet tiefe Verachtung für diejenigen, die ihren Pflichten nicht nachkommen.

In der Geschichte von Teil 3 spielt Justus eine entscheidende Rolle als einer von Ferdinands vertrautesten Agenten. Als Rozemyne, die Protagonistin, in der Adelsgesellschaft aktiver wird, beauftragt Ferdinand Justus, sie zu begleiten und zu beobachten, oft in der offiziellen Funktion eines Steuerbeamten. Seine scharfen Augen und sein Talent, Informationen zu sammeln, machen ihn bei Expeditionen unverzichtbar, wie etwa der gefährlichen Reise zum Erntefest, um Ruelle-Früchte für Rozenmyne's Jureve zu sammeln. Während dieser Missionen gibt er Rozemyne wichtige Ratschläge, beschützt sie vor angreifenden Feenwesen und nutzt sein umfangreiches Wissen, um ihr zu helfen, etwa als er sie während einer angespannten magischen Konfrontation wach hielt, indem er ihr faszinierende Geschichten über die Bibliothek der Königlichen Akademie erzählte. Seine pragmatischen und manchmal rücksichtslosen Ratschläge, wie das Loben der Effizienz, Bürgerliche zu besteuern anstatt sie hinzurichten, offenbaren eine berechnendere Seite seiner Persönlichkeit.

Justus' bedeutendste Beziehung ist die zu seinem Herrn Ferdinand. Seine Loyalität gegenüber Ferdinand ist absolut und tief. Er bewundert Ferdinands Fähigkeit, seine verstreuten, rohen Informationen zu nehmen und damit politische Gegner auszumanövrieren – eine Fähigkeit, die Justus letztendlich dazu brachte, sich dafür zu entscheiden, ihm direkt zu dienen, gegen den Willen seiner eigenen Mutter. Diese Loyalität ist so tief, dass er bereit war, eine „namenlose Widmung“ durchzuführen, im Wesentlichen einen magischen Treueschwur, und sich sogar von seiner Frau scheiden ließ, um bei Ferdinand zu bleiben, als er gezwungen war, zwischen seiner Familie und seinem Herrn zu wählen. Seine Beziehung zu Rozemyne ist pragmatischer und beobachtender, obwohl er ihre bizarren und beispiellosen Handlungen unendlich faszinierend findet und beklagt, dass es um sie herum nie einen langweiligen Moment gibt. Er arbeitet oft mit Eckhart, Ferdinands Leibritter, zusammen, und die beiden bilden ein vertrautes Paar in Ferdinands Diensten.

Im Laufe der Serie besteht Justus' Entwicklung weniger aus einer Veränderung seiner Persönlichkeit, sondern vielmehr aus einer Vertiefung seiner bereits etablierten Eigenschaften und Loyalität. Seine anfängliche Rolle als Hintergrund-Informationssammler wächst zu einer aktiveren, da er zunehmend in die chaotischen Ereignisse um Rozemyne verwickelt wird. Seine Motivationen bleiben konstant: Ferdinand zu dienen, seine grenzenlose Neugier zu befriedigen und alle interessanten Informationen zu sammeln, die er finden kann. Er ist mehr als bereit, für diese Ziele extreme Wege zu gehen, indem er Verkleidungen von Bürgern bis hin zu Frauen annimmt, um in Orte einzudringen, an denen Geheimnisse zu finden sein könnten.

Justus besitzt eine bemerkenswerte Reihe von Fähigkeiten, die ihn zu einem außergewöhnlichen Gefolgsmann machen. Als Informationsspezialist sind seine Fähigkeiten unübertroffen. Er ist ein Meister der Verkleidung und Nachahmung, in der Lage, seine Sprache, Bewegungen und sein Auftreten so zu verändern, dass er perfekt als Bürgerlicher oder sogar als vornehme Dame mittleren Alters durchgeht. Er ist auch ein erfahrener Lippenleser. Trotz seiner Hauptrollen als Diener und Gelehrter ist er im Kampf kompetent, stark genug, um Ferdinand auf gefährlichen Jagdausflügen nach Zutaten zu begleiten und sogar einen angehenden Erzadelsritter zu überwältigen. Seine Kompetenz erstreckt sich auch auf überraschend alltägliche Fähigkeiten; um seine Crossdressing-Verkleidungen zu ermöglichen, brachte er sich selbst bei, ein erfahrener Schneider zu sein, der in der Lage ist, komplexe Outfits mit versteckten Merkmalen zu entwerfen und zu nähen. Als Adliger kann er auch ein Hochtier manifestieren, ein magisches Konstrukt für den Transport, das die Form eines Bahelms annimmt, eines gehörnten, kuhähnlichen Feenwesens. Er ist auch ein fähiger Magieanwender, der in der Lage ist, Ordonnanzen (Boten-Geister) zu erschaffen und mächtigere Adlige im magischen Kampf zu unterstützen.