Film
Beschreibung
Benio Hanamura ist die zentrale Figur von Haikara-San: Here Comes Miss Modern. Sie ist ein siebzehnjähriges Schulmädchen, das während der Taisho-Zeit, einer Zeit bedeutender kultureller und sozialer Veränderungen in Japan, in Tokio lebt. Benio wurde von ihrem Vater, einem hochrangigen Offizier der japanischen Armee, aufgezogen, nachdem ihre Mutter starb, als sie sehr jung war. Diese Erziehung ist die Grundlage ihrer unkonventionellen Persönlichkeit. Da sie weitgehend ohne traditionelle mütterliche Führung aufwuchs, hat sie sich zu einer ausgeprägten Wildfang entwickelt, sehr zum Leidwesen ihres Vaters. Benio hat wenig Interesse an traditionellen häuslichen Pflichten oder dem zurückhaltenden Auftreten, das von einer jungen Frau ihrer Zeit erwartet wurde. Stattdessen liest sie gerne Literatur, fährt Fahrrad und ist dafür bekannt, zu rauchen und Sake zu trinken.

Benios Persönlichkeit ist geprägt von einer willensstarken, impulsiven und äußerst unabhängigen Art. Sie vertritt für ihre Zeit fortschrittliche Ansichten, lehnt die Institution der arrangierten Ehe ab und setzt sich für das Recht einer Frau ein, ihren eigenen Beruf zu wählen und aus Liebe zu heiraten. Dies hat ihr den Spitznamen Haikara-san eingebracht, ein Begriff für ein modernes, westlich beeinflusstes Mädchen. Trotz ihrer harten Schale und ihrer rebellischen Ader besitzt Benio ein tief mitfühlendes Herz. Sie kann nicht tatenlos zusehen, wenn andere in Schwierigkeiten sind, ein Zug, der sie oft in Konflikte führt, in denen sie die Schwachen verteidigt. Ihre Impulsivität kann jedoch auch zu kindischen und naiven Entscheidungen führen, und sie reagiert bemerkenswert empfindlich auf Alkohol, wird sehr leicht lächerlich betrunken.

Benios Hauptmotivation zu Beginn der Geschichte ist es, nach ihren eigenen Vorstellungen zu leben und einer traditionellen, erstickenden Ehe zu entgehen. Als ihr Vater verkündet, dass sie mit Shinobu Ijuin, einem gutaussehenden Armeeleutnant, verlobt werden soll, ist sie entsetzt und weigert sich zunächst. Ihre Freundin Tamaki hegt ebenfalls Gefühle für Shinobu, was Benio einen weiteren Grund gibt, die Verbindung abzulehnen. Sie akzeptiert die Verlobung schließlich, aber nur als Teil eines Plans, eine absichtlich schreckliche zukünftige Ehefrau zu sein, in der Hoffnung, dass Shinobus Familie die Vereinbarung rückgängig macht.

Ihre Rolle in der Geschichte ist die einer Pionierin und Rebellin, die ständig mit den strengen gesellschaftlichen Konventionen des Japan der Taisho-Zeit aneinandergerät. Im Verlauf der Handlung entwickelt sie sich von einem Mädchen, das versucht, einem ungewollten Schicksal zu entkommen, zu einer Frau, die für ihre Familie und ihre wahre Liebe kämpft. Als Shinobu zum Kampf ins Ausland geschickt wird, beweist Benio ihre Widerstandsfähigkeit, indem sie ihr langes Haar kurz schneidet und eine Stelle als Reporterin annimmt, um seine Familie in seiner Abwesenheit zu unterstützen.

Die wichtigsten Beziehungen in Benios Leben prägen ihren Weg maßgeblich. Ihre Beziehung zu ihrem Verlobten, Shinobu Ijuin, ist die zentrale Achse der Geschichte. Sie beginnt mit Antagonismus, vertieft sich aber zu echter Liebe, als sie seine Geduld und seine freundliche Art zu schätzen lernt. Sie verbindet eine starke Bindung zu ihrem Vater, dessen eigene unkonventionelle Erziehung es ihr ermöglichte, ihren freien Geist zu entwickeln, auch wenn er auf ihrer arrangierten Ehe besteht. Benios zwei beste Freunde sind Tamaki Kitaouji, eine traditionell weiblichere, aber ebenso aufgeschlossene junge Frau, und Ranmaru Fujieda, ein junger Mann aus einem Kabuki-Hintergrund, der dazu erzogen wurde, Frauenrollen zu spielen, und sehr effeminierte Manieren hat.

Benio durchläuft eine bedeutende Entwicklung. Sie beginnt als unreifes Mädchen, das sich auf kindische Weise gegen ihre Verlobung auflehnt. Angesichts von Widrigkeiten, einschließlich des vermeintlichen Todes von Shinobu, erlebt sie jedoch tiefe Verzweiflung und unternimmt sogar einen Selbstmordversuch. Ihre Erholung von diesem Tiefpunkt markiert ihren Übergang zu einer reiferen und entschlosseneren Frau. Sie wird eine berufstätige Frau und eine Quelle der Stärke für andere. Diese Entwicklung gipfelt im Chaos des großen Kantō-Erdbebens von 1923, wo sie mit dem an Gedächtnisverlust leidenden Shinobu wiedervereint wird und schließlich ihre gemeinsame Zukunft besiegelt.

Bemerkenswerte Fähigkeiten umfassen ihr Können in Kampfkünsten, insbesondere Kendo, das sie bei mehr als einer Gelegenheit effektiv einsetzt, um sich oder andere zu verteidigen. Diese körperliche Stärke, ein direktes Ergebnis ihrer Erziehung durch ihren militärischen Vater, hebt sie von der typischen Heldin ihrer Zeit ab und ermöglicht es ihr, als handlungsorientierte Protagonistin zu agieren.