Thomas Malory

Beschreibung
Der Name Thomas Malory, der mit Anime- und Manga-Werken in Verbindung gebracht wird, bezieht sich nicht auf einen japanischen Schöpfer, sondern auf den englischen Schriftsteller Sir Thomas Malory, der etwa von 1405 bis 1471 lebte. Diese historische Figur ist der Autor oder Kompilator des wegweisenden Artus-Literaturwerks Le Morte d'Arthur, einer Sammlung von Geschichten über König Artus, die Ritter der Tafelrunde und die Suche nach dem Heiligen Gral. Es ist dieser mittelalterliche Text, der als grundlegendes Quellenmaterial für die Anime-Produktionen dient, für die er genannt wird.

Im Kontext der japanischen Animation wird Thomas Malory als ursprünglicher Schöpfer für zwei verwandte Fernsehserien von Toei Animation genannt. Die erste ist Entaku no Kishi Monogatari: Moero Arthur, eine 30-teilige Serie, die von September 1979 bis März 1980 ausgestrahlt wurde. Darauf folgte eine Fortsetzung, Moero Arthur: Hakuba no Ouji, die aus 22 Episoden besteht und von April bis September 1980 gesendet wurde. In den offiziellen Credits dieser Produktionen wird Malory unter der Rolle Original Work aufgeführt, was anerkennt, dass die Anime Adaptionen der Artus-Legenden sind, wie sie in seinem literarischen Werk aus dem 15. Jahrhundert zusammengestellt wurden.

Die Adaptionsgeschichte dieser beiden Serien ist eng mit dem Studio Toei Animation verbunden, das beide Shows produzierte. Entaku no Kishi Monogatari: Moero Arthur, auch bekannt als König Artus und die Ritter der Tafelrunde, folgt der traditionellen Geschichte des jungen Artus, der das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht, und seinem anschließenden Kampf gegen den bösartigen König Lavik und die Hexe Medessa. Die Fortsetzung, Moero Arthur: Hakuba no Ouji oder Prinz auf dem weißen Pferd, verlagert die Erzählung auf Artus, der sich unter einer verdeckten Identität auf eine Reise begibt, um den König des Nordens zu finden, begleitet von einer neuen Gruppe von Gefährten. Die Credits für einzelne Episoden listen verschiedene Drehbuchautoren, Regisseure und Animatoren auf, was bestätigt, dass Malorys Beteiligung auf der Ebene des Quellenmaterials lag und nicht in der direkten Produktion des Anime.

Die wiederkehrenden Themen in diesen Werken stammen direkt aus Malorys literarischem Erbe, hauptsächlich der Artus-Legende. Der Anime erkundet klassische Elemente wie den rechtmäßigen König, die Suche nach Gerechtigkeit, den Kampf gegen Tyrannei, die Bedeutung der ritterlichen Gemeinschaft und das Vorhandensein magischer Kräfte wie des Zauberers Merlin und des Schwertes Excalibur. Die künstlerische Identität dieser Produktionen baut daher auf der Adaption dieser etablierten westlichen Legenden in das Format einer japanischen Zeichentrickserie aus den späten 1970er Jahren auf, komplett mit den stilistischen und erzählerischen Konventionen dieser Ära.

Die industrielle Bedeutung von Thomas Malory in diesem Zusammenhang liegt in seiner Rolle als Inspirationsquelle für frühe Anime, die auf westlicher Literatur und Mythologie aufbauten. Sein Werk lieferte die grundlegende Erzählung für diese beiden Produktionen und demonstrierte den kulturellen Austausch, der seit den frühen Jahrzehnten Teil der Anime-Industrie war. Obwohl er kein Schöpfer war, der innerhalb der japanischen Animationsindustrie arbeitete, dient sein literarisches Werk als Ausgangspunkt für diese bemerkenswerten Titel.
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