TV-Serie
Beschreibung
Dwight Greenhill hat den Rang eines Admirals im Freien Planetenbund inne und dient als dessen Untersuchungschef, nachdem er zuvor Stabschef des Raumflottenkommandeurs war. Als langjähriger und hoch angesehener Offizier ist er für sein ruhiges und prinzipientreues Auftreten bekannt und gilt innerhalb der militärischen Hierarchie des Bundes als Gemäßigter und Gentleman. Trotz seines hohen Ansehens wurden seine strategischen Vorschläge während großer Feldzüge wie der Vierten Schlacht von Tiamat und der Sechsten Schlacht von Iserlohn von der zivilen Führung häufig ignoriert.

Greenhills grundlegende Persönlichkeit ist geprägt von einem tiefen Verantwortungsbewusstsein, gepaart mit einem ruhigen und eher zurückhaltenden Wesen. Er ist einer der wenigen hochrangigen Offiziere, die das strategische Genie von Yang Wen-li früh in seiner Karriere erkannten, und zeigt einen scharfen Blick für Talente, der sich nicht von Rang oder Konventionen beeinflussen lässt. Diese Weitsicht spiegelt sich auch in seinem Privatleben als Vater von Frederica Greenhill wider, die später Yangs Adjutantin werden sollte. Er ist Witwer, und seine Beziehung zu seiner Tochter ist von tiefer, wenn auch komplizierter Zuneigung geprägt.

Seine Hauptmotivation entspringt einer tiefen Desillusionierung gegenüber der korrupten und stagnierenden Zivilregierung des Freien Planetenbundes. Nach der katastrophalen Invasion des Kaiserreichs und den verheerenden Verlusten in der Schlacht von Amritsar vertiefte sich seine Frustration, als er miterlebte, wie die Nation, der er diente, in unfähige und eigennützige Politik verfiel. In dem Glauben, dass das demokratische System hoffnungslos korrupt geworden sei, kam er zu dem Schluss, dass nur eine gewaltsame Säuberung den Staat retten könne. Dieses Pflichtgefühl treibt ihn dazu, das öffentliche Gesicht und der Anführer des Nationalen Rettungsmilitärrats zu werden, einer Verschwörung von Offizieren, die einen Staatsstreich zur Stürzung der Zivilregierung durchführen. Seine persönliche Tragödie besteht darin, dass seine Entscheidung nicht rein ideologisch ist; er wird von der spezifischen Überzeugung getrieben, dass er durch die Führung des Putsches selbst die radikaleren und blutrünstigeren Elemente innerhalb des Militärs zügeln kann, indem er als mäßigende Kraft wirkt, um die Gewalt des Aufstands zu minimieren.

In der Geschichte dient Greenhill als der Hauptantagonist des Handlungsbogens um den Bürgerkrieg im Bund. Eine Zeit lang ist sein Putsch erfolgreich; er erobert den Planeten Heinessen, die Hauptstadt, und gewinnt die Loyalität eines bedeutenden Teils des Militärs des Bundes. Seine Rolle ist die eines tragischen Gegenspielers von Yang Wen-li, der sich weigert, die Legitimität des Nationalen Rettungsmilitärrats anzuerkennen, und sich dafür einsetzt, die legal gewählte, wenn auch korrupte Regierung wiederherzustellen. Greenhills Handlungen erzwingen eine Konfrontation, die den Bund irreparabel schwächt und die Zerbrechlichkeit seiner demokratischen Institutionen offenlegt.

Seine wichtigsten Beziehungen sind zentral für seinen Untergang. Seine Freundschaft mit Arthur Lynch, einem ehemaligen, in Ungnade gefallenen Kriegsgefangenen, erweist sich als fatal. Greenhill vertraut Lynch, teilweise aufgrund ihrer gemeinsamen Geschichte und Lynchs strategischer Planung für den Putsch, ohne zu wissen, dass Lynch als Agent Provocateur agiert, der vom Goldenbaum-Kaiserreich, insbesondere von Reinhard von Lohengramm, manipuliert wird. Seine Beziehung zu seiner Tochter Frederica wird durch den Putsch fast bis zum Zerreißpunkt belastet. Er erklärt, dass er sie in dem Moment aufgegeben habe, als er sich zur Rebellion entschloss, obwohl die Erzählung auf ein anhaltendes väterliches Bedauern hindeutet.

Während des gesamten Konflikts erlebt Greenhill keine traditionelle positive Entwicklung, sondern vielmehr eine tragische Desillusionierung. Er beginnt als Mann der Tat, der an die Richtigkeit seiner Sache glaubt, muss aber die hässliche Realität seiner Rebellion miterleben, als seine Untergebenen Gräueltaten begehen, insbesondere das Massaker an zivilen Demonstranten bei einer Kundgebung. Dieses Ereignis, zusammen mit den taktischen Siegen von Yang Wen-li, untergräbt seine Position. Seine Entwicklung gipfelt in der entsetzlichen Erkenntnis, dass seine große „edle Sache“ nur ein Teil eines imperialen Plans zur Destabilisierung des Bundes war, was ihn zu einer Schachfigur des Feindes macht, den zu bekämpfen er geschworen hatte. Als er vor der letzten Möglichkeit steht, die Zivilisten von Heinessen als menschliche Schutzschilde zu benutzen, um den orbitalen Verteidigungssatelliten Artemis' Halskette zu schützen, lehnt er voller Entsetzen und Abscheu ab und stellt die Zukunft der Nation über einen sinnlosen letzten Kampf.

Als militärischer Befehlshaber besitzt Greenhill bemerkenswerte strategische und administrative Fähigkeiten. Seine lange Amtszeit als Stabschef deutet auf eine hohe Begabung für militärische Organisation und Logistik hin. Er gilt als weiser und fähiger Offizier, auch wenn sein Vermächtnis durch sein politisches Wagnis überschattet wird. Seine Hauptfähigkeit ist wohl seine Führungsstärke und der Respekt, den er genießt, was es ihm ermöglicht, die Hälfte der Streitkräfte des Bundes für seine Sache zu sammeln. Dies steht jedoch im Gegensatz zu seiner Unfähigkeit, die von ihm entfesselten Monster zu kontrollieren, was zeigt, dass strategisches Geschick nicht immer in politische Kontrolle übersetzt wird. In seinen letzten Augenblicken, nach der Zerstörung von Artemis' Halskette, versucht er, Lynch zu erschießen, um die Beweise für dessen Manipulation zu tilgen, aber Lynch erschießt ihn zuerst, was zu seinem Tod durch die Hand genau des Mannes führt, der seinen Untergang inszeniert hat.
Besetzung