TV-Serie
Beschreibung
Bertia, deren vollständiger Name Bertia Ibil Noches lautet, ist die weibliche Hauptfigur der Light-Novel- und Anime-Serie „An Observation Log of My Fiancée Who Calls Herself a Villainess“. Sie ist die erstgeborene Tochter des Hauptzweigs der adligen Familie Noches und wird als die Kindheitsverlobte von Prinz Cecil eingeführt.

Schon in sehr jungen Jahren kam Bertia zu einer erschütternden Erkenntnis: Sie wurde in die Welt eines Otome-Spiels wiedergeboren, eines romantischen Visual Novels, das sie in ihrem früheren Leben gespielt hatte. In diesem Spiel ist ihre Figur dazu bestimmt, die Bösewichtin zu sein, eine Rivalin der Spielheldin, die dazu bestimmt ist, mit Prinz Cecil zusammenzukommen. Mit diesem Wissen gewappnet, beschließt Bertia, ihre Rolle perfekt zu erfüllen. Ihr Hauptziel ist es, das zu werden, was sie eine „reine Blume des Bösen“ nennt, indem sie Schurkenstreiche begeht, um Cecil in die Arme der wahren Heldin des Spiels, Heronia, zu treiben. Sie glaubt, dass sie durch die Sicherstellung dieser „korrekten“ Paarung eine glückliche und friedliche Zukunft für das Königreich und für Cecil selbst sichern kann, selbst auf Kosten ihres eigenen Glücks.

Allerdings steht Bertias Persönlichkeit grundlegend im Widerspruch zu ihrer selbst auferlegten Mission. Trotz aller Bemühungen, grausam und berechnend zu sein, ist sie in Wirklichkeit ein süßes, naives und unglaublich aufrichtiges Mädchen. Ihre Versuche, böse zu sein, werden von ihren Mitmenschen fast immer auf komische Weise missverstanden. Als sie zum Beispiel absichtlich eine Teetasse zerschmettert, um ein neues Dienstmädchen einzuschüchtern, stellt sich heraus, dass das Dienstmädchen die Tasse heimlich selbst beschädigt hatte und Angst vor Bestrafung hatte. Bertias „Wutanfall“ wird als cleverer Schachzug angesehen, um die Schuld auf sich zu nehmen, was das Dienstmädchen vor Erleichterung und Dankbarkeit weinen lässt. Diese Missverständnisse, die aus Bertias angeborener Freundlichkeit entstehen, verwandeln ihre bösartigen Pläne konsequent in Akte unbeabsichtigten Heldentums. Sie ist auch eine sehr energiegeladene und etwas tollpatschige Person, ein „Genki Girl“, dessen Lebhaftigkeit, wie angemerkt wird, Farbe in das ansonsten triste Leben des Prinzen gebracht hat.

Im Laufe der Geschichte ist Bertias Rolle die einer Köder-Protagonistin. Obwohl sie eine zentrale Figur ist, wird die Erzählung hauptsächlich aus der Perspektive ihres Verlobten, Prinz Cecil, erzählt, der ihr seltsames Verhalten mit Neugier und wachsender Zuneigung beobachtet. Ihre Hauptmotivation ist es, Cecil und Heronia zusammenzubringen, aber Cecil ist völlig desinteressiert an der Heldin und wird stattdessen immer faszinierter von Bertia. Ihre Handlungen sind der Katalysator für die Handlung, da sie unwissentlich die Ereignisse des ursprünglichen Spiels verändert. In der Annahme, dass ihre Mutter dazu bestimmt ist, an einer Seuche zu sterben, führen Bertias panische Versuche, eine Bösewichtin zu sein, dazu, dass Cecil Nachforschungen anstellt und die Seuche verhindert, bevor sie überhaupt ausbrechen kann, was das Glück ihrer Familie festigt.

Wichtige Beziehungen prägen Bertias Reise. Ihre Beziehung zu Cecil ist zentral; sie ist entschlossen, ihn zu seinem eigenen Wohl zu verlassen, während er ebenso entschlossen ist, sie an seiner Seite zu behalten. Sie sieht ihn als ihre „einzige und alleinige Freude“, ein Gefühl, das sie aus ihrem einsamen früheren Leben mitgebracht hat, was ihre tief verwurzelte Motivation erklärt, sein Glück zu sichern, selbst wenn es ihren eigenen Untergang bedeutet. Ihre Beziehung zur Heldin, Heronia, ist voller Ironie. Bertia versucht, ihre Rivalin zu sein, aber Heronia ist wirklich manipulativ und grausam, was Bertia, die selbsternannte Bösewichtin, im Vergleich noch tugendhafter erscheinen lässt. In ihrer Familie wird Bertia geliebt und unterstützt, und ihr Vater findet ihr „Anleitung zum Bösewicht-Sein“-Buch sogar beeindruckend gut gemacht.

Im Laufe der Serie durchläuft Bertia eine subtile, aber bedeutende Entwicklung. Sie beginnt schließlich zu erkennen, dass ihre Welt nicht strikt der Erzählung des Spiels folgt und dass ihre Handlungen echte, positive Konsequenzen haben. Am Ende der Hauptgeschichte beginnt sie zu akzeptieren, dass sie nicht die Bösewichtin ist, für die sie sich hält, was es ihr erlaubt, sich von dem starren Schicksal zu lösen, das sie für sich selbst konstruiert hatte. Dieses Wachstum ist mit ihren Erkenntnissen über Liebe, Handlungsfähigkeit und den Unterschied zwischen Fiktion und Realität verbunden.

Was die Fähigkeiten betrifft, besitzt Bertia mehrere bemerkenswerte Eigenschaften. Unbekannt für sie selbst für einige Zeit, hat sie einen Vertrag mit einem dunklen Geist geschlossen. Während der Name bösartig klingt, sind diese Geister auf defensive Magie spezialisiert, eine Kraft, die mehr mit ihrer beschützenden Natur übereinstimmt. Ihre wahren Talente liegen woanders: Sie hat eine verborgene Begabung für Organisation und Verlagswesen. Dieselben Fähigkeiten, die sie nutzt, um detaillierte Schurkenhandbücher zu erstellen, werden von Cecil als perfekt für die Erstellung von Reiseführern oder Hochzeitsmagazinen erkannt, ein Weg, den sie später im Leben erfolgreich einschlägt. Darüber hinaus wirkt ihr süßes und unschuldiges Auftreten wie eine Art Glücksbringer; ihre adligen Altersgenossen glauben, dass das Schenken von Süßigkeiten ihnen Glück in der Liebe bringt, und sie wird als lebender Glücksbringer angesehen, ähnlich wie in ihrem früheren Leben, als die Leute sie für einen Hausgeist hielten.