ONA
Beschreibung
Duncan ist ein blinder, älterer Musiker, der in einem abgeschiedenen Schloss in Schottland lebt. Als ehemaliges Genie der Komposition ist er nun im Ruhestand und zutiefst verbittert. Er verbringt seine Tage damit, an einem Musikstück zu arbeiten, das er seit vielen Jahren nicht vollenden kann. Er wird als menschenfeindlicher und sturer Charakter dargestellt, der seine Frustration oft an den Robotern auslässt, die als seine Butler dienen. Duncan hegt eine starke Vorurteile gegen Roboter, da er sie als seelenlose Maschinen betrachtet, die unfähig sind, wahre Kunst zu erschaffen oder die menschliche Emotion zu verstehen, die zum Musizieren erforderlich ist. Besonders feindselig ist er gegenüber North No. 2, einer Kriegswaffe, und weist dessen Klavierversuche als hohle Nachahmung ohne echten künstlerischen Wert zurück.

Duncans Persönlichkeit wird maßgeblich von einem tiefen, unverarbeiteten Trauma aus seiner Kindheit geprägt, das mit seiner Mutter zusammenhängt. Er glaubt, dass seine Mutter ihn krank zurückließ, um einen reichen Mann zu heiraten – eine Wunde, die zu einem mächtigen Hass verkommen ist, der ihn sowohl aufrechterhält als auch isoliert. Dieser Hass dient ihm, obwohl schmerzhaft, als Mechanismus, um mit dem überwältigenden Gefühl des Verlassenseins und der Unwürdigkeit, geliebt zu werden, umzugehen. Seine Weigerung, Prothesenaugen einzusetzen, wird als Weg gesehen, seine Erinnerungen an die Vergangenheit ohne Einmischung des Neuen zu bewahren. Seine gesamte kreative Blockade konzentriert sich auf sein Musikstück, dem nur der letzte Teil fehlt – ein Volkslied, das seine Mutter ihm vorsang – ein Abschnitt, den er nicht zu vollenden vermag, weil er ihn zwingt, der Quelle seines Schmerzes ins Auge zu sehen.

Trotz seines anfänglichen Widerstands entwickelt sich eine komplexe Beziehung zwischen Duncan und North No. 2. Zunächst ist Duncan verbal missbräuchlich gegenüber dem Roboter und verspottet dessen Versuche, Musik zu lernen. North No. 2 deckt jedoch die Wahrheit über Duncans Vergangenheit auf: Seine Mutter verließ ihn nicht aus Boshaftigkeit. Sie hatte sich dem reichen Mann nur strategisch genähert, um Geld für die medizinische Behandlung ihres kranken Kindes zu sichern, und blieb während des gesamten Prozesses an seiner Seite. Sie ging erst, nachdem er geheilt war, weil sein Hass auf sie unerträglich geworden war. Als North No. 2 diese Wahrheit enthüllt, beginnt sie, den Hass abzubauen, der Duncan so lange definiert hat. Infolgedessen beginnt Duncan allmählich, den Roboter nicht als Maschine, sondern als Person zu akzeptieren. Er beginnt wieder zu komponieren, arbeitet mit North No. 2 zusammen, um sein lange stockendes Lied zu vollenden, und bringt dem Roboter sogar das Klavierspielen bei, wodurch eine tiefe Bindung durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik entsteht.

Duncans Hauptrolle in der Geschichte besteht darin, als narratives Gefäß für die Erkundung der Themen Hass, Trauma und Erlösung zu dienen. Sein Entwicklungsbogen spiegelt den zentralen Konflikt der Serie wider, indem er zeigt, wie das Festhalten an Hass ein Überlebensmechanismus sein kann, aber nur durch Verständnis und Akzeptanz Frieden gefunden werden kann. Seine bemerkenswerteste Fähigkeit ist sein musikalisches Genie, da er ein gefeierter Komponist ist, dessen Werk trotz seiner Blindheit und emotionalen Narben als schön und tiefgründig gilt. Der Höhepunkt seiner Entwicklung tritt ein, als er sein Lied endlich vollendet. Tragischerweise muss North No. 2, gerade als Duncan es ihm vorspielen will, gehen, um einer mächtigen Bedrohung entgegenzutreten. Als North No. 2 in einer fernen Schlacht zerstört wird, hört Duncan den Roboter genau jenes Volkslied aus seiner Kindheit singen, die Melodie seiner Mutter. Im ergreifendsten Moment der Geschichte ruft Duncan dem stürzenden Roboter nicht wütend, sondern mit den Worten zu, es sei Zeit für seine Klavierstunde zurückzukehren – ein Zeichen seiner vollständigen Akzeptanz von North No. 2 als geschätztem Begleiter und seiner endgültigen Befreiung von dem Hass, der ihn einst verzehrte.