Film
Beschreibung
Motomu Tsukinaga ist ein Erstklässler an der Kitauji-Oberschule, eine Klasse unter Kumiko Oumae. Er tritt in Kumikos zweitem Jahr dem Blasorchester bei und spielt Kontrabass in der Basssektion. Sein Aussehen ist auffallend androgyn, mit zarten Gesichtszügen, die andere oft dazu verleiten, ihn für ein Mädchen zu halten – ein Merkmal, das er nicht mag, da er als maskuliner wahrgenommen werden möchte. Er hat eine ruhige, distanzierte Art und zeigt schnell Gereiztheit, besonders wenn er mit seinem Nachnamen Tsukinaga angesprochen wird oder andere seine Erscheinung kommentieren. Trotz dieser stacheligen Fassade sind seine Verhaltensweisen in tiefsitzenden Unsicherheiten und vergangenen Erfahrungen verwurzelt.

Motomu stammt aus einer musikalischen Familie. Seine Eltern sind beide Musiklehrer, und sein Großvater, Genichiro Tsukinaga, ist ein hoch angesehener Bandlehrer, der mehrere Schulen zu nationalen Erfolgen geführt hat. Seine ältere Schwester Mitsuru spielte Kontrabass in der Band ihrer Schule und starb drei Jahre vor den Ereignissen der Geschichte an einer Krankheit. Motomu begann nach ihrem Tod Kontrabass zu spielen, teilweise um die Verbindung zu ihrer Erinnerung aufrechtzuerhalten. Er besuchte die Ryusei Gakuen, eine private Jungenschule, während der Mittelstufe, entschied sich jedoch gegen den Besuch der zugehörigen Oberstufe, weil er das Gefühl hatte, dass die Leute in ihm nur den Enkel seines Großvaters sahen, nicht ihn als Individuum. Er wechselte speziell nach Kitauji, weil er glaubte, dass der Bandberater Noboru Taki ihn als eigenständige Person behandeln würde, nicht als Erweiterung des Rufs seines Großvaters. Dieser Wunsch, sich von der Definition durch seinen Familiennamen zu befreien, ist eine zentrale Motivation für ihn.

Anfangs zeigt Motomu wenig Begeisterung für Bandaktivitäten und stellt unverblümt fest, dass jeder Kontrabass spielen könne. Nachdem er jedoch eine leidenschaftliche Darbietung seiner älteren Mitschülerin in der Basssektion, Sapphire Kawashima, hört, ändert sich seine Einstellung dramatisch. Er entschuldigt sich für seine frühere Bemerkung und bittet darum, ihr Schüler werden zu dürfen. Von da an widmet er sich Sapphire, respektiert nicht nur ihr Können, sondern auch ihre Persönlichkeit, und übt oft fleißig unter ihrer Anleitung. Sapphire erinnert ihn an seine verstorbene Schwester, und er schätzt sie außerordentlich hoch, obwohl seine Gefühle eher Bewunderung und Dankbarkeit als Romantik sind. Er ist ihr gegenüber äußerst loyal und bezeichnet sich selbst als ihren Schüler.

Seine Beziehung zu dem ebenfalls erstklässlerischen Kanade Hisaishi ist angespannt, weil Kanade ihn absichtlich mit seinem Nachnamen anspricht, den er hasst. Ihre Interaktionen sind von gegenseitiger Gereiztheit geprägt, aber dieser Konflikt treibt Motomu auch dazu, sich mehr zu behaupten. Mit den anderen Mitgliedern der Basssektion wie Hazuki Katou und Satsuki Suzuki versteht er sich besser, obwohl er eine gewisse Distanz wahrt. Kumiko Oumae, als ältere Schülerin, die die Erstklässler betreut, beobachtet sein Wachstum und vermittelt gelegentlich bei seinen Konflikten mit anderen.

Motomus Entwicklung in der Geschichte dreht sich darum, seine defensive Haltung zu überwinden und zu lernen, anderen zu vertrauen. Durch seine Bindung zu Sapphire und seine Erfahrungen in der Band wird er allmählich offener und engagierter in der Musik. Zum Zeitpunkt des letzten Films ist er zu einem engagierten Kontrabassisten gereift, der seine Rolle ernst nimmt und ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu Kitauji entwickelt hat. Er hat sich auch mit dem Tod seiner Schwester abgefunden und nutzt ihre Erinnerung nun als Inspiration statt als Schmerzquelle.

Was bemerkenswerte Fähigkeiten betrifft, ist Motomu ein technisch versierter Kontrabassist, auch wenn er sein eigenes Talent anfangs herunterspielt. Unter Sapphires Mentorschaft arbeitet er hart daran, sich zu verbessern, und wird ein zuverlässiges Mitglied der Rhythmussektion der Band. Seine Sensibilität für Ton und Tonhöhe macht ihn zu einem soliden Spieler in Ensembleauftritten. Er zeigt auch eine überraschende Fähigkeit zur Selbstreflexion und Ehrlichkeit, wenn er herausgefordert wird, was ihm erlaubt, über seine anfängliche Gereiztheit hinauszuwachsen.