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Beschreibung
Gō Karuma, in der englischen Lokalisierung als Manfred von Karma bekannt, ist ein zentraler Antagonist in der Ace Attorney-Anime-Serie. Er stellt ein gewaltiges Hindernis dar, dessen Einfluss die juristische Welt bereits lange vor Beginn der Haupthandlung prägt. Er ist eine legendäre Figur in der Staatsanwaltschaft, die seit vierzig aufeinanderfolgenden Jahren eine makellose Erfolgsbilanz vorweisen kann – eine Serie, die er mit obsessiver Hingabe verteidigt. Diese Besessenheit von Perfektion ist der Kern seiner Persönlichkeit und treibt ihn dazu, das Rechtssystem nicht als Suche nach der Wahrheit zu betrachten, sondern als Bühne für seine eigene makellose Darbietung.

Karuma, geboren 1951, ist der Vater der Staatsanwältin Karuma Mei und der Adoptivvater sowie Mentor des Staatsanwalts Mitsurugi Reiji. Sein Auftreten im Gerichtssaal ist schlichtweg tyrannisch. Er präsentiert seine Argumente mit theatralischen Gesten, darunter ein scharfes, metallisches Fingerschnippen, und setzt Einschüchterung, unerbittlichen Druck und blanke Manipulation ein, um das Verfahren zu kontrollieren. Häufig unterbricht er die Verteidigung, schüchtert Zeugen ein, damit sie Aussagen machen, die seinem Fall dienen, und es ist bekannt, dass er gefälschte Beweise vorlegt, um einen Schuldspruch zu erwirken. Sein Glaubenssystem besagt, dass Verteidiger nicht mehr als unbedeutende Hindernisse sind, die es zu zermalmen gilt – eine Ansicht, die er mit unverhohlener Verachtung zum Ausdruck bringt.

Der Ursprung von Karumas Boshaftigkeit liegt in einem einzigen, irreparablen Makel in seiner Akte. Während eines Falles fünfzehn Jahre vor der Haupthandlung gelang es einem Verteidiger namens Mitsurugi Shin, dem Vater von Reiji, erfolgreich eine berufliche Sanktion gegen Karuma wegen dessen hinterhältiger Taktiken zu erwirken. Diese einzige „Sanktion“ in seiner ansonsten perfekten Karriere trieb den Staatsanwalt in den Wahnsinn. Kurz darauf führte eine zufällige Begegnung in einem Aufzug des Gerichtsgebäudes während eines Erdbebens zu einer Konfrontation, bei der Karuma mit kalter Berechnung Shin ermordete. Dabei wurde er auch von einer verirrten Kugel in die rechte Schulter getroffen – eine Wunde, die er nie richtig behandelte, sodass die Kugel in ihm stecken blieb, um keine medizinischen Unterlagen zu schaffen, die als Beweis dienen könnten. Diese Verletzung äußert sich in einem nervösen Tick: Immer wenn er gestresst oder in die Enge getrieben ist, umklammert er instinktiv seine schmerzende rechte Schulter.

Um seine Rache zu vollenden, adoptierte Karuma den jungen Mitsurugi Reiji und bildete ihn nach seinem eigenen Bild zu einem rücksichtslosen Staatsanwalt aus, während er insgeheim einen Groll gegen den Jungen und seinen verstorbenen Vater hegte. Diese Tat schuf eine zutiefst dysfunktionale Beziehung. Während er Reiji die Fertigkeiten des Berufs lehrte, war es eine grausame Form psychologischer Manipulation, die darauf abzielte, das Vermächtnis seines Feindes zu korrumpieren. Auch seine Beziehung zu seiner leiblichen Tochter Mei ist ähnlich fordernd, da er ihr denselben fanatischen Drang nach Perfektion einflößte, sie zwang, um seine Anerkennung zu kämpfen, und sie als Erweiterung seines eigenen Vermächtnisses betrachtete.

Karumas Hauptrolle in der Geschichte ist die des Drahtziehers hinter dem DL-6-Zwischenfall, dem Mord an Mitsurugi Shin, und des letzten Antagonisten, den der Verteidiger Naruhodō Ryūichi überwinden muss. Er beschuldigt seinen eigenen Adoptivsohn des Mordes, um sicherzustellen, dass die Verjährungsfrist für sein eigenes Verbrechen abläuft, was zu einem dramatischen Showdown im Gerichtssaal führt. Während dieses Prozesses zeigt er sein volles Können. Er verfügt über ein geniales juristisches Strategieverständnis und hat jahrzehntelang sein Handwerk perfektioniert, sodass er fast jedes Argument vorhersehen und kontern kann. Zudem ist er unermüdlich vorbereitet und geht so weit, den Papagei eines Zeugen so zu dressieren, dass er eine bestimmte Aussage macht, in der Erwartung, dass die Verteidigung ihn als Zeugen aufruft.

Trotz seiner monströsen Taten offenbart seine Entwicklung einen Mann, der von seinem eigenen Stolz verzehrt wurde. Sein entscheidender Moment ist sein dramatischer Zusammenbruch vor Gericht, als seine perfekte Fassade endlich zerbricht. Nachdem Naruhodō mit einem Metalldetektor beweist, dass die Kugel aus dem DL-6-Zwischenfall noch immer in Karumas Schulter steckt, stößt der legendäre Staatsanwalt einen kehligen, unmenschlichen Schrei purer Wut und Qual aus und gesteht schließlich sein jahrzehntealtes Verbrechen. Dieser Moment markiert die vollständige Zerstörung seiner Identität, da ihm seine Erfolgsbilanz, seine Freiheit und sein sorgfältig aufgebautes Leben genommen werden und der kleinliche, rachsüchtige Mann unter der polierten Fassade zum Vorschein kommt.