TV-Serie
Beschreibung
Dante ist der Hauptantagonist der Anime-Adaption von Fullmetal Alchemist aus dem Jahr 2003, eine Figur, die speziell für diese Version der Geschichte geschaffen wurde und im Original-Manga nicht vorkommt. Sie ist eine mächtige und uralte Alchemistin, die zu Beginn der Erzählung bereits über vierhundert Jahre lebt. Ihr oberstes Ziel ist es, ihr eigenes Leben um jeden Preis zu erhalten – ein Bestreben, das ihr viel von ihrer Menschlichkeit geraubt und sie zu einer zutiefst manipulativen und menschenfeindlichen Gestalt gemacht hat.

In ihrer fernen Vergangenheit war Dante die Geliebte und Partnerin von Hohenheim von Licht, dem Vater der Elric-Brüder. Gemeinsam führten sie die verbotene Transmutation durch, die den ersten Philosophenstein erschuf, und opferten dabei unzählige Leben. Mit der Kraft dieses Steins begannen beide, ihre Seelen in neue, jüngere Körper zu übertragen, um eine Form der Unsterblichkeit zu erlangen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Hohenheim jedoch von Dantes zunehmender Grausamkeit und Missachtung des Lebens desillusioniert und verließ sie schließlich. Diese Verlassenheit schürte einen Großteil von Dantes späterer Bitterkeit und ihrem zwanghaften Bedürfnis, ihre ewige Existenz ohne ihn aufrechtzuerhalten.

Als Persönlichkeit ist Dante der Inbegriff kalter, berechnender Manipulation. Sie kümmert sich nicht um das Leben anderer und betrachtet die Menschheit als egoistische, ignorante Kreaturen, die des Wissens der Alchemie nicht würdig sind. Sie hat keine moralischen Bedenken, Kriege anzuzetteln, Massaker zu inszenieren oder ganze Bevölkerungen zu opfern, da sie glaubt, dass solche Handlungen für ihr Überleben notwendig sind und sie die Menschheit im Grunde vor sich selbst schützt. Hinter ihrer gefassten und oft charmanten Fassade verbirgt sich eine zutiefst arrogante und narzisstische Person, die sich als eine Gottheit über der Masse betrachtet. Trotz ihres Egoismus ist sie auch eine Heuchlerin; während sie behauptet, über fehlerhaften Menschen zu stehen, wird ihre gesamte Existenz von der menschlichsten aller Ängste angetrieben: der Angst vor dem Tod.

Dantes Rolle in der Geschichte ist die der verborgenen Drahtzieherin. Sie ist die wahre Anführerin der Homunkuli, der künstlichen Wesen, die aus fehlgeschlagenen menschlichen Transmutationen geboren wurden. Sie setzt sie als ihre Agenten ein und verspricht ihnen im Austausch für ihre Dienste, mit einem Philosophenstein menschlich zu werden. Durch ihren Homunkulus Pride, der als Führer King Bradley dient, kontrolliert sie die Nation Amestris aus dem Schatten und manipuliert militärische und politische Ereignisse, um das Chaos und Leid zu erzeugen, das notwendig ist, um einen verzweifelten Alchemisten dazu zu treiben, einen neuen Philosophenstein für sie zu erschaffen. Ihre wichtigsten Beziehungen sind alle transaktional. Ihre ehemalige Schülerin Izumi Curtis ist eine der wenigen Menschen, denen sie eine gewisse, wenn auch getrübte Zuneigung entgegenbringt, obwohl sie sie letztlich als Werkzeug betrachtet. Ihre Homunkuli, einschließlich ihres eigenen „Sohnes“ Envy, sind bloße Bauern, die weggeworfen werden, wenn sie ihren Nutzen überlebt haben. Ihr Wiedersehen mit Hohenheim offenbart ihre anhaltende, verdrehte Besessenheit von ihm, aber als er sie zurückweist, zögert sie nicht, seine Seele auf die andere Seite des Tores zu verbannen.

Im Laufe ihrer jahrhundertelangen Lebenszeit durchläuft Dante eine deutliche negative Entwicklung. Die anfängliche Liebe und Verzweiflung, die sie dazu trieb, Hohenheim vor dem Tod zu retten, ist längst zu einem rein selbstsüchtigen Überlebenswillen verkommen. Zur Zeit der Serie ist sie nicht mehr zu einer bedeutungsvollen emotionalen Bindung fähig. Ihre Seele, die so oft übertragen wurde, ist erodiert. Dies zeigt sich in ihrem späten Körper, der jungen Frau Lyra, der trotz ihrer alchemistischen Kräfte schnell zu verfallen und zu verwesen beginnt. Hohenheim offenbart ihr, dass dieser Verfall die unvermeidliche Konsequenz ihrer Handlungen ist: Ihre Seele ist abgenutzt und kann keinen lebenden Körper mehr erhalten. Diese Enthüllung treibt sie, anstatt zur Selbstreflexion, nur zu noch verzweifelteren und hektischeren Maßnahmen, um einen neuen Philosophenstein zu erlangen, der eine weitere Übertragung ermöglicht.

Dante ist eine außergewöhnlich begabte Alchemistin, selbst nach den hohen Maßstäben der Serie. Wie die Elric-Brüder und ihre ehemalige Schülerin Izumi kann sie Transmutationen ohne einen traditionellen Kreis durchführen, indem sie einfach in die Hände klatscht. Über die Standard-Alchemie hinaus besitzt sie einzigartige Fähigkeiten, die mit ihrem langen Studium des Tores verbunden sind. Sie kann die ätherischen „Tor-Kinder“ beschwören, indem sie einen Säugling als Opfer darbringt, den Homunkulus Gluttony in ein geistloses, gefräßiges Monster verwandeln und Alchemie durchführen, die den Geist, den Körper und die Seele einer Person trennen kann. Obwohl sie selbst nie einen Philosophenstein erschaffen hat, wird angedeutet, dass dies nicht auf mangelndes Können zurückzuführen ist, sondern auf die Angst vor den direkten Konsequenzen. Ihre Macht hat letztlich eine entscheidende Schwäche: Je mehr sie ihre Seelenübertragungstechnik anwendet, desto instabiler werden ihre neuen Körper, was zu beschleunigtem Verfall und schließlich zu ihrem Tod führt.
Besetzung