Arlette Thomas

Beschreibung
Arlette Thomas war eine äußerst einflussreiche französische Schauspielerin, die zu einer bedeutenden Persönlichkeit in der Welt der Synchronisation wurde und ihre Stimme zahlreichen Zeichentrickfiguren und Hollywood-Stars für das französische Publikum lieh. Geboren als Arlette-Suzanne Thomas am 5. November 1927 in Paris, begann sie ihre Karriere auf der Bühne und vor der Kamera, nachdem sie bei Raymond Devos ausgebildet worden war. Ihre Leinwandkarriere umfasste Rollen in Filmen wie Les Grandes Manœuvres (1955) und Tanguy (2000) sowie in Fernsehserien wie Les Cinq Dernières Minutes. Doch es ist ihre umfangreiche Synchronarbeit, die sie Ende der 1960er Jahre dank des Filmemachers Jean Grémillon begann, für die sie am bekanntesten ist.

Im Bereich der Animation wird Thomas als die ikonische französische Stimme zweier beliebter Charaktere gefeiert. Sie war die Stimme von Calimero, dem kleinen schwarzen Küken mit einer halben Eierschale auf dem Kopf, in der Serie Calimero. Außerdem sprach sie berühmt die Figur Tweety (Titi) in verschiedenen Looney Tunes-Produktionen. Über diese charakteristischen Rollen hinaus war ihre Synchronarbeit im Animationsbereich umfangreich. Sie übernahm die Rolle der Erzählerin in der Serie Neue Märchen der Brüder Grimm. In der japanischen Anime-Serie Monarch: Der große Bär von Tallac aus dem Jahr 1977, die auf der Geschichte von Ernest Thompson Seton basiert, sprach sie die Figur Moy. Eine weitere bemerkenswerte Rolle war die der Sorcière de Zotra in der Zeichentrickserie Ulysse 31.

Über die Animation hinaus war Thomas die bevorzugte französische Synchronstimme für viele prominente Schauspielerinnen. Sie war vielleicht am bekanntesten für die Synchronisation von Shirley MacLaine in der Mehrheit ihrer Filme, eine Zusammenarbeit, die sich über Jahrzehnte erstreckte und Filme wie The Turning Point (Le Tournant de la vie), Steel Magnolias (Potins de femmes) und In Her Shoes umfasste. Sie lieh auch Schauspielerinnen wie Kim Hunter in den ersten drei Planet der Affen-Filmen, Debbie Reynolds und Liza Minnelli in Filmen wie Cabaret und New York, New York ihre Stimme. Ihre Arbeit erstreckte sich auch auf Fernsehserien, wo sie Marion Ross in Happy Days und Renee Taylor in The Nanny (Une nounou d'enfer) synchronisierte.

Neben ihrer Arbeit vor der Kamera und als Synchronsprecherin leistete Arlette Thomas auch hinter den Kulissen bedeutende Beiträge. Sie arbeitete als Dialogregisseurin und überwachte die französischen Fassungen zahlreicher Serien. Ihr Engagement für die darstellenden Künste zeigte sich auch darin, dass sie fünfzehn Jahre lang das Théâtre Présent in Paris leitete. Arlette Thomas setzte ihre Arbeit fort, bis ein Schlaganfall im Jahr 2010 sie zum Rückzug zwang. Sie starb am 13. Mai 2015 in Antony, Frankreich, und hinterließ ein Vermächtnis als Eckpfeiler der französischen Synchronisation.
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