TV-Serie
Beschreibung
Josef Kō Hiraga ist eine zentrale Figur der Geschichte, ein junger japanischer katholischer Priester im Alter von 24 Jahren, der als Wunderprüfer für den Vatikan arbeitet. Sein Hintergrund ist geprägt von außergewöhnlichen akademischen Leistungen und persönlichen Tragödien. Geboren in Amerika als Sohn einer japanisch-amerikanischen Primatologin namens Ada und eines japanischen Musikervaters, zog er in seiner Kindheit mit seinem jüngeren Bruder Ryouta nach Deutschland. Als Wunderkind übersprang Hiraga drei Klassen, schloss die Highschool mit fünfzehn ab und promovierte mit siebzehn an der Universität Berlin. Obwohl er die Aufmerksamkeit zahlreicher wissenschaftlicher Organisationen auf sich zog, entschied er sich stattdessen für den Vatikan. Während seiner Studienzeit starb seine Mutter an Krebs, bevor er sich verabschieden konnte, und kurz darauf wurde bei seinem jüngeren Bruder Ryouta ein terminales Osteosarkom diagnostiziert, eine Tatsache, die seine Arbeit stark motiviert, um Geld für die Behandlungen seines Bruders zu verdienen.

In Bezug auf seine Persönlichkeit ist Hiraga durch eine einzigartige Mischung aus tiefem Glauben und wissenschaftlicher Rationalität geprägt. Er wird als gutherzig und warm beschrieben, mit einem unerschütterlichen Vertrauen in die Güte anderer, das manchmal an gefährliche Naivität grenzen kann. Er besitzt einen starken und aufgeschlossenen katholischen Glauben, doch als Wissenschaftler ist er rational und sucht empirische Beweise. Diese Dualität definiert seine berufliche Mission, da er darauf abzielt, Wunder zu finden, die von der Wissenschaft nicht erklärt werden können. Er ist direkt und unverblümt in der Kommunikation, verpasst oft Witze oder Sarkasmus und kann unglaublich stur sein. Wenn er sich auf Experimente oder Projekte konzentriert, taucht er völlig ein und vernachlässigt häufig grundlegende Bedürfnisse wie Essen und Schlafen, was zu chronischen Augenringen unter seinen Augen und einem dünnen, zierlichen Körperbau führt. Er legt wenig Wert auf sein Aussehen, trägt typischerweise seine Soutane und weiße Handschuhe und hat kein Problem damit, im Pyjama auszugehen. Er arbeitet lieber allein, da seine Ermittlungsmethoden als unkonventionell gelten, wie zum Beispiel das Probieren unbekannter Substanzen während einer Untersuchung.

Hiragas Hauptmotivation ist zweigeteilt: seinen Glauben an Gott mit seinem wissenschaftlichen Wissen in Einklang zu bringen und seinen jüngeren Bruder zu retten. Seine Arbeit für den Vatikan ist nicht nur eine Berufung, sondern auch eine finanzielle Notwendigkeit, da seine Rolle hilft, die erheblichen medizinischen Kosten für Ryoutas experimentelle Behandlungen zu decken. Er sucht wissenschaftliche Bestätigung für göttliche Wunder als eine Möglichkeit, seinen Glauben zu bekräftigen, und persönlich hofft er auf ein übernatürliches Eingreifen, das seinen Bruder heilen könnte. Dieses persönliche Engagement treibt ihn an seine Grenzen, führt zu Albträumen und psychischer Belastung, aber er lehnt im Allgemeinen unethische Abkürzungen ab, wie ein Angebot einer Geheimgesellschaft, seinen Bruder im Austausch für seine Loyalität zu retten.

In der Geschichte erfüllt Hiraga die Rolle des wissenschaftlichen Ermittlers für den „Sitz der Heiligen“, eine Abteilung des Vatikans, die sich der Überprüfung angeblicher Wunder aus der ganzen Welt widmet. Er ist mit Roberto Nicholas, einem italienischen Priester, der sich auf Kryptanalyse und Theologie spezialisiert hat, als Partner verbunden. Ihre Beziehung ist zentral für die Erzählung. Roberto fungiert als Betreuer, verwaltet den Haushalt, kocht Mahlzeiten und erinnert Hiraga daran zu essen und zu schlafen, was eine fast familiäre gegenseitige Abhängigkeit schafft. Eine weitere wichtige Beziehung besteht zu der eingesperrten Hacker-Genies Lauren Di Luca, mit der Hiraga eine intellektuelle Verbindung teilt. Er erfand ein komplexes Brettspiel namens „Das Spiel der Engel und Dämonen“, ähnlich wie Go, das er mit Lauren spielt und während ihrer Spiele tiefe theologische Debatten führt. Am kritischsten ist seine Beziehung zu seinem Bruder Ryouta, die von tiefer, elternähnlicher Hingabe geprägt ist, da er Ryouta aufgrund der Abwesenheit ihrer Eltern von klein auf aufgezogen hat.

Im Laufe seiner Ermittlungen wird Hiragas Charakter auf die Probe gestellt, als er auf erfundene Wunder stößt, die finstere Aktivitäten vertuschen, von Nazi-Okkultismus bis hin zu Drogenoperationen. Trotz dieser Enthüllungen bleibt sein Glaube intakt, obwohl seine emotionalen Kämpfe intensiver werden, während sich der Zustand seines Bruders verschlechtert. Dies treibt ihn dazu, noch härter zu arbeiten, um wissenschaftlich alle anderen möglichen Erklärungen für Ereignisse auszuschließen, in der Hoffnung, ein wahres göttliches Wunder zu bestätigen.

Hiragas bemerkenswerte Fähigkeiten resultieren aus seiner genialen Intelligenz. Er ist spezialisiert auf Biologie und Physik und trägt seine wissenschaftliche Ausrüstung mit sich, um Phänomene zu untersuchen. Er ist auch ein Polyglott, der Englisch, Deutsch, Italienisch, Latein und Japanisch spricht, obwohl ihm bei letzterem das Selbstvertrauen fehlt. Außerhalb seiner beruflichen Fähigkeiten gehören zu seinen Hobbys das Sammeln von Insekten und das Spielen strategischer Brettspiele.