TV-Serie
Beschreibung
Kôyô Tôya ist der Vater von Akira Toya und ein professioneller Go-Spieler, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere fünf große japanische Titel hält: Meijin, Jūdan, Tengen, Gosei und Ōza. Er gilt weithin als der stärkste Go-Spieler der Welt und wird von vielen in der japanischen Go-Gemeinschaft als der einzige lebende Spieler angesehen, der dem legendären Go-Heiligen Shusaku, der historischen Identität des Geistes Fujiwara no Sai, ebenbürtig ist. Tôyas oberstes Ziel ist es, wie Sai, den Kami no Itte, den Göttlichen Zug, zu erreichen, und er widmet sein Leben dieser Suche.

Im Charakter ist Tôya in seinem Berufs- und Privatleben stoisch und ernst. Er bewahrt auch in Drucksituationen eine ruhige, gefasste Haltung und zeigt selten starke Emotionen. Dennoch hegt er eine tiefe, stille Zuneigung zu seinem Sohn Akira und ist sehr stolz auf Akiras Entwicklung als Spieler. Er ist ein anspruchsvoller, aber auch unterstützender Vater, und seine Liebe drückt sich durch seine hohen Erwartungen aus. Tôya ist zudem ein disziplinierter, prinzipientreuer Mensch, der Tradition und Integrität im Go-Spiel schätzt. Er respektiert Stärke und ist demütig genug, zuzugeben, wenn er übertroffen wurde, wie nach seinem legendären Internet-Match gegen Sai zu sehen ist.

Tôya begegnet Hikaru Shindo zum ersten Mal bei einem Kinder-Go-Turnier, wo Hikaru (mit Sai, der durch ihn spielt) ein schwieriges Problem sofort löst und später ein paar Züge gegen Tôya spielt, bevor er flieht. Dieser Vorfall, zusammen mit der wachsenden Besessenheit seines Sohnes Akira von Hikaru nach zwei Niederlagen durch Sai, weckt Tôyas Neugier. Er spielt schließlich während des Anfänger-Dan-Turniers gegen Hikaru und gewinnt, bemerkt jedoch, dass ein anderer, weitaus stärkerer Spieler hinter Hikarus Zügen steckt – Sai, der sich absichtlich selbst behinderte. Als Tôya mit Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wird, arrangiert Hikaru ein Online-Match zwischen ihm und Sai, mit der Wette, dass der Meijin zurücktritt, wenn er verliert. Tôya nimmt die Herausforderung an und verliert mit dem knappsten aller Vorsprünge (einen halben Punkt). Wortgetreu tritt er vom professionellen Go zurück. In der Folge verschwindet Sai, aber Tôya sucht weiterhin nach einem Rückkampf. Er beginnt international zu reisen, um an Turnieren teilzunehmen und gegen talentierte Amateure zu spielen, und soll Berichten zufolge sogar stärker geworden sein als zu seiner Zeit als Profi.

Tôyas Rolle in der Geschichte ist vielschichtig. Er dient als etablierter Höhepunkt der heutigen Go-Welt, ein lebendiger Maßstab, den sowohl Akira als auch Hikaru zu übertreffen anstreben. Er ist auch ein Katalysator für wichtige Handlungsentwicklungen: Sein Match gegen Sai führt zu Sais Verschwinden und Hikarus anschließender Krise, und sein Rücktritt eröffnet Möglichkeiten für die nächste Generation. Als Vater bietet er eine ständige Motivation für Akira, der sich bemüht, seinen Respekt zu verdienen und ihn schließlich zu übertreffen. Zu seinen weiteren wichtigen Beziehungen gehört seine Mentorenschaft für Seiji Ogata, den er unterrichtet hat und der ihm mit tiefem Respekt begegnet.

Tôyas Fähigkeiten am Brett sind außergewöhnlich. Er besitzt eine ungewöhnlich scharfe Intuition, die durch jahrelanges Lesen von Gegnern geschärft wurde, was ihn, gepaart mit seinem kraftvollen, geduldigen Stil, zu einem beeindruckenden Gegner macht. Er kann eine Vielzahl von Varianten im Kopf analysieren und ist bekannt für seine ruhige, präzise Ausführung. Seine Lesetiefe ist so groß, dass selbst Sai aus der Heian-Zeit ihn als den einen zeitgenössischen Spieler erkennt, der eines ernsthaften Matches am würdigsten ist. Nach seinem Rücktritt verfeinert Tôya weiterhin seine Fähigkeiten, und Beobachter bemerken, dass er noch stärker wird, nicht länger gebunden durch den Druck der Titelverteidigung.

Im Laufe der Serie durchläuft Tôya eine subtile, aber bedeutungsvolle Entwicklung: Von einem scheinbar unangreifbaren Champion an der Spitze der japanischen Go-Hierarchie erlebt er eine demütigende Niederlage, hält sein Versprechen zurückzutreten und erfindet sich dann als wandernder Spieler neu, der sich ausschließlich der Suche nach dem Göttlichen Zug widmet. Seine Reise spiegelt das Thema wider, dass wahre Meisterschaft niemals statisch ist und dass selbst die Größten neue Höhen erklimmen können.