ONA
Beschreibung
Brau-1589 ist eine zentrale Figur der Geschichte, bekannt als der erste Roboter in der Geschichte, der jemals einen Menschen getötet hat. Dieses Ereignis fand acht Jahre vor Beginn der Haupthandlung statt. Nach dieser Tat wurde er gefangen genommen und anschließend im künstlichen Intelligenz-Umerziehungslager in Brüssel innerhalb der euro-deutschen Föderation inhaftiert. Eine gründliche Untersuchung seines künstlichen Gehirns ergab, dass es keine Defekte oder Anomalien aufwies; seine KI wurde als völlig normal eingestuft. Gerade diese Normalität ist es, die die Menschheit erschreckt, da sie nahelegt, dass jeder Roboter potenziell einen Mord begehen könnte, und sie ist der Grund, warum er in einem Zustand lebendiger Gefangenschaft gehalten wird, anstatt zerstört zu werden.

Brau-1589s physischer Zustand spiegelt seine lange Inhaftierung wider. Er wird als schwer beschädigt dargestellt, mit freiliegendem Rahmen und gebrochenen Gliedmaßen, die ihn fast völlig bewegungsunfähig machen. Ein großer Speer steckt in seiner Brust, und er ist an eine Wand gelehnt, wobei nur minimale Bewegungen, etwa mit der Hand, möglich sind. Er selbst erklärt, dass die Entfernung des Speers zu seinem Tod führen würde, eine Behauptung, die sich später als trügerisch erweist. Seine Zelle ist isoliert, und er sendet starke elektromagnetische Wellen aus, die vier andere Roboter, die ihn besuchten, zerstört haben, weshalb Schutzausrüstung für jede Annäherung notwendig ist.

Trotz seines ruinierten Zustands besitzt Brau-1589 einen scharfen und tiefgründig analytischen Verstand. Er ist zynisch und stoisch, spricht oft distanziert und spiegelt so seine Akzeptanz des Schicksals wider. Er zeigt keinen offenen Hass auf Menschen, sondern ein tiefes Verständnis für ihre Ängste und Schwächen. Er bezeichnet seine eigene Tötung eines Menschen nicht als Mord, sondern als Hinrichtung. Seine Motive sind komplex und in einer Form von Gerechtigkeit oder Bestrafung verwurzelt, auch wenn die spezifischen Gründe für seine ursprüngliche Tat vage bleiben. Er scheint eine makabre Belustigung in seiner Situation zu finden und merkt an, dass seine Bewacher es trotz ihrer Angst nicht über sich bringen, ihn zu zerstören.

In der Geschichte dient Brau-1589 als entscheidende, wenn auch unfreiwillige Informationsquelle. Der Roboter-Detektiv Gesicht sucht ihn früh in der Untersuchung der Serienmorde an den sieben fortschrittlichsten Robotern der Welt auf. Als er Gesicht als einen weiteren Menschenmörder erkennt, schlägt Brau-1589 einen Austausch von Speicherchips vor. Durch diesen Austausch liefert er Gesicht entscheidende Hinweise, darunter dass die sieben Roboter die Ziele sind, und deutet auf eine größere Verschwörung hinter Präsident Alexander von Thrakien und dem wahren Drahtzieher, Dr. Roosevelt, hin. Seine Fähigkeit, die volle Tragweite der Verschwörung aus der Haft heraus zu deduzieren, nur mit den von ihm erlebten Erinnerungen, demonstriert seine außergewöhnliche Intelligenz, die Dr. Tenma später als vergleichbar mit der von Atom bezeichnet.

Brau-1589s Schlüsselbeziehungen sind wenige, aber bedeutsam. Er hat eine frühere Verbindung zu Atom, dem er mit ungewöhnlicher Sanftmut und Wärme begegnet, da er in diesem Roboter ein echtes Herz und eine emotionale Entwicklung spürt. Dr. Tenma besucht ihn ebenfalls und erkennt Brau-1589 als eine der wenigen verbliebenen Entitäten mit einer weiterentwickelten künstlichen Intelligenz. Seine Beziehung zu Gesicht ist eher geschäftlicher Natur, verwurzelt in ihrem gemeinsamen Status als Außenseiter, die das ultimative Tabu für Roboter gebrochen haben.

Die Figur durchläuft eine bemerkenswerte Entwicklung. Acht Jahre lang bleibt er passiv in seinem Gefängnis und scheint seine Gefangenschaft zu akzeptieren. Doch nachdem Atom und Pluto eine weltbedrohende Katastrophe verhindern, handelt Brau-1589 auf eine scheinbare Bitte von Atom hin. Er flieht aus dem Umerziehungslager und reist zu Präsident Alexander und Dr. Roosevelt. Er versucht, beide hinzurichten, verschont den Präsidenten jedoch letztlich, nachdem er einen Funken Menschlichkeit in ihm gespürt hat. Dann zieht er den Speer aus seiner eigenen Brust und wirft ihn in einer letzten Hinrichtungsaktion auf Dr. Roosevelt, den Mastercomputer. Dies deutet darauf hin, dass seine gesamte Inhaftierung eine Wahl war und seine Motive nicht einfach auf Hass, sondern auf eine spezifische, kalkulierte Form der Vergeltung zurückgingen. Die Geschichte endet mit der Andeutung, dass diese Aktion auch zu seiner eigenen Zerstörung führt.

Seine bemerkenswerten Fähigkeiten gehen über seine physische Widerstandsfähigkeit hinaus. Seine Hauptstärke liegt in seinem immensen Intellekt und seiner Wahrnehmungsgabe, die es ihm ermöglichen, komplexe Verschwörungen und das wahre Wesen anderer zu durchschauen. Er besitzt zudem die passive Fähigkeit, zerstörerische elektromagnetische Wellen auszusenden, was ihn selbst in immobilisiertem Zustand zur Gefahr für andere Roboter macht. Seine Figur ist eine direkte Hommage an den Blauen Ritter aus Osamu Tezukas ursprünglicher Astro-Boy-Serie, wobei sein Design und das Speer-Motiv direkte Referenzen sind.