Film
Beschreibung
Im Anime-Film „Das wandelnde Schloss“ wird die Figur, die als die Hexe des Ödlands bekannt ist, oft mit ihrem Titel Hexe bezeichnet, dem deutschen Wort für witch. Ihre Vergangenheit gründet in einem vor langer Zeit geschlossenen Pakt, bei dem sie ihre angeborene Menschlichkeit gegen gewaltige magische Kräfte eintauschte. Es wird angedeutet, dass sie einen Pakt mit einem Feuerdämon einging, ähnlich dem Handel, den Howl selbst mit dem Feuerdämon Calcifer schloss. Dieser Vertrag verlieh ihr immense Fähigkeiten und ein verlängertes, unnatürliches Leben, jedoch zu einem hohen Preis, der sie in eine gefürchtete Zauberin verwandelte, die schließlich für fünfzig Jahre in die trostlosen Ödländer verbannt wurde.

Ihre Persönlichkeit ist eine komplexe Mischung aus extravaganter Bosheit, tiefsitzender Besessenheit und erbärmlicher Verletzlichkeit. Anfangs wird sie als eine furchterregende und grausame Gegenspielerin dargestellt, die ihre Macht ohne Zögern einsetzt, um ein junges Mädchen aus purer Bosheit zu verfluchen. Diese Boshaftigkeit entspringt jedoch nicht reinem Bösen, sondern einer tiefen Einsamkeit und einer verzweifelten, besitzergreifenden Schwärmerei für den Zauberer Howl. Sie begehrt verzweifelt Howls Herz, in dem Glauben, es werde ihr ewige Jugend und die ersehnte Liebe schenken, was ein grundlegendes Missverständnis von Liebe offenbart, die sie eher mit Besitz als mit gegenseitiger Zuneigung gleichsetzt. Nachdem ihr die königliche Zauberin Madam Suliman ihre Magie genommen hat, ändert sich ihre Persönlichkeit dramatisch. Sie wird schwachsinnig, fügsam und etwas kindlich, wobei sie nur ihre mürrische Art und eine anhaltende, fast mütterliche Zuneigung zu Howl behält.

Im Verlauf der Geschichte dient die Hexe des Ödlands als Hauptauslöser für die Reise der Protagonistin Sophie. Indem sie einen Zauber wirkt, der die junge Hutmacherin in eine gebrechliche alte Frau verwandelt, zwingt sie Sophie unfreiwillig dazu, ihr behütetes Leben zu verlassen und einen Weg zu suchen, den Fluch zu brechen. Diese Handlung setzt die gesamte Handlung in Gang und führt Sophie zu Howls wandelndem Schloss. Die Hexe stellt auch ein düsteres Spiegelbild dessen dar, was Howl selbst werden könnte: von Macht verzehrt, durch einen Pakt mit einem Dämon isoliert und von einer hohlen, besitzergreifenden Liebe getrieben. Nachdem sie im königlichen Palast ihre Kräfte verloren hat, wird sie zu einer bemitleidenswerten und abhängigen Gestalt, die Sophie in einem bedeutenden Akt des Mitgefühls mit ins Schloss nimmt. Dort wandelt sie sich von einer direkten Bedrohung zu einer chaotischen, manchmal lästigen, aber letztlich nicht bösartigen Präsenz im Haushalt.

Wichtige Beziehungen definieren die Rolle und Entwicklung der Hexe. Ihre bedeutendste Beziehung ist die zu Howl, dem sie unermüdlich nachstellt. Diese Verfolgung ist weniger von Zuneigung als von Aneignung geprägt, denn Howls Herz stellt den ultimativen Preis dar, um ihre verlorene Jugend und Vitalität wiederzuerlangen. Ihre Gefühle werden zurückgewiesen, und Howl verbringt einen Großteil der Geschichte damit, ihr auszuweichen. Ihre Beziehung zu Sophie ist anfangs von reiner Feindseligkeit geprägt; sie verflucht Sophie aus Eifersucht, da sie die Verbindung des Mädchens zu Howl spürt. Diese Dynamik kehrt sich jedoch später um, als Sophie zu ihrer Betreuerin wird. Trotz des Schadens, den die Hexe verursacht hat, erweist Sophie ihr große Güte, eine Geste, die für die Auflösung des Films entscheidend ist. Im Höhepunkt weigert sich die Hexe in ihrem geistig eingeschränkten Zustand zunächst, Howls noch schlagendes Herz herauszugeben, da sie es als ihren letzten Schatz umklammert. Doch als sie Sophies aufrichtige Bitten hört, zeigt sie einen Schimmer ihres früheren Selbst und gibt es auf, wodurch Howl vor seinem eigenen dämonischen Vertrag gerettet werden kann.

Ihr Entwicklungsbogen ist der einer mächtigen Antagonistin, die zu einer tragischen, fast komischen Figur reduziert wird. Sie beginnt als Schreckensgestalt, die die Realität verzerren und dunkle Geister befehligen kann. Nachdem Madam Suliman, die ihr einen „Anschlag auf das Leben des Königs“ vorwirft, ihr die Magie genommen hat, ist die Macht der Hexe verschwunden, und ihre physische Form schrumpft zu einer sanften alten Frau. In diesem Zustand verliert sie ihre grausame Schärfe und wird zu einer mürrischen, umherirrenden Älteren, die von Sophie abhängig ist. Man sieht sie am Herd schlafen, Kuchen essen und den jungen Lehrling Markl mit einer Zuneigung behandeln, die an Großmütterlichkeit grenzt. Diese Reise von einer mächtigen Schurkin zu einer harmlosen, senilen Figur unterstreicht das Thema des Films, dass ein Leben nur für Macht und Besitz zu einem leeren Ende führt.

Die Hexe des Ödlands besitzt mehrere bemerkenswerte Fähigkeiten. Bevor ihr die Macht entzogen wurde, war sie eine Zauberin von immenser Stärke, die verwandelnde Flüche wirken konnte, die das Alter und Aussehen einer Person verändern konnten, wie sie es bei Sophie tut. Sie konnte dunkle Geister beschwören und befehligen, wie die klumpenartigen Kreaturen, die sie aussendet, um das Schloss anzugreifen. Ihre Magie erlaubte es ihr auch, ihre eigene Gestalt zu manipulieren und ein Aussehen zu bewahren, das, wenn auch gealtert, vor ihrer Entmachtung noch robust war. Sie konnte magische Barrieren erschaffen, wie die, mit der sie die Tür des Schlosses blockierte, und führte einen Zauber aus, der Sophie zwang, eine traumatische Erinnerung noch einmal zu durchleben. Nachdem sie ihre offizielle magische Kraft verloren hat, bleibt nur eine Spur ihres Willens übrig, aber ihre angeborene magische Essenz ist verschwunden, sodass sie völlig gewöhnlich ist.