Film
Beschreibung
Inugami Gyobu ist eine Figur aus dem Animationsfilm Pom Poko, in dem er als einer der drei großen älteren Tanuki-Anführer auftritt, die von der Insel Shikoku gerufen werden, um den kämpfenden Tanuki der Tama-Hügel bei Tokio zu helfen. Sein Name und seine Figur sind tief in der japanischen Folklore verwurzelt, wo er als legendärer Anführer der „Achthundertacht Tanuki“ der Provinz Iyo (dem heutigen Präfektur Ehime auf Shikoku) bekannt ist, ein berühmter Bake-Danuki oder monströser Marderhund, der die Burg Matsuyama bewacht haben soll.

In der Geschichte von Pom Poko wird Inugami Gyobu als eine Gestalt von immensem Alter, Weisheit und magischer Kraft dargestellt. Er ist eines der am meisten verehrten und mächtigsten Mitglieder seiner Art, das nicht nur von anderen Tanuki, sondern auch von Menschen in seiner Heimatregion hoch geschätzt wird, die ihn und die beiden anderen großen Ältesten in Schreinen verehren sollen. Sein körperliches Erscheinungsbild ist unverwechselbar. Anders als das typisch runde und fröhliche Bild eines Tanuki hat er scharfe, kantige Gesichtszüge und einen strengeren Ausdruck, der ihn einem Hund oder Wolf ähnelt. Dieses Design ist eine bewusste Anspielung auf seinen Namen Inugami, der in der japanischen Folklore „Hundegott“ oder „Wolfgeist“ bedeuten kann.

Seine Persönlichkeit ist die eines stolzen, pflichtbewussten und ehrenhaften Anführers, der jedoch auch pragmatisch und flexibel ist, wenn die Umstände es erfordern. Als Häuptling genießt er großen Respekt und ist es gewohnt, mit Ehrerbietung behandelt zu werden. Er kommt mit dem Gewicht seines legendären Status nach Tama und erwartet, eine Lösung für die Krise der jüngeren Tanuki zu bieten, indem er die uralte und mächtige Magie seiner Linie einsetzt. Seine Hauptmotivation ist es, die Lebensweise der Tanuki und ihre Lebensräume zu bewahren, indem er auf ein Hilfegesuch der verzweifelten Tanuki der Tama-Hügel reagiert. Er schließt sich den beiden anderen Weisen an, dem würdevollen Kincho Daimyoujin und dem exzentrischen Yashimano Hage, in einem gemeinsamen Bemühen, ihre Artgenossen zu retten.

Inugami Gyobus zentrale Rolle in der Geschichte besteht darin, seine immense spirituelle Kraft dem ehrgeizigsten Plan der Tanuki zu leihen: der Erschaffung eines massiven „Monsterfestivals“ oder einer Geisterparade, die die menschlichen Bauunternehmer erschrecken und sie davon überzeugen soll, dass das Land verflucht ist. Er ist ein wichtiger Teilnehmer dieser großen Illusion und nutzt seine Fähigkeiten zusammen mit den anderen Ältesten, um einen Zug von Hunderten von gigantischen, übernatürlichen Wesen, darunter Seeungeheuer und massive Geister, auf den Straßen Tokios erscheinen zu lassen. Zu seinen bemerkenswertesten Fähigkeiten gehören meisterhafte Verwandlung, die Erschaffung mächtiger Illusionen und die Materialisierung von Objekten sowie Pyrokinese oder geisterhaftes Feuer. Er kann auch Energie übertragen und seinen riesigen Clan von 808 Tanuki-Anhängern befehligen, obwohl er allein ist, als er nach Tama reist.

Tragischerweise erweist sich die immense Anstrengung, die erforderlich ist, um ein so groß angelegtes übernatürliches Ereignis aufrechtzuerhalten, als zu viel für seinen gealterten Körper. Während des Höhepunkts des Monsterfestivals erleidet Inugami Gyobu einen tödlichen Herzinfarkt und stirbt. Sein Tod ist ein ergreifender Moment, der die Verzweiflung und das Opfer des Kampfes der Tanuki unterstreicht. In einem Moment visueller Symbolik wird sein Geist von einer Schar buddhistischer Gottheiten ins Jenseits geführt, eine Szene, die das Ende des späteren Films von Regisseur Isao Takahata, Die Legende der Prinzessin Kaguya, widerspiegelt. Sein Tod und die anschließende Vereinnahmung der Parade durch einen menschlichen Geschäftsmann, der behauptet, es sei ein Werbegag gewesen, stellen einen wichtigen Wendepunkt im Film dar, der zu Verzweiflung und der Zersplitterung der Tanuki-Gemeinschaft führt. Während seine persönlichen Beziehungen zu den beiden anderen Ältesten nicht tiefgehend erforscht werden, handelt er im Einklang mit ihnen, und sein Verlust wird tief empfunden. Inugami Gyobu hat keinen Charakterbogen der Veränderung; stattdessen besteht sein narrativer Zweck darin, die volle, legendäre Macht der Tanuki in einem letzten, verzweifelten Schachzug zur Geltung zu bringen, und sein tragischer Tod dient dazu, die überwältigenden und gefühllosen Kräfte der Modernisierung zu veranschaulichen, gegen die die Tanuki kämpfen.