Film
Beschreibung
Major Ferrarin ist ein ehemaliger Kamerad des Protagonisten Porco Rosso und dient als Offizier der italienischen Luftwaffe während des Aufstiegs der faschistischen Partei. Die gemeinsame Geschichte zwischen Ferrarin und Porco ist tief; alte Fotografien in Ginas Hotel zeigen, dass Ferrarin, Porco (damals bekannt unter seinem menschlichen Namen Marco Pagot), ein verstorbener Freund namens Berlini und Gina alle Kindheitsfreunde waren. Diese gemeinsame Vergangenheit begründet ein Band der Loyalität und Freundschaft, das trotz der sehr unterschiedlichen Wege, die ihr Erwachsenenleben genommen hat, bestehen bleibt.

Was die Persönlichkeit betrifft, wird Ferrarin als pragmatischer und gutmütiger Mann dargestellt, der ein Pflichtgefühl gegenüber seinem Land bewahrt, doch seine Loyalität zu seinem alten Freund bleibt eine starke Triebfeder. Er wird nicht als Ideologe dargestellt, sondern eher als jemand, der sich dafür entschieden hat, innerhalb eines Systems zu arbeiten, das zunehmend faschistisch wird. Seine Beweggründe scheinen aus dem Wunsch zu entstehen, seinen alten Freund Marco zu beschützen und zu unterstützen, während er seinen Verpflichtungen als Major der Armee nachkommt. Dies bringt ihn in eine komplexe moralische Position, da er ein aktiver Teil des faschistischen Regimes ist, dem er dient.

Ferrarin spielt eine entscheidende unterstützende Rolle im zweiten Akt der Geschichte. Er trifft Porco in einem Kino in Mailand, wo er seinen Freund warnt, dass er ein gesuchter Mann sei, mit Haftbefehlen wegen Anklagen wie Hochverrat und illegaler Einreise. In einem aufrichtigen Versuch, ihn vor der Geheimpolizei zu schützen, bietet Ferrarin Porco eine Position in der Luftwaffe an und verspricht, seinen Einfluss zu nutzen, um die rechtlichen Probleme zu lösen. Porco lehnt dieses Angebot bekanntermaßen mit seinem ikonischen Satz ab: „Ich wäre lieber ein Schwein als ein Faschist.“ Ferrarin akzeptiert die Entscheidung seines Freundes und riskiert später seine eigene Karriere und Sicherheit, indem er sein eigenes rotes Wasserflugzeug steuert, um Porco und die junge Ingenieurin Fio Piccolo durch eine militärische Blockade zu lotsen und ihnen die Fluchtroute zu bieten, die sie brauchen, um einer Gefangennahme zu entgehen. Er fungiert auch als Informant und funkt Gina an, um sie zu warnen, dass die italienische Luftwaffe sich für das letzte Duell zwischen Porco und dem amerikanischen Piloten Curtis in Stellung bringt.

Im gesamten Film zeigt Ferrarin wenig persönliche Entwicklung, da seine Rolle darin besteht, den Weg darzustellen, den Porco abgelehnt hat. Er dient als statischer Gegenpart zum Protagonisten; während Porco ein unabhängiger, unpolitischer Kopfgeldjäger geworden ist, der außerhalb gesellschaftlicher Zwänge lebt, bleibt Ferrarin innerhalb der korrumpierenden Struktur des Staates, versucht, sie zum Guten zu nutzen, wird aber letztlich von ihr kompromittiert. Seine bemerkenswerteste Fähigkeit ist sein Können als Pilot. Er steuert ein auffälliges rotes Wasserflugzeug, die MC72, was seinen Status als Top-Flieger der italienischen Armee anzeigt. Sein Name und seine Figur sind eine Hommage an den realen italienischen Luftfahrtpionier und Flugrennfahrer Arturo Ferrarin.