TV-Serie
Beschreibung
In der Erzählung von Fate/stay night: Unlimited Blade Works ist Gilgamesch der Diener der Archer-Klasse, der als Hauptantagonist auftritt. Er ist der antike König von Uruk, eine Figur aus dem ältesten erhaltenen Epos der Menschheitsgeschichte, und herrscht als absoluter „König der Helden“, der in seinem ursprünglichen Leben alle Schätze der Welt besaß. Ursprünglich im vorherigen Heiligen Gral-Krieg beschworen, ist er zum Zeitpunkt der Ereignisse von Unlimited Blade Works seit einem Jahrzehnt in der physischen Welt geblieben, nachdem er nach dem Tod seines ursprünglichen Meisters Tokiomi Tohsaka einen neuen Vertrag mit dem Priester Kirei Kotomine geschlossen hatte. Während dieser Route der Geschichte leiht Kotomine Gilgamesch dem unfähigen Magus Shinji Matou, um als dessen Diener zu dienen, nachdem Shinjis ursprünglicher Partner getötet wurde – eine Vereinbarung, die Gilgamesch mit gelangweilter Verachtung behandelt.

Gilgamesch besitzt eine Persönlichkeit, die von überragender Arroganz, immensem Stolz und einem tiefen Besitzgefühl gegenüber der Welt geprägt ist. Er betrachtet alle anderen Wesen, ob Mensch oder Diener, als minderwertige „Mischlinge“ oder „杂种“, die nur existieren, um seiner Unterhaltung zu dienen oder für ihre Unverschämtheit zermalmt zu werden. Diese Arroganz durchdringt jeden Aspekt seines Verhaltens; er hat keinen Respekt vor den Wünschen oder Idealen anderer und tut Konzepte wie Gerechtigkeit oder Gleichheit als törichte Fantasien ab. Seine selbst auferlegte Rolle als alleiniger Schiedsrichter über den Wert bedeutet, dass er glaubt, nur er habe das Recht zu beurteilen, was in seiner Schatzkammer, die seiner Meinung nach alle Schöpfungen der Menschheit umfasst, wertvoll oder wertlos ist. Trotz seines bösartigen Auftretens ist Gilgamesch kein gedankenloser Rohling. Er ist listig, geduldig und sehr aufmerksam, fähig zu komplexer Manipulation und langfristiger Planung, wie seine zehnjährige Anwesenheit in Fuyuki City zeigt.

Seine zentrale Motivation in Unlimited Blade Works ist zweigeteilt. Auf oberflächlicher Ebene sucht er den korrupten Heiligen Gral zurückzuerlangen, den er nicht für einen Wunsch nutzen, sondern eine katastrophale Auslese der Menschheit durchführen will. Er erklärt offen seine Absicht, die Mehrheit der Menschheit zu vernichten, da er glaubt, die moderne Gesellschaft sei aufgebläht, orientierungslos und voller Menschen ohne Ziel oder Verbindung zu einem sinnvollen Kampf. Sein Ziel ist kein einfacher Völkermord, sondern ein drastischer Neustart; er will die menschliche Bevölkerung auf einen Bruchteil ihrer derzeitigen Größe reduzieren, um so die Wertlosen auszusondern und die Überlebenden zu zwingen, unter dem Druck echter Not den Wert und die Noblesse des Lebens wiederzuentdecken. Auf einer persönlicheren Ebene wird er von einem obsessiven Verlangen getrieben, die Dienerin Saber, den Geist von König Artus, als seinen eigenen Besitz zu beanspruchen. Diese Fixierung ist ein Überbleibsel aus dem vorherigen Krieg, und er betrachtet sie als das einzige Objekt von Schönheit und Wert in der modernen Ära, das würdig ist, seine Königin zu sein.

Innerhalb der Rollenstruktur der Geschichte fungiert Gilgamesch als ultimativer Test für den Protagonisten Shirou Emiya. Während andere Antagonisten unmittelbare physische Bedrohungen darstellen, verkörpert Gilgamesch eine philosophische Opposition zu Shirois Idealen. Wo Shirou danach strebt, alle zu retten, glaubt Gilgamesch, dass die meisten es nicht wert sind, gerettet zu werden. Wo Shirou sich mit begrenzter Kraft seinen eigenen Weg bahnt, ist Gilgamesch der ursprüngliche Besitzer unendlicher Schätze. Der Höhepunkt der Unlimited Blade Works-Route hängt vollständig von ihrer Konfrontation ab. Gilgamesch dient als letztes Hindernis zwischen Shirou, Rin Tohsaka und dem korrupten Gral, den er entfesseln will. Er zeigt kein Interesse an den anderen Konflikten des Krieges, sondern wartet auf den richtigen Moment, um seinen weltverändernden Plan auszuführen, und eliminiert brutal andere Teilnehmer wie Illyasviel von Einzbern, um seine Ziele zu fördern.

