TV-Serie
Beschreibung
Madame du Barry ist eine zentrale Antagonistin im frühen Teil von „Die Rosen von Versailles“ und dient als gewaltige Rivalin der jungen Marie Antoinette. Ihre Figur ist geprägt von ihrem dramatischen Aufstieg aus tiefster Armut zur letzten offiziellen Mätresse von König Ludwig XV., einer Position, die ihr immense, wenn auch prekäre Macht am extravaganten Hof von Versailles verleiht.

Als Bürgerliche geboren und früh verwaist, ist du Barrys Hintergrund von schierem Überleben geprägt. Gezwungen, in den Gossen von Paris zu leben, wurde sie Prostituierte, um die harten Realitäten ihrer Existenz zu ertragen. Diese prägende Zeit flößte ihr einen wilden, fast verzweifelten Hunger nach Reichtum, Luxus und Sicherheit ein. Sie war entschlossen, ihren niedrigen Stand zu verlassen, und nutzte ihren Verstand und ihren Körper, um die soziale Leiter zu erklimmen. Ihr Plan, einen wohlhabenden Kunden zu erpressen, verschaffte ihr die Mittel, um den Grafen du Barry zu heiraten – eine Verbindung, die ihr den Titel gab, den sie brauchte, um den goldenen Käfig von Versailles zu betreten. Einmal dort angekommen, ließ ihr Ehrgeiz sie ihren Ehemann vergiften und schnell den alternden König Ludwig XV. umgarnen, um seine allmächtige Mätresse zu werden.

Ihre Persönlichkeit ist eine volatile Mischung aus Stolz, Neid und rücksichtsloser Manipulation. Sie ist äußerst theatralisch und neigt zu gewalttätigen Wutanfällen, wenn ihr Wille herausgefordert wird, wobei sie oft Gegenstände in ihrer Wohnung zertrümmert, um ihrer Wut Luft zu machen. Du Barry ist sich der Macht, die ihre Position ihr verleiht, sehr bewusst und zögert nicht, die Zuneigung des Königs zu nutzen, um Minister zu ernennen oder zu entlassen, Lügen zu verbreiten und den Monarchen gegen ihre Feinde aufzubringen. Ihre größte Schwäche ist jedoch ihre tiefsitzende Unsicherheit bezüglich ihrer bürgerlichen Herkunft, die als brennender Neid gegenüber jedem von höherem, legitimen Adelsstand zutage tritt. Dieser Neid richtet sich am intensivsten auf Marie Antoinette, deren königliche Abstammung, Jugend und natürliche Eleganz den Hof sofort in ihren Bann ziehen und du Barrys eigene extravagante Darbietungen überstrahlen.

Du Barrys Hauptrolle in der Geschichte ist die einer direkten Antagonistin von Marie Antoinette. Unter der strengen Etikette von Versailles durfte ein niederrangiger Adliger nicht mit einem höherrangigen sprechen. Als die Dauphine Marie Antoinette, entsetzt über du Barrys berüchtigten Ruf, es bewusst ablehnt, sie anzusprechen, entfacht sie eine bittere und sehr öffentliche Fehde. Du Barry sieht diese Zurückweisung nicht nur als persönliche Beleidigung, sondern als direkte Bedrohung der Macht und des Prestiges, das sie sich so hart erarbeitet hat. Sie verwendet beträchtliche Energie darauf, gegen die Dauphine zu intrigieren, versucht, sie mit immer extravaganten Kleidern und Juwelen zu überstrahlen, und manövriert, um eine öffentliche Anerkennung zu erzwingen. Dieser Konflikt bringt andere Figuren in schwierige Positionen, insbesondere Oscar François de Jarjayes. Du Barry versucht, Oscar zur Parteinahme zu zwingen, indem sie ihre Mutter als Hofdame einsetzen lässt – ein politischer Schachzug, der nach hinten losgeht und zu einer demütigenden Konfrontation führt, bei der Oscar die Gräfin mit dem Degen bedroht.

Trotz ihrer schurkischen Intrigen bietet die Serie eine nuancierte Darstellung, die eine einfache Karikatur vermeidet. Ihre wichtigsten Beziehungen sind von Nutzen und Überleben geprägt. Ihre Bindung zu Ludwig XV. ist transaktional; sie bietet Gesellschaft und Vergnügen, er bietet Luxus und Schutz. Sobald seine Gesundheit nachlässt, verfliegt ihre Macht. Ihr bedeutendster Entwicklungsmoment ereignet sich, als sie nach dem Tod des Königs gewaltsam aus Versailles vertrieben wird. Als Oscar sie hinausbegleitet, zeigt sich ein seltener Moment der Verletzlichkeit. Du Barry spricht offen über ihre harte Kindheit und erklärt, dass ihr Hunger nach Juwelen einfach ein Ersatz für den Hunger nach Brot war, den sie so lange kannte. Dieses Geständnis offenbart, dass ihr rücksichtsloser Ehrgeiz in ihren Augen ein verzweifelter und reueloser Kampf ums Überleben in einer korrupten Gesellschaft war – ein Moment, der Oscar tief beeindruckt und eine scharfe Kritik am Adel liefert, der solches Leid zuließ. Mit dem Verlust ihrer Machtquelle wird sie in ein Kloster geschickt, wobei ihr letztendliches Schicksal Jahre später die Hinrichtung durch die Guillotine ist. Ihre bemerkenswerte Fähigkeit ist nicht der physische Kampf, sondern die Meisterschaft der sozialen Manipulation, der höfischen Intrige und der Einsatz ihrer Sexualität als Werkzeug, um politische Macht zu erlangen und auszuüben, bis die Institution, die sie erhob, sie letztlich fallen lässt.