Film
Beschreibung
Jirou Horikoshi ist der Protagonist des Anime, ein visionärer Flugzeugingenieur, dessen Leben von seiner doppelten Leidenschaft für den Bau schöner Flugzeuge und für die Frau, die er liebt, geprägt ist. Er wird als ein Mann von tiefer Sensibilität, stiller Entschlossenheit und einem etwas naiven Idealismus dargestellt, der in starkem Kontrast zu der turbulenten Epoche steht, in der er lebt.

Schon in jungen Jahren wird Jiro von einem Traum vom Fliegen verzehrt. Nachdem ihm klar wird, dass ihn seine schlechte Sehkraft daran hindern wird, jemals Pilot zu werden, verwandelt sich dieser Traum in ein unerschütterliches Engagement für die Konstruktion von Flugzeugen. Dieser Ehrgeiz wird in wiederkehrenden Träumen genährt, in denen der italienische Flugzeugkonstrukteur Giovanni Caproni auftaucht, der zu seinem geistigen Mentor wird. In diesen Traumlandschaften lehrt ihn Caproni, dass der Bau schöner Flugzeuge ein edles Bestreben ist – ein Gefühl, das den Kern von Jiros persönlicher Philosophie bildet. Er wird als grundsätzlich gutmütig, vertrauenswürdig und fleißig dargestellt, mit einer Persönlichkeit, die oft als eine Art kindliche Unschuld oder Naivität beschrieben wird, wenn es um seine Arbeit geht. Er ist nicht nur ein Ingenieur, sondern ein Künstler, der die Knochen eines Flugzeugs in der Krümmung einer Fischgräte oder der Eleganz eines Vogelflügels sieht und so Inspiration für seine Entwürfe in der Natur findet.

Als Erwachsener ist Jiros Rolle in der Geschichte die eines genialen Ingenieurs, der für die Mitsubishi Aircraft Company arbeitet. Seine berufliche Reise führt ihn vom Studium der modernsten Luftfahrttechnik im nationalsozialistischen Deutschland bis zur Leitung des Designteams für die berühmten Zero-Jagdflugzeuge in Japan. Seine Motivationen sind rein und zutiefst persönlich: Flugzeuge von unvergleichlicher Eleganz und Leistung zu schaffen. Er scheint die größeren politischen Machenschaften und den unvermeidlichen militärischen Zweck seiner Kreationen weitgehend zu ignorieren und konzentriert sich stattdessen auf die Lösung komplexer technischer Probleme. Gespräche mit seinem pragmatischen Kollegen Kiro Honjo dienen als Realitätscheck und zwingen ihn, gelegentlich den gesellschaftlichen und militärischen Kontext ihrer gemeinsamen Arbeit anzuerkennen. Trotzdem ist Jiros Hingabe an sein Handwerk absolut, und er hält durch zahlreiche Designfehler und den immensen Druck der Ära hindurch durch.

Die andere prägende Beziehung in Jiros Leben ist die zu Naoko Satomi, einer jungen Frau, die er erstmals während des Großen Kantō-Erdbebens von 1923 trifft und später in einem Bergresort wieder sieht. Ihre Romanze ist ein ergreifender Gegenpol zum industriellen und politischen Drama. Naoko leidet an Tuberkulose, und trotz einer tiefen, liebevollen und gutmütigen Bindung ist ihre gemeinsame Zeit von der drohenden Gefahr ihrer Krankheit überschattet. Sie weigert sich, ihn zu heiraten, bis sie genesen ist, aber schließlich, unfähig, die Trennung zu ertragen, verlässt sie das Sanatorium, um bei ihm zu sein, und sie haben eine spontane Hochzeit. Naoko wird zur einzigen Kraft, die stark genug ist, Jiro von seinem Zeichentisch wegzuziehen, und repräsentiert eine Welt zerbrechlicher Schönheit und menschlicher Verbindung außerhalb seiner alles verzehrenden Karriere. Ihr nachlassender Gesundheitszustand zwingt Jiro, sich den Grenzen seiner Kontrolle und den schmerzhaften Abwägungen zwischen seinen persönlichen Träumen und seiner Hingabe an einen anderen Menschen zu stellen. Ihr Tod am Tag des erfolgreichen Testflugs des Zero-Jägers ist ein Moment tiefen Verlusts, der seinen größten beruflichen Triumph seiner tiefsten persönlichen Tragödie gegenüberstellt.

Im Laufe des Films macht Jiro eine bedeutende Entwicklung durch. Er entwickelt sich von einem verträumten Jungen mit einem Traum zu einem disziplinierten und gefeierten Ingenieur und von einem Junggesellen, der sich ausschließlich auf seine Arbeit konzentriert, zu einem hingebungsvollen Ehemann. Die zentrale Spannung seiner Figur ist, wie er seine Liebe zu schönen Maschinen mit dem Wissen vereinbart, dass diese Maschinen als Kriegswerkzeuge eingesetzt werden. Während er nie aktiv in einer öffentlichen oder politischen Weise mit seinem Gewissen ringt, deutet der Film an, dass seine Wahl, in einer Welt mit „Pyramiden“ oder schönen, verfluchten Träumen zu leben, wie Caproni es ausdrückt, eine zutiefst persönliche und moralisch komplexe ist. Er repräsentiert das Individuum, das von der Geschichte mitgerissen wird, einen Mann, dessen reine Absichten mit verheerenden Konsequenzen verflochten sind. Jiros bemerkenswerte Fähigkeit ist sein außergewöhnliches, fast intuitives Talent für Luftfahrttechnik und seine einzigartige Gabe, kreative Inspiration in flüchtigen Momenten natürlicher Schönheit zu finden – eine Fähigkeit, die ihn zu einem Genie auf seinem Gebiet macht.