TV-Serie
Beschreibung
Edward Elric, oft unter seinem militärischen Titel „Fullmetal Alchemist“ bekannt, ist der junge Protagonist seiner Geschichte. Geboren in der kleinen ländlichen Stadt Resembool, ist er ein Wunderkind auf dem Gebiet der Alchemie und wird im Alter von zwölf Jahren zum jüngsten Staatsalchemisten in der Geschichte des fiktiven Landes Amestris. Er hat goldene Augen und blondes Haar, das er normalerweise zu einem Zopf gebunden trägt, und ist für sein Alter bemerkenswert klein, eine Eigenschaft, auf die er äußerst empfindlich reagiert. Sein auffälligstes körperliches Merkmal ist sein Automail, eine Art fortschrittliche Prothese, die seinen fehlenden rechten Arm und sein linkes Bein ersetzt.

Edwards Hintergrund ist von einer tiefgreifenden persönlichen Tragödie geprägt. Nachdem seine Mutter Trisha Elric starb, als er jung war, widmeten er und sein jüngerer Bruder Alphonse sich dem Studium der Alchemie in einem verzweifelten Versuch, sie zurückzubringen. Sie versuchten das ultimative alchemistische Tabu: die menschliche Transmutation. Der Versuch scheiterte katastrophal aufgrund des Gesetzes des Äquivalenten Austauschs, dem Prinzip, dass etwas von gleichem Wert verloren gehen muss, um etwas anderes zu gewinnen. Edward verlor sein linkes Bein als Tribut für das Durchschreiten des Tores der Wahrheit und das Erblicken unermesslichen alchemistischen Wissens. In einem letzten, verzweifelten Akt, um Alphonse zu retten, dessen gesamter Körper vom Tor genommen wurde, opferte Edward seinen eigenen rechten Arm, um die Seele seines Bruders an eine große Rüstung zu binden.

Dieses Ereignis ist der Hauptantrieb für seine Motivationen. Edward wird von einem starken Verantwortungsgefühl und der Liebe zu seinem Bruder Alphonse angetrieben, den er als seine wichtigste Familie betrachtet. Sein Hauptziel ist es nicht, seine eigenen Gliedmaßen wiederherzustellen, sondern einen Weg zu finden, Alphonse in seinen ursprünglichen menschlichen Körper zurückzubringen, da er glaubt, dass der Unfall seine Schuld ist. Diese Suche führt ihn dazu, dem Staatsmilitär als Hund des Militärs beizutreten, eine Position, die er widerwillig akzeptiert, aber als notwendig ansieht, um Zugang zu Ressourcen und Informationen zu erhalten, hauptsächlich über den legendären Stein der Weisen, von dem gemunkelt wird, dass er das Gesetz des Äquivalenten Austauschs umgehen kann.

Was die Persönlichkeit betrifft, ist Edward komplex. Er ist oft hitzköpfig, impulsiv und handelt schnell nach seinen Gefühlen, anstatt eine Situation zu überdenken. Trotz seines genialen Intellekts kann er kindisch sein, besonders wenn es um seinen Hass auf Nadeln und Milch geht oder wenn seine geringe Körpergröße kommentiert wird, was eine übertriebene und explosive Reaktion auslöst. Unter dieser feurigen Fassade ist er jedoch zutiefst selbstlos, idealistisch und besitzt ein starkes Gerechtigkeitsgefühl. Er glaubt fest an das Konzept des „Äquivalenten Austauschs“ als Leitphilosophie für das Leben, obwohl die Ereignisse seiner Reise diese Weltanschauung herausfordern und reifen lassen. Er ist äußerst unabhängig, hat oft das Gefühl, dass seine Probleme nur von ihm allein gelöst werden können, und weigert sich, andere die Last seiner Fehler tragen zu lassen.

Edwards Rolle in der Geschichte ist die der treibenden Kraft der Erzählung. Zusammen mit Alphonse reist er durch Amestris, untersucht alchemistische Geheimnisse, gerät mit abtrünnigen Alchemisten aneinander und deckt eine große militärische Verschwörung auf, an der unsterbliche Wesen, bekannt als Homunkuli, beteiligt sind. Seine Beziehungen sind zentral für die Geschichte. Seine Bindung zu Alphonse ist der emotionale Kern der Serie, wobei Edward bereit ist, alles für seinen Bruder zu opfern. Seine Kindheitsfreundin Winry Rockbell ist seine Automail-Mechanikerin und spätere Ehefrau. Sie ist eine ständige Quelle der Unterstützung und eine bodenständige Präsenz in seinem Leben, trotz ihrer häufigen Streitereien. Er teilt auch eine bedeutende Mentor-Schüler-Bindung mit seiner Lehrerin Izumi Curtis, die ihm sowohl Alchemie als auch Kampfsport beibrachte, und eine komplizierte, aber respektvolle Rivalität mit Oberst Roy Mustang, seinem Vorgesetzten im Militär.

Im Laufe seiner Reise durchläuft Edward eine bedeutende Entwicklung. Er beginnt als begabter, aber arroganter Junge, der glaubt, dass Alchemie alles lösen kann, einschließlich der Umkehrung des Todes. Die schrecklichen Folgen seines Versuchs, seine Mutter wiederzubeleben, und spätere Tragödien wie das Schicksal von Nina Tucker lehren ihn Demut und die Unumkehrbarkeit von Verlust. Er lernt, dass die Welt nicht immer den fairen Regeln des Äquivalenten Austauschs folgt. Am Ende der Geschichte haben sich seine Werte von der Jagd nach Macht oder sogar der Alchemie selbst entfernt. In einem Höhepunkt der Selbstlosigkeit opfert er schließlich seine eigene Fähigkeit, Alchemie zu betreiben, sein eigenes „Tor der Wahrheit“, als den äquivalenten Preis, um den Körper seines Bruders wiederherzustellen, was zeigt, dass er menschliche Verbindungen und das Leben weit mehr schätzt als jede übernatürliche Macht.

Edward ist ein beeindruckender Kämpfer. Seine Alchemie ist einzigartig, weil er nach dem Anblick des Tores der Wahrheit keinen Transmutationskreis mehr zeichnen muss; er kann Transmutationen einfach durch Zusammenschlagen seiner Hände durchführen, was mit seinen Armen und seinem Körper einen vollständigen Kreis bildet. Dies ermöglicht es ihm, Materialien im Kampf fast augenblicklich zu transmutieren, wobei er häufig den Boden zu mächtigen Konstruktionen formt oder seinen Automail-Arm in eine Klinge verwandelt. Diese alchemistische Fähigkeit wird mit einem rigorosen Nahkampftraining kombiniert, das er von Izumi Curtis erhalten hat, was ihn trotz seiner Prothesen zu einem agilen und einfallsreichen Kämpfer macht.