TV-Serie
Beschreibung
Floki ist ein zentraler Antagonist in Vinland Saga und bekleidet den Rang eines Kommandanten innerhalb der Jomswikinger, einer elitären und mächtigen Söldnertruppe von Wikingern. Seine Position platziert ihn unter den wichtigsten militärischen Führern, die unter König Sven von Dänemark während dessen Invasion Englands dienen, und er dient weiterhin unter Svens Nachfolger, Knut. Flokis bedeutendste Tat, die die gesamte Geschichte in Gang setzt, ist die Anheuerung des Söldnerführers Askeladd, um seinen ehemaligen Kameraden Thors zu ermorden. Dieses Ereignis, angetrieben von Flokis Ehrgeiz und persönlichen Groll, bringt dem Protagonisten Thorfinn großes Leid und prägt den Verlauf der Erzählung.

Was das Aussehen betrifft, wird Floki mit hellem Haar dargestellt, das auf mittlere Länge geschnitten ist – ein Stil, der sich von vielen anderen Wikingern abhebt. Sein Bart ist ebenfalls zu einer markanten rechteckigen Form gestutzt, was seinem Gesicht ein kantiges, strenges Aussehen verleiht. Eine große Narbe verläuft auf der rechten Seite seines Gesichts bis zur Lippe, und auffälligerweise fehlen ihm die Augenbrauen. Anfangs wird er manchmal mit Helm gezeigt, häufiger jedoch ohne, gekleidet in die Standardkleidung seiner Jomswikinger-Mannschaft.

Flokis Persönlichkeit ist geprägt von Ehrgeiz, kalter Berechnung und tiefsitzender Kleinlichkeit. Er ist ein äußerst schlauer und gerissener Mensch, der fast alles tut, um seine Ziele zu erreichen. Sein Hauptantrieb ist sein Machtstreben, insbesondere seinen Enkel Baldur als Häuptling der Jomswikinger einzusetzen, obwohl Baldur selbst kein Interesse an dieser Position hat. Floki ist zudem außergewöhnlich nachtragend. Er hegte einen langjährigen Groll gegen seinen Jomswikinger-Kameraden Thors, da er das Gefühl hatte, dass Thors stets auf ihn herabgesehen habe. Dieser Groll trug maßgeblich zu seiner Entscheidung bei, Thors töten zu lassen, wobei er Thors‘ Desertion von den Jomswikingern vor fünfzehn Jahren als bequemen Vorwand nutzte. Trotz seiner Rücksichtslosigkeit wird seine aufrichtige Fürsorge für seinen Enkel Baldur als seine einzige erlösende Eigenschaft dargestellt.

Flokis Rolle in der Geschichte ist die eines Schlüsselantagonisten und politischen Akteurs. Er wird häufig von seinen Vorgesetzten, darunter der Jomswikinger-Häuptling Sigvaldi und König Sven, mit heiklen und delikaten Aufgaben betraut. Zu diesen Missionen gehören die Verfolgung von Thors in Island, um ihn zur Rückkehr zu den Jomswikingern zu zwingen, und der Versuch, den mächtigen Krieger Thorkell zu überreden, seine Loyalität wieder der dänischen Krone zuzuwenden. Diese Aufträge zeigen, dass Floki über ein gewisses diplomatisches Geschick verfügt, auch wenn seine Methoden oft rücksichtslos sind. Später, während der dänischen Thronfolgekrise, intrigiert er, um König Svens älteren Sohn Harald zu unterstützen, und plant gegen Prinz Knut, was ihn in direkten Konflikt mit Askeladd bringt, der dem Prinzen die Treue geschworen hat. Als König Sven ermordet wird, versucht Floki, die Führung des dänischen Heeres an sich zu reißen, wird jedoch von Knut überlistet, der schnell das Kommando übernimmt. Nachdem Knut den Thron bestiegen hat, dient Floki weiterhin als hoher Vasall, obwohl seine Hauptloyalität den Jomswikingern gilt, und unterhält ein Zweckbündnis mit dem neuen König.

Wichtige Beziehungen prägen Flokis Handlungen und seinen Platz in der Welt. Seine Beziehung zu Thors ist eine von ehemaliger Kameradschaft, die in Eifersucht und Groll umschlug. Seine Entscheidung, Thors ermorden zu lassen, ist der Grundstein seiner Schurkerei und die Quelle des zentralen Konflikts für Thorfinn. Seine Beziehung zum Jomswikinger-Kommandanten Thorkell ist eine weitere Verbindung aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Floki versucht, Thorkell für seine eigenen Zwecke zu nutzen, doch der unberechenbare und mächtige Krieger ist nicht leicht zu kontrollieren. Als Untergebener und später Verbündeter von König Sven und König Knut ist Floki ein wertvoller, aber treuloser Aktivposten, der stets zu seinem eigenen Vorteil und dem seiner Familie manövriert. Seine bedeutendste persönliche Beziehung ist die zu seinem Enkel Baldur, für dessen Zukunft er bereit ist, alles und jeden zu opfern.

Im Laufe der Serie durchläuft Flokis Charakter eine bedeutende Entwicklung, insbesondere in seinem Streben nach Macht. Seine Intrigen, um Baldur die Häuptlingswürde der Jomswikinger zu sichern, führen schließlich zu einer großen Konfrontation während des Ostseekriegs. Er sieht Thorfinn, den Sohn des von ihm ermordeten Mannes, als größte Bedrohung für das Erbe seines Enkels, obwohl Thorfinn erklärt, kein Interesse an der Position zu haben. In seiner Paranoia heuert Floki den tödlichen Attentäter Garm an, um Thorfinn zu beseitigen. Dieser Plan schlägt spektakulär fehl, als Garm auf eigene Faust den Verbündeten Vagn tötet, was Thorkell erzürnt und zu einem Großangriff auf Flokis Festung Jomsborg führt. Im daraus resultierenden Chaos versucht Floki, seine Festung und seine Männer im Stich zu lassen, wird jedoch gefangen genommen. Letztendlich verschont Thorfinn, der Rache abgeschworen hat, Flokis Leben, verbringt ihn jedoch ins Exil und entzieht ihm alle Autorität. Nachdem er alles verloren hat, wofür er gekämpft hat, wird Floki zu einem gebrochenen und gealterten Mann, der gezwungen ist, mit seinem Enkel Baldur und einer Handvoll Gefolgsleuten auf eine Reise in ein ungewisses Schicksal aufzubrechen.

Was bemerkenswerte Fähigkeiten betrifft, ist Floki nicht in erster Linie als Frontkämpfer bekannt, obwohl seine Kampffertigkeiten als Kommandant der Jomswikinger als beeindruckend gelten. Er wird kurz gezeigt, wie er die Klingen mit Askeladd kreuzt, was beweist, dass er sich verteidigen kann. Flokis wahre Stärke liegt in seiner Intelligenz, seinem politischen Scharfsinn und diplomatischen Geschick. Seine ständige Beauftragung mit heiklen Missionen durch mächtige Führer wie Sigvaldi und König Sven zeigt, dass er für seine Fähigkeit geschätzt wird, zu verhandeln, zu manipulieren und komplexe politische Situationen zu bewältigen, bei denen rohe Gewalt allein nicht ausreicht. Diese Kombination aus Ehrgeiz, politischem Geschick und der Bereitschaft, Verrat zu nutzen, macht ihn zu einem gefährlichen und effektiven Antagonisten.