TV-Serie
Beschreibung
Gluttony, auch bekannt als Gula, ist ein Homunkulus und einer der Hauptantagonisten in Fullmetal Alchemist. Wie sein Name andeutet, verkörpert er die Sünde der Völlerei und wird durch einen unstillbaren, alles verschlingenden Hunger definiert. Er ist einer der sieben Homunkuli, die einem mächtigen, uralten Wesen namens Vater dienen, und sein Hauptzweck ist es, Befehle zu befolgen und seinen endlosen Appetit zu stillen.

Hintergrundtechnisch ist Gluttony ein künstliches Wesen, das von Vater mit einem Philosophenstein als Kern erschaffen wurde. Dieser Stein ist die Quelle seiner Unsterblichkeit und seiner unglaublichen Regenerationsfähigkeiten, die es ihm ermöglichen, sich von fast jeder Wunde zu erholen, solange der Stein noch Macht besitzt. Er gehört zu den älteren Homunkuli, und seine Erschaffung war Teil eines bestimmten, fehlgeschlagenen Experiments; Vater versuchte, ihn als Mittel zu nutzen, um das Tor der Wahrheit, die Quelle allen alchemistischen Wissens, zu umgehen oder zu replizieren. Obwohl dieses Experiment sein primäres Ziel nicht erreichte, verlieh es ihm seine furchterregendste Fähigkeit.

Gluttony hat ein unverwechselbares und groteskes Aussehen. Er ist klein, extrem übergewichtig und kahl, mit unverhältnismäßig langen Armen und großen Händen. Seine Augen sind klein, rund und haben keine Pupillen oder sichtbaren Iris, was ihm einen leeren Blick verleiht. Der einzigartigste Aspekt seines Designs ist das Ouroboros-Tattoo, das Zeichen eines Homunkulus, das sich auf seiner Zunge befindet. Diese Platzierung ist eine ständige Erinnerung an sein bestimmendes Merkmal.

Seine Persönlichkeit steht in starkem Kontrast zur monströsen Natur vieler seiner Geschwister. Gluttony besitzt ein einfaches, kindliches und bemerkenswert fügsames Wesen. Er ist einfältig und besitzt nicht den Intellekt oder den Ehrgeiz, aus eigenem Antrieb zu handeln, sondern befolgt lieber die Befehle anderer, ohne zu hinterfragen. Er scheint nicht die gleiche Art von Verachtung für Menschen zu hegen, die andere Homunkuli oft zeigen, noch scheint er die Endgültigkeit des Todes vollständig zu begreifen, wenn er Menschen verschlingt. Aufgrund seiner begrenzten Intelligenz und seines Mangels an Selbstbeherrschung benötigt er ständige Aufsicht und wird fast immer mit einem anderen Homunkulus zusammengebracht, der ihn führt.

Seine zentrale Motivation ist ein einfaches, alles verzehrendes Bedürfnis zu essen. Er wird von einem ständigen, gefräßigen Hunger getrieben, der niemals gestillt werden kann. Er sieht fast alles, und besonders Menschen, als potenzielle Nahrung. Er hat eine besondere Vorliebe dafür, Frauen zu essen, die er als weich und schmackhaft beschreibt. Sein Markenzeichen ist, um Erlaubnis zu fragen, jemanden zu essen, eine Frage, die er dem jeweiligen Geschwister stellt, das zu dieser Zeit für ihn verantwortlich ist. Während er ruhig und sogar freundlich sein kann, wenn seine Befehle klar sind und sein Hunger gestillt ist, ändert sich sein Verhalten drastisch, wenn ihm die Erlaubnis zum Essen gegeben wird oder wenn er wütend wird. In diesen Zuständen verfällt er in eine schreckliche Raserei und gibt jede Vernunft auf, um sein Ziel zu verfolgen.

Gluttonys Rolle in der Geschichte ist die eines primären Feldagenten und Vollstreckers für die Homunkuli. Er wird häufig als Spurensucher eingesetzt, dank seines übermenschlichen Geruchssinns, der es ihm ermöglicht, bestimmte Personen über weite Entfernungen oder in völliger Dunkelheit zu lokalisieren. Er ist auch damit beauftragt, Beweise zu beseitigen, da seine kräftigen Kiefer und sein ätzendes Verdauungssystem alles vollständig auflösen können, von menschlichen Leichen bis hin zu ganzen Gebäuden.

Seine wichtigste Beziehung ist die zu Lust. Er ist fast nie ohne sie zu sehen, und er betrachtet sie mit einer tiefen, kindlichen Zuneigung, sieht sie als ältere Schwester oder Mutterfigur. Er ist ihr völlig ergeben und wird nach ihrem Tod durch die Hand von Oberst Roy Mustang untröstlich und orientierungslos. Dieses Ereignis ist das Einzige, das eine unabhängige, rachsüchtige Wut in ihm hervorrufen kann, da er einen starken Hass auf Mustang entwickelt. Er teilt auch eine Bindung zu seinen anderen Geschwistern, aber keine ist so bedeutend wie die zu Lust.

Gluttony erlebt eine bemerkenswerte Entwicklung, hauptsächlich durch Verlust. Für den größten Teil der Serie ist er eine statische Figur, definiert durch seinen Hunger und seinen Gehorsam gegenüber Lust. Ihr Tod ist ein traumatischer Wendepunkt, der seine einfache Welt zerstört. Seine Trauer ist echt und tief, und es ist das erste Mal, dass er aus einem rein persönlichen Motiv handelt: Rache. Am Ende erlebt er keinen heldenhaften oder erlösenden Tod. Nachdem er im Kampf schwer geschwächt wurde und sein Philosophenstein fast erschöpft ist, wird er von seinem eigenen Bruder, Pride, kannibalisiert und absorbiert, der ihn verschlingt, um seine verbleibende Kraft und sensorischen Fähigkeiten zu erlangen. Er stirbt in Angst und ruft nach der einen Person, die er liebte, Lust. Die 2003er Anime-Adaption hat ein anderes Schicksal für ihn; nach Lusts Tod löscht sein Schöpfer, Dante, seinen Geist, um seine Trauer zu stoppen, und verwandelt ihn in eine wirklich geistlose, wilde Bestie, die sie schließlich verschlingt.

Seine bemerkenswerten Fähigkeiten gehen weit über die Fähigkeit hinaus, alles zu essen. Seine alltäglichsten, aber effektivsten Fähigkeiten sind seine übermenschliche Stärke, überraschende Beweglichkeit für seine Größe und sein unglaublicher Geruchssinn. Seine Hauptwaffe ist sein Mund, mit kräftigen Kiefern und scharfen Zähnen, die Stahl, Stein und sogar den ultimativen Schild seines Bruders Greed durchbeißen können. Im Manga und im Brotherhood-Anime ist seine ultimative Technik sein falsches Tor der Wahrheit. Wenn er wütend ist, öffnet sich sein Oberkörper und gibt ein massives Auge frei, das von verlängerten Rippen umgeben ist, die als Fangzähne fungieren. Dieses Auge kann einen mächtigen Wirbel erzeugen, der alles in seiner Sichtlinie in eine scheinbar unendliche, blutgetränkte Dimension in seinem eigenen Körper saugt. Dieses Taschenreich ist eine fehlgeschlagene Nachahmung des echten Tores, aus dem es kein einfaches Entkommen gibt. Diese Fähigkeit, kombiniert mit seiner Unsterblichkeit, macht ihn zu einem furchterregend gefährlichen Feind.