Shigeo Nakakura

Beschreibung
Shigeo Nakakura ist ein japanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Liedtexter, dessen Karriere sowohl Realfilme als auch Animationswerke umfasst. Geboren am 21. August 1941 in Hwanghae, Korea, schloss er 1965 sein Studium der japanischen Geschichte an der Universität Tokio ab und trat anschließend als Regieassistent in das Shochiku Ofuna Studio ein. Während seiner Zeit bei Shochiku wurde er von den Regisseuren Yoshitaro Nomura, Tai Kato und Koichi Saito betreut, trug zu deren Drehbüchern bei und erlernte so das Handwerk der Filmherstellung.

Nakakura gab sein Regiedebüt mit dem 1983 erschienenen Film The Fox, einer auf Hokkaido angesiedelten Geschichte über ein junges Mädchen, die durch unabhängige Vorführungen fast ein Jahrzehnt lang einen Kultstatus erlangte. 1987 verließ er Shochiku, um als Freiberufler zu arbeiten und seine Karriere als Drehbuchautor für zahlreiche Fernsehserien und Filme auszubauen.

In der Anime-Branche ist Nakakura vor allem als ursprünglicher Schöpfer des historischen Anime-Films Bakumatsu no Spasibo von 1997 bekannt. Der Film, unter der Regie von Satoshi Dezaki und produziert vom Animationsstudio Magic Bus, schildert die wahre Geschichte der diplomatischen Mission des russischen Admirals Yevfimy Putyatin in Japan und die Unterzeichnung des Vertrags von Shimoda im Jahr 1855. Zu seinen weiteren Anime-Arbeiten zählt die Drehbucharbeit für die Maji-OVA-Serie, die zwischen 1990 und 1991 veröffentlicht wurde.

Neben Animation baute Nakakura eine umfangreiche Karriere in verschiedenen Medien auf. Zu seinen Drehbüchern für Realfilme gehören Reunion (1975), Edogawa Ranpo's Shadow Beast (1977), The Ondekoza (1981) und The Street of Desire (1984). Er schrieb zahlreiche Fernsehserien, darunter bemerkenswerte Werke wie die Drehbücher für die NHK-Taiga-Drama-Serie Taiheiki (1992), das mit dem Galaxy Award ausgezeichnete Bank (1994) und Summer of Bureaucrats (1996). Seine Arbeit erstreckte sich auch auf Hörspiele, wie die Adaption literarischer Werke, beispielsweise Keiko Takemiyas To Terra für das NHK FM Stereo Theater im Jahr 1979. Nakakura steuerte außerdem Liedtexte für Songs bei, die in NHK-Programmen wie Minna no Uta und Okaasan to Issho in den 1970er und 1980er Jahren zu hören waren.

Im Jahr 1999 erlitt Nakakura eine Aortendissektion, die ihn von der Taille abwärts lähmte und ihn auf einen Rollstuhl anwies. Während seiner Rehabilitation inspirierten ihn Begegnungen mit jungen Rollstuhlfahrern in seiner kreativen Ausrichtung, was zu seinem ersten Film seit 31 Jahren, Mango and the Red Wheelchair, führte, der 2015 veröffentlicht wurde. Dieser Film dreht sich um eine junge Frau, die sich an das Leben im Rollstuhl anpasst. Anschließend war er als Dozent an der Graduiertenschule für Kunst und Design der Nihon-Universität tätig.

Während seiner gesamten Karriere war Nakakura Mitglied der Directors Guild of Japan und der Japan Writers Association. Sein Werk spiegelt eine Vielseitigkeit in den Bereichen Film, Fernsehen, Animation, Hörspiel und Liedtext wider, wobei seine späteren Arbeiten thematisch auf Resilienz und die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen fokussieren.
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