Schlüsselbeziehungen definieren seine Rolle in der Erzählung. Seine Verachtung für Shinji Matou ist absolut; er betrachtet den Jungen als einen erbärmlichen, wertlosen Platzhalter-Meister und verspottet ihn häufig. Seine Beziehung zu Kirei Kotomine ist komplexer, aufgebaut auf einem gegenseitigen Verständnis für hedonistische Freude, die aus menschlichem Leid gezogen wird, obwohl Gilgamesch sich dennoch klar als überlegen betrachtet. Seine bedeutendste Dynamik ist die mit Shirou Emiya. Gilgamesch tut Shirou zunächst als hoffnungslose Fälschung und lärmenden Emporkömmling ab und weigert sich, ihn als ernsthafte Bedrohung zu betrachten. Dieser tiefsitzende Stolz erweist sich als seine kritische Schwäche, da er Shirois Realitätsmarmor, Unlimited Blade Works, unterschätzt, der Waffen schneller projizieren kann, als Gilgamesch sie aus seiner Schatzkammer ziehen kann, und direkt seinen bevorzugten Kampfstil kontert.

Gilgamesch durchläuft in Unlimited Blade Works keine moralische Erlösung oder dauerhafte Veränderung; sein Charakterbogen ist einer von statischem, monumentalem Stolz, der direkt zu seinem Untergang führt. Seine Entwicklung ist negativ, eine tragische Demonstration, wie absolute Macht absolut korrumpiert. Die einzige beobachtbare Veränderung ist seine wachsende Gereiztheit und schließlich panische Erkenntnis, dass der „Fälscher“ Shirou tatsächlich in der Lage ist, ihn zu besiegen – eine Wahrheit, die sein Ego bis zu dem Moment, als sein Arm abgetrennt wird, nicht akzeptieren will. Seine Niederlage erfolgt nicht, weil seine Macht versagt, sondern weil seine Unfähigkeit, einen unterlegenen Gegner als seiner vollen Stärke würdig anzuerkennen, ihn daran hindert, seine ultimative Waffe Ea rechtzeitig einzusetzen, um den Sieg zu sichern. Dieses Ergebnis ist die direkte Konsequenz seines Hochmuts, ein Fehler, der als zentraler Kommentar der Erzählung zur Leere unangefochtener Macht dient.

In Bezug auf Fähigkeiten wird Gilgamesch durchweg als der stärkste unter den Dienern genannt, obwohl seine Haltung ihn daran hindert, mit voller Kapazität zu kämpfen. Seine primäre Waffe ist das Tor von Babylon, ein Schlüssel, der ein räumliches Gewölbe öffnet, das die Originale jedes jemals von der Menschheit besessenen Schatzes, Artefakts und Edlen Phantasmas enthält. Im Kampf öffnet er typischerweise Portale in der Luft, um diese legendären Waffen als zielsuchende Geschosse abzufeuern – eine einfache, aber verheerend effektive Technik, die fast jeden Gegner überwältigen kann. Unter diesen Schätzen hat er einige spezifische Gegenstände, die er gezielt einsetzt. Die Ketten des Himmels, Enkidu, sind ein Edles Phantasma, benannt nach seinem einzigen Freund; diese Ketten sind eine gewaltige Fessel, die umso stärker wird, je höher die Göttlichkeit des Ziels ist, was sie für einen Gott nahezu unzerbrechlich macht. Schließlich ist sein ultimativer Besitz das Schwert Ea, ein anti-weltliches Edles Phantasma, das älter ist als das Konzept eines „Schwerts“. Sein Aktivierungsspruch ist Enuma Elish, und wenn es eingesetzt wird, entfesselt es einen sich drehenden, bohrerartigen Angriff, der Raum und Realität selbst wegschert – ein Angriff, der mühelos einen Realitätsmarmor wie Unlimited Blade Works zerstören kann. Gilgameschs Verachtung für seine Gegner ist so groß, dass er die Verwendung von Ea gegen einen „Mischling“ wie Shirou als tiefe Beleidigung seiner eigenen Maßstäbe betrachtet – eine Entscheidung, die sich letztlich als fatal erweist.