Howard Pyle

Beschreibung
Howard Pyle war ein amerikanischer Illustrator, Maler und Autor, geboren 1853 in Wilmington, Delaware. Er verstarb 1911 in Florenz, Italien. Pyle ist kein direkter Schöpfer von Anime oder Manga im Sinne der persönlichen Produktion japanischer sequenzieller Kunst, aber seine schriftlichen Werke dienten als Vorlage für Anime-Adaptionen. Das bekannteste Beispiel ist die japanische Anime-Anthologie World Fairy Tale Series, produziert von Toei Animation im Jahr 1995, die eine seiner Geschichten adaptierte. Diese Serie präsentierte klassische Literatur verschiedener Autoren, und Pyle wurde unter ihnen als ursprünglicher Schöpfer einer bestimmten, für eine Episode adaptierten Geschichte genannt.

Pyle war eine äußerst einflussreiche Figur in der amerikanischen Illustration und Literatur des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Er ist am bekanntesten für das Schreiben und Illustrieren klassischer Abenteuerbücher für Kinder, darunter The Merry Adventures of Robin Hood (1883), Otto of the Silver Hand (1888), Men of Iron (1892) und eine vierteilige Nacherzählung der Artuslegenden, beginnend mit The Story of King Arthur and His Knights (1903). Er schrieb auch eigene Märchen und Fantasiegeschichten, von denen viele in Werken wie The Wonder Clock (1888) und Pepper and Salt (1886) gesammelt wurden. Pyle wird zugeschrieben, das moderne visuelle Stereotyp des Piraten geschaffen zu haben, einschließlich des ikonischen Bildes eines extravaganten, romantisierten Gesetzlosen, durch seine Illustrationen für Bücher und Zeitschriften.

Neben seinem eigenen Schaffen war Pyle ein grundlegender Lehrer der Illustration. Er lehrte am Drexel Institute of Art, Science, and Industry und gründete später seine eigene Schule in Wilmington, Delaware. Seine Schüler, die als die Brandywine School bekannt wurden, umfassten prominente Künstler wie N. C. Wyeth, Jessie Willcox Smith und Frank Schoonover. Seine Lehrphilosophie betonte narrativen Realismus, mentales Eintauchen in das Thema und die dramatische Inszenierung eines Bildes, um eine Geschichte zu erzählen – Prinzipien, die einen bleibenden Einfluss auf das visuelle Geschichtenerzählen in verschiedenen Medien hatten.

Während Pyle keine direkte Rolle bei der Produktion von Manga spielte, sind seine narrative und künstlerische Identität – insbesondere seine lebendigen Neuinterpretationen mittelalterlicher Legenden, ritterlicher Romanzen und Piratenabenteuer – Teil des breiteren westlichen Literaturkanons geworden, auf den Anime- und Manga-Schöpfer gelegentlich für Inspiration und Adaption zurückgreifen. Seine Bedeutung für die Anime-Industrie liegt daher darin, ein ursprünglicher Quellenautor zu sein, dessen gemeinfreie Werke in animierte Formate adaptiert wurden, ähnlich wie die Geschichten der Brüder Grimm oder Hans Christian Andersen verwendet wurden. Die World Fairy Tale Series bleibt ein Schlüsselbeleg für diese spezifische Verbindung zwischen Pyles literarischem Schaffen und japanischer Animation.
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