TV-Serie
Beschreibung
Ozu ist ein Student an der Universität Kyoto und ein Kommilitone des namenlosen Protagonisten, eingeschrieben in der Abteilung für Elektro- und Elektroniktechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Er ist ein junger Mann von etwa zwanzig Jahren mit blasser, etwas jenseitiger Erscheinung, die oft mit einem Mochi-Reiskuchen verglichen wird, und seine ausdrucksstarken, schelmischen Gesichtszüge verleihen ihm ein deutlich koboldhaftes Aussehen. Man sieht ihn häufig am Neko-Ramen-Imbissstand, und sein Privatleben bleibt weitgehend geheimnisvoll; der Protagonist erhascht nur selten einen Blick darauf, was er außerhalb ihrer gemeinsamen Zeit tut. Ozu beschreibt sich selbst als jemanden, der durch einen schwarzen Faden des Schicksals an den Protagonisten gebunden ist – eine Formulierung, die die seltsame, unentrinnbare Nähe zwischen ihnen einfängt.

Was seine Persönlichkeit betrifft, ist Ozu gerissen, schlagfertig, spontan und zutiefst sarkastisch. Er hat sichtlich Freude daran, Chaos zu stiften, sich in die Liebesangelegenheiten anderer Leute einzumischen und den Protagonisten in ausgeklügelte, moralisch zwielichtige Machenschaften zu verwickeln. Sein schwarzer Humor und seine rätselhafte Art machen ihn schwer durchschaubar, und oft scheint er mehr zu wissen, als er preisgibt. Unter seiner unbekümmerten und etwas nihilistischen Haltung verbirgt sich eine feste Überzeugung, das Leben in vollen Zügen nach seinen eigenen Vorstellungen zu erfahren, selbst wenn das bedeutet, gesellschaftliche Konventionen zu missachten oder Unheil heraufzubeschwören. Er ist manipulativ und boshaft provokativ, doch seine Handlungen sind nicht rein zerstörerisch; sie erweisen sich wiederholt als von seiner eigenen eigentümlichen Form von Loyalität geleitet.

Ozus Motivationen drehen sich darum, das Leben in vollen Zügen zu genießen und den Protagonisten mit sich zu ziehen. Er lehnt die Vorstellung eines sicheren, idealisierten Daseins ab und drängt stattdessen andere zu ehrlichen, ungeschliffenen Erfahrungen, selbst wenn die Ergebnisse demütigend oder absurd sind. Seine Machenschaften sind oft die direkte Ursache für das Unglück des Protagonisten, aber sie dienen auch dazu, den Protagonisten aus Passivität und Selbsttäuschung aufzurütteln. Auf diese Weise wirkt Ozu sowohl als Katalysator für Ärger als auch als seltsame Quelle der Perspektive, indem er die Annahmen des Protagonisten darüber, wie eine bedeutungsvolle Jugend aussehen sollte, infrage stellt.

Innerhalb der Geschichte tritt Ozu in jeder Version der Ereignisse als ständige Präsenz auf. Er fungiert als engster Freund, Rivale und Partner in allen Schandtaten des Protagonisten, und praktisch gesehen ist er die Kraft, die wiederholt jeden Versuch eines friedlichen oder konventionellen Campuslebens zunichtemacht. Seine Rolle ist die eines Gegenparts: Während der Protagonist endlos seine Entscheidungen analysiert und von einer perfekten Existenz träumt, handelt Ozu einfach – oft impulsiv und ohne Rücksicht auf Konsequenzen. Ihre Freundschaft ist geprägt von gegenseitiger Gereiztheit und einem seltsamen, unausgesprochenen Vertrauen, und durch diese Bindung wird der Protagonist schließlich dazu geführt zu erkennen, dass Glück nicht in makellosen Umständen zu finden ist, sondern darin, die unvollkommene, chaotische Gegenwart anzunehmen.

Ozus prägendste Beziehung ist die zum Protagonisten, den er als Komplizen behandelt und trotz seiner Neckereien und Sabotagen aufrichtig respektiert. Er ist außerdem ein ergebener Schüler des älteren Higuchi, den er mit Ehrfurcht anspricht und als eine Art Meister betrachtet. Gegenüber Akashi ist er offen misstrauisch und sieht sie als potenzielle Bedrohung seines Einflusses auf den Protagonisten, obwohl seine Haltung ihr gegenüber nie wirklich bösartig wird. Bemerkenswerterweise ist Akashi eine der wenigen Personen, die in der Lage sind, sich Ozu entgegenzustellen und seine Machenschaften zu durchkreuzen, und ihre Zusammenstöße sind eine wiederkehrende Quelle von Spannungen.

Obwohl Ozu für den Großteil der Serie eine chaotische Kraft bleibt, gewinnt seine Figur im Verlauf der Geschichte erheblich an Tiefe. Im letzten Abschnitt wird deutlich, dass seine störenden Handlungen oft von einer echten, wenn auch unkonventionellen Loyalität angetrieben wurden, und eine verletzliche Seite kommt zum Vorschein, wenn seine eigenen romantischen Bestrebungen und persönlichen Kämpfe ans Licht gebracht werden. Er entwickelt sich von einem bloßen Unruhestifter zu einer Figur, deren Eskapaden emotionales Gewicht tragen und bleibende Unsicherheiten unter seiner selbstbewussten Fassade offenbaren.

Ozu besitzt keine übernatürlichen Kräfte oder Kampffähigkeiten. Seine bemerkenswertesten Fähigkeiten liegen in seinen scharfen sozialen Instinkten: Er ist geschickt darin, Situationen zu lesen und zu manipulieren, aufwendige Streiche und zweifelhafte Unternehmungen zu inszenieren und andere zu überreden, ihm in fragwürdige Vorhaben zu folgen. Er hat auch ein Talent für philosophische Provokation, indem er mit Neckereien und ironischen Bemerkungen seine Freunde zu unangenehmer, aber wertvoller Selbstreflexion drängt, was ihn letztlich weit mehr macht als den bloßen Anstifter, der er zunächst zu sein scheint.
Besetzung