TV-Serie
Beschreibung
Jeanne Bécu, bekannt als Comtesse du Barry, ist eine zentrale Antagonistin im frühen Teil von Die Rosen von Versailles. Sie dient als letzte offizielle Mätresse von König Ludwig XV., eine Position, die ihr enormen Einfluss und einen herausragenden Platz am Hof verschafft. Ihr Charakter ist geprägt von ihrer niedrigen Herkunft, die sie durch List und Ehrgeiz überwindet, nur um ihre Macht durch die Ankunft der jungen Dauphine Marie Antoinette bedroht zu sehen.

Als Bürgerliche geboren und mit fünf Jahren Waise, unterscheidet sich du Barrys Hintergrund stark von den blauäugigen Adligen von Versailles. Im Anime wird ihre Vergangenheit als eine von extremer Armut und Überlebenskampf dargestellt, in der sie Prostituierte in den Slums von Paris wurde, um sich zu ernähren. Sie nutzte ihren Verstand und Charme, um diesem Leben zu entkommen; sie erpresste einen wohlhabenden Kunden um Geld und verwickelte schließlich einen Adligen, Comte du Barry, in eine Vernunftehe, um den Titel der Gräfin zu erlangen. Eine Legende am Hof, die von ihren Feinden eifrig verbreitet wird, besagt, dass sie ihren neuen Ehemann kurz nach der Hochzeit vergiftete, um ihr Erbe ungehindert zu sichern. Diese rücksichtslose Pragmatik ebnete ihr den Weg in den Palast von Versailles, wo sie ihre Schönheit nutzte, um den alternden König zu bezaubern und seine Maitresse-en-titre zu werden.

Du Barrys Persönlichkeit ist eine volatile Mischung aus Stolz, Neid und Unsicherheit. Da sie aus dem Nichts aufgestiegen ist, verteidigt sie ihren hart erkämpften Status vehement und genießt den Luxus und die Aufmerksamkeit, die ihre Position ihr bietet. Sie ist äußerst manipulativ und intrigant und nutzt häufig ihren Einfluss auf Ludwig XV., um ihre eigene Stellung zu verbessern und diejenigen zu verfolgen, die sie beleidigen. Als Marie Antoinette am Hof ankommt und aufgrund ihrer Jugend und königlichen Geburt zum neuen Mittelpunkt der Bewunderung wird, reagiert du Barry mit intensiver Eifersucht. Ihr Stolz wird am meisten verletzt, als die Dauphine, der Hofetikette folgend, dass eine niederrangige Dame nicht zuerst sprechen darf, sich weigert, sie anzuerkennen. Diese vermeintliche Beleidigung treibt du Barry zu Wutanfällen, bei denen sie weinend gezeigt wird, Gegenstände zerbricht und den König tadelt, um die Sache zu erzwingen. Sie wird von einem verzweifelten Bedürfnis nach Bestätigung und dem Erhalt ihrer Vormachtstellung in Versailles getrieben, ohne zu erkennen, dass ihre Macht nur von der flüchtigen Zuneigung des Königs geliehen ist.

Ihre primäre Rolle in der Geschichte ist die eines Hindernisses für Marie Antoinette und eine Darstellung des moralischen Verfalls und der Korruption des Ancien Régime. Die intensive Rivalität zwischen den beiden Frauen wird zum zentralen Konflikt der höfischen Gesellschaft. Du Barry, eine Bürgerliche und Prostituierte, hält den höchsten inoffiziellen Rang, während Marie Antoinette, eine Erzherzogin von Österreich, technisch gesehen die höchstrangige offizielle Dame ist. Dieser Widerspruch führt zu einem Machtkampf, bei dem du Barry ihren Einfluss nutzt, um die Dauphine zur Unterwerfung zu zwingen. Diese Fehde ist so bedeutend, dass sie ausländische Diplomaten einbezieht, da Marie Antoinettes Mutter, Kaiserin Maria Theresia von Österreich, ihre Tochter unter Druck setzt, mit du Barry zu sprechen, um einen diplomatischen Zwischenfall zu vermeiden, der das französisch-österreichische Bündnis gefährden könnte. Die Töchter des Königs, die Mesdames, nutzen die Situation aus und füttern Antoinette mit Geschichten über du Barrys skandalöse Vergangenheit, um sicherzustellen, dass die Zurückweisung anhält, da sie die Mätresse ihres Vaters verabscheuen. Ihre bedeutendste Beziehung neben dem König und Antoinette ist die zu Oscar François de Jarjayes. In einem verzweifelten Versuch, einen populären Verbündeten zu gewinnen, versucht du Barry, Oscar zu kontrollieren, indem sie ihre Mutter als ihre Hofdame einsetzen lässt. Dies schlägt spektakulär fehl, als Oscar sie mit gezogenem Degen konfrontiert und eine vernichtende Rede hält, die du Barrys Stolz zerschmettert, indem sie die Vergänglichkeit ihrer Macht offenlegt, die vollständig auf dem Leben eines sterbenden Königs beruht.

Die Figur durchläuft eine klare, wenn auch begrenzte Entwicklung, hauptsächlich durch ihre Interaktion mit Oscar. Während sie meist als boshaft und bösartig dargestellt wird, zeigt sich eine nuanciertere Seite, als sie ihrer Macht beraubt wird. Nachdem Ludwig XV. an Pocken erkrankt und ihm die Absolution verweigert wird, es sei denn, er entferne „seine Sünde“ vom Hof, wird du Barry gewaltsam aus Versailles vertrieben. Als sie weggefahren wird, spiegelt eine Szene ihre frühere Grausamkeit wider; sie wird von den Wachen misshandelt und im Schlamm zurückgelassen. Es ist Oscar, der eingreift und ihr die Hand reicht. In diesem Moment der Verletzlichkeit legt du Barry ihre Fassade ab. Sie gesteht Oscar, dass ihr ganzes Leben ein Überlebenskampf war, und dankt ihr für die gezeigte echte Freundlichkeit, was die verzweifelte und verhärtete Frau hinter der intriganten Gräfin offenbart. Dieser Moment bietet Oscar eine entscheidende Einsicht und hilft ihr, die tiefen Ungerechtigkeiten und Verzweiflung zu erkennen, die unter der glitzernden Oberfläche von Versailles schwelen.

Was bemerkenswerte Fähigkeiten betrifft, besitzt du Barry keine körperliche Stärke oder adlige Abstammung. Ihre Macht gründet sich vollständig auf ihre soziale und sexuelle List. Sie ist eine Meistermanipulatorin, die geschickt ihren Charme, ihre Tränen und ihren Körper einsetzt, um den König zu beeinflussen und Gefälligkeiten zu gewinnen. Ihre primäre Fähigkeit ist die strategische Nutzung der strengen Hofetikette sowohl als Waffe als auch als Schutzschild. Sie versteht die Sprache der Mode und Extravaganz und versucht, Marie Antoinette mit immer prächtigeren Kleidern und Schmuck zu überstrahlen, um ihren Status als führende Dame des Hofes zu erhalten. Letztendlich ist ihre einzige wirkliche Waffe ihr Zugang zum Ohr des Königs, und sobald dieser weg ist, ist sie völlig machtlos, was die fragile Grundlage ihrer gesamten Welt veranschaulicht.