ONA
Beschreibung
Adolf Haas ist eine Figur, die äußerlich ein ruhiges, unauffälliges Leben als Außenhandelskaufmann in Düsseldorf führt und mit seiner Frau Ilse und ihrem Sohn Hans zusammenlebt. Diese gewöhnliche Existenz verbirgt jedoch einen tiefsitzenden und glühenden Hass auf Roboter, was ihn zu einem engagierten Mitglied einer geheimen Anti-Roboter-Aktivisten-Gruppe namens KR macht, einer Organisation, deren Mitglieder oft spitze Kapuzen tragen und die Roboterrechte zurückdrängen wollen.

Haas' extremer Vorurteil entspringt keiner abstrakten Ideologie, sondern einer tiefgreifenden persönlichen Tragödie, die in der Geschichte seiner Familie verwurzelt ist. Sein Vater war Fabrikarbeiter, der durch die Einführung von Roboterarbeit seinen Job verlor. In einem Moment der Verzweiflung stahl der Vater einen Fußball für seine kleinen Söhne, aber ein Roboter meldete den Diebstahl, was zu seiner öffentlichen Verhaftung und Verurteilung führte. Nach seiner Entlassung verfiel er dem Alkoholismus und beging schließlich Selbstmord. Diese Ereignisse legten den ersten Samen des Hasses in Adolf und seinem Bruder.

Das Trauma wurde Jahre später durch den Tod seines Bruders noch verstärkt. Als Adolf schließlich die Leiche seines Bruders abholte, führte ein befreundeter Arzt auf seinen Wunsch hin eine Autopsie durch, die ergab, dass die Todesursache eine seltene Zeronium-Kugel war. Die Existenz einer solchen Kugel war höchst ungewöhnlich, und ihre Verwendung wurde vertuscht, wobei die Schusshistorie gelöscht wurde. Nur durch Zufall erfuhr Adolf aus dem Schulbuch seines Sohnes, dass innerhalb der Eurozone der Roboter-Detektiv Gesicht die einzige Person war, die dem ballistischen Profil entsprach, eine solche Waffe zu besitzen und abfeuern zu können. Überzeugt, dass Gesicht der Mörder seines Bruders war, wurde Haas' Suche nach Gerechtigkeit zu einem alles verzehrenden Verlangen nach Rache.

Adolf Haas ist ein Mann, der von inneren Konflikten zerrissen wird. Während er ein glühender Anhänger der Anti-Roboter-Sache der KR ist und seine Rache plant, ist er nicht ohne Gewissen. Er verfolgt Gesicht mit der Absicht, ihn zu töten, wird aber von seiner eigenen Moral geplagt und zögert, den Abzug zu betätigen. Dieses Zögern macht ihn zu einem gefährlichen, unberechenbaren Element für die KR-Gruppe, die gehofft hatte, seine Vendetta als PR-Instrument zu nutzen, um anti-roboterische Stimmungen zu schüren. Als Haas schwankt, wendet sich die KR gegen ihn, platziert eine Bombe in seinem Auto und markiert ihn zur Eliminierung. Paranoia und Panik setzen ein, als ihm klar wird, dass er von genau der Organisation gejagt wird, der er diente – ein Verdacht, der durch eine drohende Voicemail in seinem Büro bestätigt wird.

Die Geschichte versetzt Adolf Haas in eine äußerst ironische und zentrale Rolle. Sein Erzfeind Gesicht wird von Europol als sein Leibwächter abgestellt, um ihn vor den Attentätern der KR zu schützen. Gezwungen, in unmittelbarer Nähe des Roboters zu sein, den er verabscheut und für den Tod seines Bruders verantwortlich macht, gerät Haas in ein Netz aus Verschwörung und Terror. In einem verzweifelten Versuch, sich selbst zu retten, zeigt er Gesicht ein hochsensibles Video, das er Jahre zuvor heimlich in Persien erhalten hatte und das eine Aussage von König Darius XIV. zeigt. Während diese Tat die Gefahr gegen ihn erhöht, wird sie auch zu einem entscheidenden Beweisstück im größeren Rätsel der Pluto-Morde. Schließlich, aus Angst um sein Leben und das seiner Familie, gibt Haas seine Zugehörigkeit zur KR zu und stimmt zu, in den Zeugenschutz zu gehen, im Austausch dafür, die internen Abläufe der Gruppe offenzulegen.

Der Kern von Adolf Haas' Charakterentwicklung liegt in seiner Beziehung zu Gesicht. In einem Europol-Safehouse eingesperrt, verstärken sich die Drohungen gegen seine Familie. In einem Moment der Panik versucht er, einen Reinigungsroboter zu zerstören, den er für einen Boten der KR hält, wird aber von Gesicht gestoppt. In diesem Moment gesteht er endlich seinen Glauben, dass Gesicht seinen Bruder ermordet hat. Zu seinem Schock kehrt Gesicht, nachdem er die Wahrheit des Geständnisses mit einer anderen Quelle überprüft hat, nicht von ihm ab. Stattdessen kehrt der Roboter zurück und beschützt die Familie Haas aktiv vor einem Trupp KR-Attentäter, wobei er physisch zu Adolfs Schild wird. Angesichts dieses ultimativen Opfers von genau dem Wesen, das er hasste, wird ein weinender Adolf Haas gezwungen, sich der moralischen Komplexität seines Kreuzzugs zu stellen. Er dankt Gesicht und erkennt die Menschlichkeit und das Opfer des Roboters an, obwohl der Schaden durch diese letzte Konfrontation zu Gesichts Tod führt. Seine Reise führt von einem von Rache getriebenen Fanatiker zu einem Mann, der die Fehlbarkeit seiner eigenen von Menschen geführten Hassgruppe und die tiefe Noblesse seines Roboterfeindes miterlebt.

Adolf Haas besitzt keine übermenschlichen oder robotischen Fähigkeiten. Seine Bedeutung ergibt sich aus seiner Menschlichkeit, insbesondere seiner Fähigkeit zu tiefem, irrationalem Hass, der in Traumata verwurzelt ist, sowie seinem Potenzial für moralisches Erwachen. Seine Figur dient als kraftvolle Darstellung der gesellschaftlichen Reibung, die durch technologischen Fortschritt verursacht wird, und verkörpert die Angst, den Groll und den Verlust, die diejenigen erleben, die in einer Welt, die sie mit fortschrittlicher künstlicher Intelligenz teilen, zurückgelassen werden. Das deutsche Wort "Haß", das "Hass" bedeutet, ist ein direkter Ausdruck der Kernemotion, die seine Weltanschauung und sein Handeln während der gesamten Erzählung definiert.