Film
Beschreibung
Hisako ist eine ältere Dame und langjährige Bewohnerin der Küstenstadt Kissakibetsu, wo sie als Malerin lebt. Sie wird zum ersten Mal vorgestellt, als sie auf die Protagonistin Anna trifft, die aus gesundheitlichen Gründen in die ländliche Stadt gekommen ist. Die beiden begegnen sich, als sie unabhängig voneinander denselben malerischen Ort für ihre Kunst auswählen; Hisako malt die Aussicht, während Anna sie skizziert. Dieses gemeinsame Interesse an der Landschaftsdarstellung bildet die Grundlage ihrer Verbindung, und Hisako lobt Annas zeichnerische Fähigkeiten.

Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf dem alten Marsh House, einem großen, verlassenen Herrenhaus auf der anderen Seite des Wassers, das für sie eine bedeutende persönliche Geschichte birgt. Hisako fungiert als entscheidende Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit und agiert als lokale Historikerin, die den Schlüssel zu den Geheimnissen der Stadt besitzt. Sie verrät Anna, dass das Marsh House von einer Familie aus Tokio gekauft wurde und bald renoviert wird – eine Information, die Anna dazu führt, Sayaka kennenzulernen, die Tochter der einziehenden Familie.

Später in der Geschichte wird ein Gemälde des Marsh House in Sayakas neuem Schlafzimmer entdeckt. Da Hisako es als ihr eigenes Werk erkennt, wird sie gebeten, seine Herkunft zu erklären. Sie bestätigt, dass sie es für ihre Kindheitsfreundin Marnie gemalt hat, und erklärt sich bereit, Anna und Sayaka die ganze Wahrheit über Marnies Leben zu erzählen. Ihre Motivation ist weder böswillig noch rein informativ; sie nähert sich der Geschichte mit einem Gefühl von Pflicht und Ernsthaftigkeit und warnt die Mädchen, dass sie sehr traurig sei, bevor sie darauf bestehen, alles zu hören.

Durch Hisakos Erzählung wird die komplexe Geschichte des Marsh House und seiner früheren Bewohner enthüllt. Sie berichtet, dass sie Marnie seit ihrer frühesten Kindheit kannte, und beschreibt, wie Marnies Zuhause trotz ihrer wohlhabenden Erziehung und glamourösen Partys von Vernachlässigung geprägt war. Marnies Eltern waren oft abwesend und ließen sie in der Obhut einer grausamen Kinderfrau und boshafter Dienstmädchen zurück. Hisako erzählt weiter die Geschichte von Marnies gesamten Erwachsenenleben: ihre Heirat mit einem freundlichen Freund namens Kazuhiko, die Geburt ihrer Tochter Emily und die verheerenden Ereignisse, die folgten, darunter Kazuhikos unerwarteter Tod und Marnies anschließender Zusammenbruch, der dazu führte, dass sie in ein Sanatorium eingewiesen wurde. Sie erklärt die tragische Entfremdung zwischen Marnie und ihrer Tochter Emily und schließlich die Umstände, die zu Emilys Tod bei einem Autounfall führten, wodurch ihre Tochter zur Waise wurde. Indem sie enthüllt, dass dieses verwaiste Kind letztendlich von Marnie selbst aufgenommen wurde, die dann ebenfalls verstarb, liefert Hisako Anna unwissentlich die fehlenden Puzzleteile ihrer eigenen Identität und bestätigt, dass Marnie Annas leibliche Großmutter war.

Hisakos bedeutendste Beziehung ist die zu Anna. Sie fungiert als mentorähnliche Figur und Führerin, die Anna hilft, ihre eigene Herkunft zu verstehen und ihren Frieden mit der Vergangenheit zu finden. Am Ende des Films, bevor Anna mit ihrer Adoptivmutter Yoriko nach Sapporo zurückkehrt, stellt Anna sie bewusst einander vor, was Hisakos Bedeutung in Annas Reise unterstreicht. Hisakos Name, der „Kind der langen Zeit“ bedeutet, spiegelt ihre tiefe, beständige Verbindung zur Geschichte von Kissakibetsu und ihre Rolle als Hüterin von Erinnerungen wider, die Generationen umspannen. Ihre bemerkenswerte Fähigkeit ist keine übernatürliche, sondern vielmehr ihr Gedächtnis und ihre Rolle als Malerin und Geschichtenerzählerin, die durch ihre Kunst und ihre Worte die Kluft zwischen Vergangenheit und Gegenwart überbrückt.