TV-Serie
Beschreibung
In der Anime-Adaption von 1972, Pinocchio: The Series, auch bekannt als Mokku of the Oak Tree, ist die Figur namens Grille eine kleine, sprechende Insektenfigur, deren Rolle dem düsteren Ton von Carlo Collodis ursprünglichem Roman von 1883 eng folgt. In dieser Version lautet ihr Name im japanischen Original einfach Koorogi, was Grille bedeutet.

Die Grille wird sehr früh in der Serie als Bewohner von Geppettos Werkstatt eingeführt. Anders als spätere, sentimentalere Darstellungen einer solchen Figur erlebt diese Grille ein abruptes und vorzeitiges Ende, fast unmittelbar nachdem sie versucht, die neu belebte Marionette zu beraten. Bei dem Versuch, Pinocchio davon abzuhalten, Geppetto zu wecken, wird die Grille versehentlich weggeschleudert und landet auf dem Griff eines Hammers. Als sie wieder auf die Beine kommt, fällt der Hammer um und zerdrückt sie zu Tode. Dieser versehentliche Tod ist ein Schlüsselmoment, der das Engagement der Serie für die ungeschönten Konsequenzen des Ausgangsmaterials etabliert.

Dies ist jedoch nicht das Ende des Einflusses der Grille. Nach ihrem Tod kehrt sie als geisterhafter Schatten zurück. In dieser spektralen Form wird ihre Hauptfunktion zu der eines klassischen literarischen Gewissens. Obwohl sie nicht mehr physisch anwesend ist, erscheint die Grille Pinocchio in Momenten großer Versuchung oder moralischer Krise, insbesondere wenn die Marionette kurz davor ist, eine schlechte Entscheidung zu treffen oder unzuverlässigen Charakteren wie dem Fuchs und der Katze oder den Schlägern Jack und Willie zu folgen. Diese Erscheinungen dienen als Warnungen, die Pinocchio drängen, den richtigen Weg zu wählen und nach Hause zurückzukehren. Trotz ihrer Bemühungen ignoriert Pinocchio diese geisterhaften Ratschläge häufig, was zu weiteren Missgeschicken und Leiden führt.

Die Charakterisierung der Grille in dieser Serie ist geprägt von ihrer Rolle als Stimme der Vernunft, als sympathische Figur und als beharrlicher moralischer Kompass. Sie drückt Enttäuschung über Pinocchios Fehler aus und beschreibt ihn einmal als ungehorsamen Schlingel, der seinen Vater an gebrochenem Herzen sterben lassen wird. Ihre Motivationen sind konsequent darauf ausgerichtet, die Marionette zur Güte zu führen und sie mit Geppetto wiederzuvereinen. Über ihre Rolle als spiritueller Führer hinaus erscheint die Grille auch in einer greifbareren Szene, in der sie zusammen mit einer Krähe und einer Eule als Arzt fungiert, der Pinocchios Verletzungen versorgt, was ihre frühere Erfahrung mit der problematischen Natur der Marionette offenbart.

Im Laufe der Erzählung entwickelt sich die Beziehung der Grille zu Pinocchio von einer kurzen, tödlichen physischen Begegnung zu einer dauerhaften spirituellen Vormundschaft. Obwohl sie nicht im traditionellen Sinne Gefährten sind, ist die Grille eine ständige, unsichtbare Präsenz, die sich aufrichtig um Pinocchios letztendliches Schicksal sorgt. Die Entwicklung der Marionette kann daran gemessen werden, dass sie allmählich, wenn auch langsam, lernt, auf die Warnungen der Grille zu hören. Die Figur besitzt keine magischen Fähigkeiten im traditionellen Sinne, aber ihre bemerkenswerte Fähigkeit ist ihre Beharrlichkeit über den Tod hinaus als Geist, was es ihr ermöglicht, ihre selbst auferlegte Pflicht weiter zu erfüllen, dafür zu sorgen, dass Pinocchio lernt, gut zu sein. Sie ist eine kleine Kreatur mit einer bedeutenden Rolle, die die beständige Stimme des Gewissens verkörpert, die der hölzerne Junge so oft zu überhören versucht.