Film
Beschreibung
Kaya ist ein junges Mädchen aus dem Emishi-Dorf, das ganz zu Beginn der Geschichte eingeführt wird. Sie hat braunes Haar, das mit einer einzelnen roten Schleife zusammengebunden ist, und braune Augen. Sie trägt ein lila Kimono mit rotem Futter und einen Strohhut, der für ihr Dorf typisch ist. Bei ihrem ersten Auftritt zeigt sie bemerkenswerten Mut, als sie mit zwei anderen Mädchen vor dem Dämon Tatari Gami flieht. Als eine ihrer Begleiterinnen beim Hinunterrennen eines Hügels stolpert, zieht Kaya ihr Schwert und stellt sich dem monströsen Eber-Gott entgegen, um ihre Freundinnen zu verteidigen, obwohl sie weiß, dass sie unterlegen ist. Ashitaka kommt und rettet sie, indem er dem Dämon ins Auge schießt.

Kaya spricht Ashitaka mit dem Ehrenwort „Anisama“ an, was „Bruder“ bedeutet, obwohl dies in der kleinen Gemeinschaft ein Ausdruck von Zuneigung und Respekt ist und keine wörtliche Geschwisterbeziehung anzeigt. In ihrer eng verbundenen Emishi-Gemeinschaft ist Kaya mit Ashitaka verlobt. Laut Miyazaki war sie bereits mit Ashitakas Kind schwanger, und die Legende von Ashitaka würde durch ihre Nachkommen weitergegeben werden.

Ihr bedeutendster Moment ereignet sich, nachdem Ashitaka vom Dämon verflucht wurde. Aufgrund dieses Fluchs wird er im Dorf für tot erklärt und für immer verbannt, wobei die Tradition streng verbietet, ihn zu verabschieden. Trotz dieses Tabus widersetzt sich Kaya der Tradition, um sich von dem Mann zu verabschieden, den sie liebt. In der Dunkelheit gibt sie ihm ihren wertvollsten Besitz: einen kleinen Kristalldolch. Ihre Worte drücken ihre Angst aus, dass er sie vergessen könnte, und sie bittet ihn, den Dolch zu behalten, um sich an ihre Verbundenheit zu erinnern. In der Emishi-Tradition schenkte ein Mädchen ihrem zukünftigen Ehemann am Tag ihrer Hochzeit einen Kristalldolch. Indem sie ihm dieses Geschenk bei seinem Abschied gibt, erkennt Kaya stillschweigend an, dass diese Heirat nun nie stattfinden kann, doch sie möchte, dass er dieses Symbol ihrer Liebe auf seiner gefährlichen Reise mit sich trägt.

Kaya erscheint nach diesem Abschied nicht wieder im Film. Der Kristalldolch trägt jedoch ihre Präsenz als zentraler Gegenstand in der Erzählung weiter. Später, als Ashitaka San trifft und ihr die Tiefe seiner Gefühle und seine Aufrichtigkeit zeigen möchte, gibt er der Wolfsmädchen den Kristalldolch. Diese Handlung stellt eine Übertragung der Hingabe dar; so wie Kaya für Ashitaka alles bedeutete, als er im Dorf lebte, bedeutet San ihm nun dasselbe in seinem neuen Leben. Dieser Moment verleiht dem Liebesdreieck in der Geschichte eine zusätzliche Schicht von Wehmut, da das Geschenk einer weiblichen Figur einer anderen anvertraut wird.

In Bezug auf ihre Persönlichkeit ist Kaya durch ihre Loyalität, ihre stille Stärke und ihre Furchtlosigkeit beim Schutz ihrer Freunde definiert. Sie taucht nicht in der Haupthandlung des Films in der Eisenstadt oder im Wald auf, da ihre Rolle hauptsächlich darin besteht, das zu repräsentieren, was Ashitaka verloren hat: ein friedliches, traditionelles Leben, eine liebevolle Gemeinschaft und eine Zukunft mit einer Familie. Sie verkörpert eine sanftere, idealisiertere Welt, die im Gegensatz zu der Gewalt und dem industriellen Konflikt steht, die die Eisenstadt und den Krieg mit den Waldgöttern prägen. Sie besitzt keine übernatürlichen Fähigkeiten oder Kampfausbildung, die über das Kämpfen mit einem einfachen Schwert hinausgeht. Stattdessen liegt ihre Stärke im Emotionalen, da ihr Abschiedsgeschenk als entscheidende Verbindung zwischen Ashitakas Vergangenheit und seinem zukünftigen Weg zur Heilung seines Fluchs dient.