Nankichi Niimi

Beschreibung
Nankichi Niimi gilt als der ursprüngliche Schöpfer mehrerer Anime-Werke, insbesondere des Kurzfilms O-jii-san no Lamp aus dem Jahr 2011. Er war weder Animator noch Manga-Künstler, sondern ein gefeierter japanischer Kinderbuchautor, dessen Geschichten, hauptsächlich als ursprüngliches Quellenmaterial, für Anime adaptiert wurden. Sein richtiger Name war Shohachi Niimi, und er wurde am 30. Juli 1913 in der heutigen Stadt Handa in der Präfektur Aichi, Japan, geboren. Seine Kindheit war nach dem Tod seiner Mutter, als er vier Jahre alt war, von Einsamkeit geprägt. Schon früh zeigte er literarisches Talent, indem er bereits in der Mittelschule Haiku und Kindergeschichten schrieb.

Niimi begann seine Schriftstellerkarriere, indem er Kinderlieder und -geschichten an namhafte Zeitschriften wie Akai tori (Roter Vogel) einreichte. Mit der Veröffentlichung seines berühmtesten Werkes Gon, der kleine Fuchs (Gongitsune) im Alter von 18 Jahren feierte er frühe Erfolge. Später zog er nach Tokio, um an der Tokyo University of Foreign Studies Englische Literatur zu studieren, aber nach seinem Abschluss erkrankte er an Tuberkulose und musste in seine Heimatstadt zurückkehren. Er arbeitete als Lehrer an einer Mädchenschule und schrieb weiter. 1942 veröffentlichte er seine erste Sammlung von Kindergeschichten mit dem Titel Ojiisan no ranpu, die das Quellenmaterial für den Anime O-jii-san no Lamp liefert. Sein Leben wurde jäh beendet, als er am 22. März 1943 im Alter von 29 Jahren an Tuberkulose starb.

Obwohl Niimi kein direkter Produzent von Anime war, dienten seine literarischen Werke als Grundlage für zahlreiche Anime-Adaptionen. Mehrere Filme, Fernsehspecials und Fernsehserienfolgen wurden ihm als ursprünglichem Autor zugeschrieben. Dazu gehören die Fernsehserie Nihon Meisaku Douwa Series: Akai Tori no Kokoro von 1979 und Manga Kodomo Bunko von 1978 bis 1979. Eine bemerkenswerte Filmadaption ist Gongitsune aus dem Jahr 1985, die auf seiner bahnbrechenden Geschichte basiert. In jüngerer Zeit wurde sein Werk für den Kurzfilm O-jii-san no Lamp aus dem Jahr 2011 adaptiert, der im Rahmen des Young Animator Training Project produziert wurde. In all diesen Produktionen wird seine Rolle durchgängig als der ursprüngliche Schöpfer oder Autor des Quellenwerks aufgeführt.

Die künstlerische Identität von Nankichi Niimi wird durch die wiederkehrenden Themen in seiner Literatur definiert. Seine Geschichten sind bekannt für ihre detaillierten und genauen Darstellungen des ländlichen japanischen Lebens, die oft vor dem Hintergrund seiner eigenen Heimatstadt spielen. Häufige Themen sind Einsamkeit, das Aufeinandertreffen von Herzen inmitten von Traurigkeit und die Schönheit des Lebens, oft vermittelt mit einer Mischung aus Humor und Pathos. Es wird gesagt, dass das Gefühl der Einsamkeit und Traurigkeit aus seiner eigenen Kindheit seine innere Welt tief beeinflusst hat und sich in seinem Schreiben widerspiegelt. Seine ikonischste Figur, der verwaiste Fuchs Gon aus seiner charakteristischen Geschichte, wird oft als Parallele zu seinem eigenen Leben interpretiert. Seine Werke werden für ihren reichen Geschichtssinn und ihre Fähigkeit, universelle Emotionen zu vermitteln, gefeiert, was sie seit Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil japanischer Grundschullehrbücher macht.

Niimis Bedeutung für die Anime-Industrie liegt in erster Linie darin, dass er eine Quelle klassischer, emotional berührender Erzählungen ist, die sich als adaptierbar für die Leinwand erwiesen haben. Er ist keine Branchengröße im Sinne eines Regisseurs oder Produzenten, sondern vielmehr eine grundlegende literarische Figur, deren Vermächtnis weiterhin Quellenmaterial für neue Produktionen liefert. Er wird manchmal als der Hans Christian Andersen Japans bezeichnet, ein Zeugnis seines Ansehens in der Welt der Kindergeschichten. In seinem Geburtsort Handa steht ein ihm gewidmetes Gedenkmuseum, das seine Manuskripte und persönlichen Gegenstände bewahrt. Seine anhaltende Relevanz wurde unterstrichen, als Kaiserin Michiko von Japan eine seiner Geschichten als eine erwähnte, die in ihrer Kindheit einen tiefen Eindruck bei ihr hinterlassen hatte. Durch Anime werden seine klassischen Geschichten aus dem frühen 20. Jahrhundert neuen Generationen und einem internationalen Publikum vorgestellt.
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