Film
Beschreibung
Bertha ist eine Nebenfigur, die als ältere Betreuerin und Begleiterin einer gebrechlichen, älteren Frau in der Küstenstadt auftritt, die den primären Schauplatz der Geschichte bildet. Sie wird als freundlich gesichtige Frau fortgeschrittenen Alters dargestellt, mit braunem Haar, das typischerweise zurückgebunden ist, und dunklen Augen. Ihre Rolle, wenn auch klein, bietet eine bedeutungsvolle Verbindung zur Vergangenheit und spendet der Protagonistin in einem Moment des Zweifels leise Ermutigung.

Was die Persönlichkeit betrifft, ist Bertha durchweg freundlich und warmherzig gegenüber jedem, dem sie begegnet. Trotz ihres eigenen fortgeschrittenen Alters widmet sie sich der Pflege der älteren Frau, der sie dient, reagiert auf Hilferufe bei fast jeder Aufgabe und sorgt rund um die Uhr dafür, dass das Haus und seine Bewohnerin versorgt sind. Diese Hingabe offenbart eine tief selbstlose und verantwortungsbewusste Natur. Eine verspieltere Seite ihrer Persönlichkeit zeigt sich in ihrer Faszination für das Fliegen. Ähnlich wie der enthusiastische Junge Tombo ist Bertha von der Idee des Fliegens gefesselt, und sie hat sich heimlich vorgestellt, auf einem Besen durch die Lüfte zu schweben.

Berthas primäre Motivation scheint eine stille Sehnsucht nach Verbindung und ein Gefühl des Staunens zu sein, das mit dem Alter nicht verblasst ist. Ihre Fürsorge für die ältere Frau ist nicht nur ein Job, sondern eine echte Verpflichtung, die aus Zuneigung und Pflichtbewusstsein entstanden ist. Ihre geheime Fantasie vom Fliegen deutet jedoch auf ein persönliches Verlangen nach Freiheit und Abenteuer hin, das ihre täglichen Pflichten nicht bieten. Dies macht sie zu einer unerwarteten Seelenverwandten der jungen Hexe, die genau die Magie und Unabhängigkeit verkörpert, von der Bertha träumt.

Innerhalb der Geschichte fungiert Bertha als Kundin und subtile Mentorin. Als Kiki zum ersten Mal eintrifft, um eine Lieferung zu machen, ist Bertha erfreut, sie im Haus willkommen zu heißen. Anders als viele Stadtbewohner, die Kiki mit Misstrauen oder Gleichgültigkeit betrachten, hat Bertha ein persönliches Verständnis für Hexen, da ihre eigene Urgroßmutter eine war. Diese familiäre Verbindung erlaubt es ihr, Kiki nicht als Kuriosität zu sehen, sondern als eine Person, die eine angesehene Tradition fortsetzt. Diese Akzeptanz gibt Kiki ein kleines, aber bedeutendes Gefühl der Zugehörigkeit in einer Zeit, in der sie sich oft wie eine Außenseiterin fühlt. Ihre Beziehung zu der älteren Frau, die sie pflegt, ist eine der gegenseitigen Abhängigkeit, obwohl Bertha die primäre Quelle physischer Hilfe ist. Die ältere Frau verlässt sich auf sie für fast jede Aufgabe, vom Wechseln von Glühbirnen bis zu täglichen Hausarbeiten, eine Verantwortung, die Bertha mit Geduld trägt, selbst wenn ihr eigenes Alter solche Arbeit schwierig macht.

Bertha durchläuft im Laufe der Erzählung keine dramatische persönliche Veränderung, aber ihre Anwesenheit trägt zur Entwicklung des zentralen Themas bei, Magie im Alltag zu finden. Sie und die ältere Frau bereiten einen speziellen Hering-Kürbis-Kuchen für die Enkelin der alten Frau zu, ein Geschenk der Liebe, das entscheidend für die Handlung wird, als Kiki ihre Flugfähigkeit verliert und es zu Fuß liefern muss. Diese Handlung unterstreicht Berthas Rolle bei der Schaffung von Momenten herzlicher Verbindung. Ihre bemerkenswerten Fähigkeiten sind nicht magisch, sondern praktisch und emotional. Sie ist eine außergewöhnlich hingebungsvolle Betreuerin, eine Fähigkeit, die immense Geduld und körperliche Ausdauer erfordert. Noch wichtiger ist, dass sie die Fähigkeit besitzt, Staunen in sich selbst und anderen zu nähren, eine Eigenschaft, die sich als genauso wertvoll erweist wie jeder Zauber. Ihre geheime Handlung, auf Kikis Besen zu sitzen und so zu tun, als würde sie fliegen, ist eine kleine, aber kraftvolle Darstellung der Vorstellungskraft und zeigt, dass das Verlangen nach Magie und Fliegen nicht auf die Jugend beschränkt ist.