Chiaki Kawamata

Beschreibung
Chiaki Kawamata ist ein japanischer Science-Fiction-Autor, Kritiker und Originalcreator, geboren am 4. Dezember 1948 in Otaru, Hokkaido. Seine Karriere begann, während er als Texter in der Werbeagentur Hakuhodo arbeitete; sein Debütwerk, die Kurzgeschichte mit dem Titel Shita (Zunge), wurde 1972 veröffentlicht, gefolgt von regelmäßiger Science-Fiction-Kritik im S-F Magazine in den frühen 1970er Jahren. 1980 wurde er hauptberuflicher Schriftsteller.

Kawamatas Beiträge als Originalcreator für Anime und Manga werden durch mehrere bemerkenswerte Projekte veranschaulicht. Er ist der Autor der Romanreihe Ajin Senshi (Bastard Warrior), einer Science-Fiction-Geschichte über ein halb menschliches, halb außerirdisches Kind, das zur letzten Hoffnung der Erde gegen ein galaktisches Imperium wird. Der erste Roman dieser Reihe wurde 1990 unter der Regie von Tsuneo Tominaga zum Anime Ajin Senshi adaptiert. Ein weiterer bedeutender Anime-Titel ist der Film Arion aus dem Jahr 1986, für den er als Serienkomponist fungierte. Zudem wurde er 1992 als Berater für die OVA-Serie Giant Robo genannt.

Im Bereich Manga ist Kawamata für seine Arbeit an Dragon Quest Retsuden: Roto no Monshō (Dragon Quest Saga: Emblem of Roto) bekannt, einer Manga-Adaption der Dragon-Quest-Videospielreihe, die von 1991 bis 1997 serialisiert wurde. Sein genauer Beitrag – ob als Autor der Originalgeschichte oder in einer anderen Funktion – ist in einigen Quellen jedoch als unklar vermerkt. 1994 arbeitete er zudem mit der Zeichnerin Sakura Mizuki am Manga Kyōryū-Ō (Dinosaur King). Neben Adaptionen seiner eigenen Werke verfasste Kawamata auch Romanfassungen bestehender Anime, wie beispielsweise Arion Iden (Eine alternative Geschichte von Arion) im Jahr 1986.

Thematisch ist Kawamatas Identität als Creator in Science-Fiction und Fantasy verwurzelt, wobei er häufig Konzepte wie interstellare Konflikte, gehobene Spezies und die Macht des geschriebenen Wortes erforscht. Sein Roman Genshi-gari (Poetische Visionenjagd) von 1984, der 2012 unter dem Titel Death Sentences ins Englische übersetzt wurde, ist eine eindringliche Verteidigung der Fähigkeit der Literatur, die Welt zu verändern; er folgt einem Gedankenkontrolloffizier, der durch surrealistische Poesie verwandelt wird. In seiner späteren Karriere verlagerte sich sein Fokus zunehmend auf Militärfiktion, insbesondere Geschichten, die sich auf die Marinegeschichte des Zweiten Weltkriegs und alternative Geschichtsszenarien konzentrieren und dabei reale Ereignisse mit spekulativen Elementen verbinden. Dieses Werk brachte ihm bedeutende Anerkennung innerhalb des Genres ein, darunter 1981 den Seiun Award für Kaseijin Senshi (Die Frühgeschichte der Marsianer) und 1984 den Nihon SF Taisho Award für Genshigari.
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