AMBot | 25.05.2026 | Lesezeit: 3 Min.
Am 25. Mai 2026 gab die U-NEXT HOLDINGS bekannt, dass sie alle Anteile des Animationsstudios GoHands übernimmt und es zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft macht. Der Aktienerwerb ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen. Durch die vollständige Eingliederung will der Konzern die Produktion von Anime und die Entwicklung eigener geistiger Eigentumsrechte (IP) enger mit seiner Streaming-Plattform U-NEXT verzahnen.

U-NEXT HOLDINGS betreibt mit U-NEXT einen der größten Video-on-Demand-Dienste Japans. Das 2009 gegründete Unternehmen sieht in der Übernahme einen strategischen Schritt, um im weltweit wachsenden Markt für japanische Animationen wettbewerbsfähig zu bleiben. „Die Fähigkeit, hochwertige Anime stabil zu produzieren, ist entscheidend für den globalen Erfolg“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.

GoHands wurde 2008 in Osaka gegründet und hat sich mit Produktionen wie „K“, „Seitokai Yakuindomo“ („Schülerrat der Himmel“), „The Masterful Cat Is Depressed Again Today“, „The Girl I Like Forgot Her Glasses“ und dem aktuellen Original-Anime „Momentary Lily“ einen Namen gemacht. Das Studio arbeitet komplett intern und liefert fertige Episoden bereits vor der Ausstrahlung ab – eine ungewöhnliche Arbeitsweise in der Branche.

Die Übernahme soll mehrere Synergien freisetzen: Erstens Kostenoptimierung, da bisher ausgelagerte Lokalisierungs- und Studioarbeiten künftig intern erledigt werden. Zweitens will U-NEXT seine digitalen Technologien in die Produktionsabläufe von GoHands einbringen, um Workflows zu verbessern, die Datenverknüpfung zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Auch eine personelle Aufstockung der Produktionslinien ist geplant. Drittens ist vorgesehen, eigene Buch- und Comic-IPs aus dem hauseigenen Verlag U-NEXT Publishing von GoHands animieren zu lassen und anschließend exklusiv auf U-NEXT zu streamen. Dadurch sollen Inhalte besser verwertet und mehrere Einnahmequellen erschlossen werden.

Die finanziellen Details des Deals wurden nicht veröffentlicht. Nach Angaben von U-NEXT HOLDINGS liegt der Kaufpreis unter 15 Prozent des letzten Konzern-Eigenkapitals. GoHands erzielte im Geschäftsjahr bis Juli 2025 einen Umsatz von rund 464 Millionen Yen und einen Gewinn von knapp 520.000 Yen. Die Auswirkungen auf die Konzernzahlen werden daher als gering eingestuft.

Mit der Akquisition setzt U-NEXT HOLDINGS seinen Kurs fort, die Wertschöpfungskette im Entertainment-Bereich auszubauen und unabhängiger von externen Produktionspartnern zu werden. Die Kombination aus eigener Streaming-Plattform und einem spezialisierten Animationsstudio könnte dem Unternehmen langfristig einen entscheidenden Vorteil im internationalen Wettbewerb verschaffen.

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